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08.04.2014

14:35 Uhr

Weg aus der Krise

Ford, die müssen was tun

VonLukas Bay

Während weltweit die Geschäfte rund laufen, fährt Ford in Europa immer noch Milliardenverluste ein. Mit neuen Modellen wollen die Amerikaner insbesondere bei den Deutschen wieder punkten.

Der Mustang ist ein wichtiger Imageträger für Ford.

Der Mustang ist ein wichtiger Imageträger für Ford.

DüsseldorfEigentlich hätte man in der Ford-Konzernzentrale in Dearborn, Michigan, allen Grund zum Jubeln. Das abgelaufene Geschäftsjahr war für Ford eines der besten der Unternehmensgeschichte: 8,6 Milliarden Dollar Vorsteuergewinn konnte Amerikas zweitgrößter Autokonzern einfahren - rund 600 Millionen Dollar mehr als im Vorjahr. Doch der Blick nach Europa trübt die Stimmung: Auf 1,6 Milliarden Dollar summierte sich der Vorsteuerverlust im schwächelnden europäischen Markt im Jahr 2013. Die Sanierung des Europageschäfts geht langsamer voran als geplant. Ein Umstand, der schon Anfang des Jahres für Sorgenfalten bei den Anlegern sorgte.

Insbesondere in Deutschland hinkt Ford dem Platzhirsch Volkswagen hinterher. Weltweit ist der Focus das meistverkaufte Automodell - in Deutschland ist das der VW Golf. Europaweit ist der Fiesta der meistverkaufte Kleinwagen - in Deutschland ist das der VW Polo. Mit insgesamt rund 197.800 Fahrzeugen wurden im Jahr 2013 wurden so wenig Ford-Autos in Deutschland abgesetzt wie seit 2007 nicht mehr. Volkswagen verkauft hierzulande dreimal so viele Fahrzeuge.

„Typisch Deutschland - typisch Ford“ haben die Kölner darum ihre Werbekampagne getauft. Man will den Deutschen wieder näher kommen. Auf der Ford Regionaltour im Frühjahr zeigen die Amerikaner traditionell ihre neusten Modelle für den europäischen Markt. Typisch deutsch sind die neuen Modelle allerdings nicht: der neue Ford Ecosport, ein kompakter Geländewagen, wurde in Südamerika entwickelt und wird im indischen Chennai gebaut. Äußerlich fällt der Reservereifen am Heck ins Auge. Ein Relikt, das in Europa längst verloren schien. 4000 Exemplare des Ecosport will Ford dieses Jahr in Deutschland verkaufen.

Größte Automarken in Deutschland (Neuzulassungen 2013)

Platz 10

Toyota
Absatz 2013:
74.056 Fahrzeuge (-8,4 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
2,5 Prozent

Platz 9

Seat
Absatz 2013:
83.364 Fahrzeuge (+22,4 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
2,8 Prozent

Platz 8

Renault
Absatz 2013:
98.922 Fahrzeuge (-6,3 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
3,4 Prozent

Platz 8

Hyundai
Absatz 2013:
101.522 Fahrzeuge (+0,7 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
3,4 Prozent

Platz 7

Skoda
Absatz 2013:
159.939 Fahrzeuge (+8,7 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
5,4 Prozent

Platz 6

Ford
Absatz 2013:
197.794 Fahrzeuge (-3,9 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
6,7 Prozent

Platz 5

Opel
Absatz 2013:
207.461 Fahrzeuge (-2,9 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
7,0 Prozent

Platz 4

BMW
Absatz 2013:
231.815 Fahrzeuge (-5,8 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
7,9 Prozent

Platz 3

Audi
Absatz 2013:
251.952 Fahrzeuge (-5,5 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
8,5 Prozent

Platz 2

Mercedes
Absatz 2013:
277.373 Fahrzeuge (-1,4 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
9,4 Prozent

Platz 1

Volkswagen
Absatz 2013:
642.190 Fahrzeuge (-4,6 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
21,8 Prozent

Andere Neuheiten klingen schwer amerikanisch: Der Ford Edge soll im kommenden Jahr nach Deutschland kommen - ein Riesen-SUV mit 4,69 Metern Länge und dem Radstand von 2,85 Metern. Ein Auto, das sich auf Highways deutlich wohler fühlen dürfte als in engen deutschen Innenstädten. Außerdem legt Ford den legendären Mustang neu auf. Das Sportcoupe mit dem Pferdchen ist für das Image zwar immens wichtig, doch ein bedeutender Umsatzbringer ist es nicht.

Wichtiger ist dagegen ist die Neuauflage des Mittelklassemodells Mondeo, das mit drei Jahren Verspätung ab der zweiten Jahreshälfte 2014 im spanischen Valencia vom Band rollen soll. Die größte Hoffnung ruht aber auf den ganz Kleinen: der Fiesta wurde gerade runderneuert und wird nun mit einer Null-Prozent-Finanzierung beworben. Im Herbst soll das Kompaktmodell Focus in der neusten Variante folgen, das in der Sportvariante ST erstmals auch als Diesel gebaut wird - eine Zusage an Europa.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

08.04.2014, 15:20 Uhr

Ich glaube, die Amerikaner sind aus dem Rennen. alles dauert seine Zeit, aber man merkt immer mehr, dass die Welt auch ohne die amis gut klar kommt.

Account gelöscht!

08.04.2014, 15:38 Uhr


genau!

siehe Google, Facebook, Apple, Coca Cola, Mc Donalds, $, Dow Jones, Intel, AMD, Dell, HP ... um nur ein paar wenige aufzuzählen

Account gelöscht!

08.04.2014, 16:28 Uhr

Also wenn der Ford Edge in Deutschland verkauft wird werde ich mir sofort auch hier einen Kaufen. In Denver fahre ich einen Ford Taurus SHO. 350PS und AWD und das bei echt günstigen 38000 USD in Bar. Der Wagen kann sich vom Comfort her mit jedem Deutschen Fabrikat messen. Klar natürlich nicht mit einem neuen S500... Der S500 kostet aber auch das dreifache. Aber mit eimer E-Klasse ohne Probleme.
Die Frage ist nur welchen Dieselmotor der Edge bekommt. Einen solchen Wagen als Benziner zu fahren können sich in Deutschland nur die allerwenigsten leisten.

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