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28.04.2014

12:17 Uhr

Wegen Alstom-Übernahme

Siemens-Spitze trifft sich mit Hollande

ExklusivIm Poker um den Verkauf von Teilen des französischen Unternehmens Alstom an General Electric könnte Siemens Retter in der Not sein. Heute trifft sich Präsident Hollande mit der Führungsspitze des Industriekonzerns.

Was Siemens mit Alstom vorhat

Video: Was Siemens mit Alstom vorhat

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Paris/BerlinIm Übernahmepoker um den französischen Konzern Alstom spricht die Siemens-Spitze am Montag nach Angaben aus Paris mit dem französischen Staatspräsidenten François Hollande. Die Führung des deutschen Konzerns werde von Hollande empfangen, sagte Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg am Morgen dem Sender RTL. Er werde auch selbst an diesem Gespräch teilnehmen. Hollandes Büro erklärte, das Treffen sei für 18.00 Uhr geplant.

Das Siemens-Management hatte die Ende vergangener Woche bekannt gewordenen Überlegungen des amerikanischen GE-Konzerns für eine Übernahme des französischen Alstom-Konzerns am Wochenende mit dem Angebot an Alstom gekontert, den Franzosen die Sparten erneuerbare Energien und Stromübertragungstechnik abzukaufen. Zugleich ist Siemens bereit, seine Hochgeschwindigkeitszüge oder Lokomotiven an die Franzosen abzugeben. Damit würde ein neuer großer Bahntechnik-Player entstehen. Das wäre politisch brisant, weil Hauptauftraggeber des fusionierten Bahntechnik-Unternehmens zu einem großen Teil staatliche Eisenbahngesellschaften wären.

Am Vormittag wird aber auch der Chef des US-Konzerns und Siemens-Konkurrenten General Electric (GE), Jeffrey Immelt, im Pariser Präsidentenpalast erwartet. Sowohl Siemens als auch GE sind Berichten zufolge an einer Übernahme von Teilen des Alstom Konzerns interessiert. Dabei geht es vor allem um die Energiesparte des Konzerns, der auch Züge baut, darunter den Schnellzug TGV.

In der vergangenen Woche hatte die französische Regierung Bedenken gegen eine Teilübernahme von Alstom durch GE geäußert. Montebourg bekräftigte diese am Montagmorgen. Wenn der Großteil von Alstom von den USA aus geführt werde, sei das „inakzeptabel“, sagte er. Französische Unternehmen seien „kein Freiwild“.

In Berlin würde der Einstieg von Siemens auf Wohlwollen stoßen. „Mir sind industriepolitische Allianzen auf europäischer Ebene sehr sympathisch. Europa muss ein Interesse daran haben, bei  Innovationen und Hochtechnologie weiter vorne mitzuspielen“, sagte Hubertus Heil, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bundestag, dem Handelsblatt. Der SPD-Politiker betonte allerdings zugleich, die Bundesregierung werde sich „sicher nicht in unternehmerische Entscheidungen einmischen“.

Auch der Koalitionspartner begrüßt den Plan. Das Thema sei  „von strategischer Bedeutung für Europa sowohl im Energiesektor als auch im gesamten Schieneninfrastrukturbereich“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Joachim Pfeiffer . Der Schlüssel für eine europäische Lösung liege nun bei Alstom und in Frankreich. „Welche Auswirkungen ein Deal zwischen Alstom und Siemens für den Markt der Bahntechnik hätte, ist noch nicht absehbar“, sagte Heil. 

Kommentare (10)

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28.04.2014, 11:18 Uhr

Hier wird mal wieder Wettbewerbsverzerrung betrieben und wie immer, wenn sich die Politik, ohne jede Befugnis, einmischt, kann dies nur nach hinten los gehen. Von dem aktuellen Siemenschef, der sich schon mit seine Aufwartungen Putin gegenüber äußerst peinlich gemacht hat (und damit jede Glaubwürdigkeit eingebüsst hat) und zudem damit gezeigt hat dass er nicht standfest ist und wirklich nicht an die Führung eines solchen Konzerns gehört, war nichts anderes zu erwarten. Wo diese, nach sozialistischen Vorbild, ewige Einmischung der Politik in Privatwirtschaftliche Abläufe hin führt, lässt sich auch sehr gut an Italien der letzten 40 Jahre ab lesen.

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28.04.2014, 11:30 Uhr

Zitat : Siemens-Spitze trifft sich mit Hollande

- wenn Siemens mit ALSTOM zum Zuge kommt, ist es das Ende von Siemens !

Es hat noch keine Firma in Deutschland überlebt, die sich mit Französischen Firmen eingelassen haben.

Siemens will halt aus der Geschichte von DUAL, SABA, NORDMENDE, SEL, AEG, HÖCHST,AIRBUS, etc. nicht lernen.

Dann eben Good Bye, Siemens.

Das hat GE sehr clever eingefädelt !

Respekt !

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28.04.2014, 12:03 Uhr

Airbus, das am ehesten mit Alstom zu vergleichen ist, geht es glänzend.

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