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14.03.2014

16:45 Uhr

Wegen Bagatellvergehen

Russland weist ausländische Manager aus

Bereits vor der Eskalation des Krims-Konflikts sind Manager wegen Bagatellvergehen aus Russland ausgewiesen worden. Nun, da der Westen Sanktionen vorbereitet, erwarten ausländische Firmen eine Verschlimmerung der Lage.

Mitarbeiter ausländischer Firmen befürchten noch mehr Probleme bei der Ein- und Ausreise. Picture Alliance

Mitarbeiter ausländischer Firmen befürchten noch mehr Probleme bei der Ein- und Ausreise.

MoskauSeit Ende des vergangenen Jahres, als die Migrationsbehörde und die Verkehrspolizei ihre Datenbanken zusammenführten, wurden Behördendaten zufolge beinahe tausend Personen aus Ländern außerhalb der ehemaligen Sowjetunion die Arbeitsvisa entzogen, weil sie zwei oder mehr 'Verwaltungsdelikte' begangen hatten. Bei solchen Delikten kann es sich um Bagatellen wie einen Strafzettel wegen Falschparkens, Rauchen in Bereichen mit Rauchverbot oder auch das Überqueren der Straße außerhalb von Zebrastreifen handeln.

„Personen wurden bei der Einreise angehalten, weil sie zwei Strafzettel wegen zu schnellen Fahrens hatten, und man sagte ihnen, dass ihr Visum nicht mehr gültig sei“, berichtet Alexis Rodzianko, Präsident der Amerikanischen Handelskammer in Moskau, die Exxon Mobil, Pepsi und 800 weitere Unternehmen vertritt.

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Einer der Betroffenen solcher Maßnahmen soll Quentin O'Toole, lokaler Organisationschef bei Deloitte & Touche, sein. Als der Neuseeländer im Dezember von einer Auslandsreise nach Moskau zurückkehren wollte, wurde er am Flughafen verhaftet und musste eine Nacht in einer Zelle verbringen, bevor er ausgewiesen wurde, berichten Insider. Grund seien Strafzettel wegen zu schnellen Fahrens gewesen. Dabei hatte O'Toole die Vergehen nicht einmal selbst begangen, sondern seine Frau war mit dem auf ihn zugelassenen Auto zu schnell gefahren. Anwälte von Deloitte brauchten sechs Wochen, um eine Wiedererteilung des Visums zu erreichen.

Auch Ausländer, die bei bekannten russischen Unternehmen angestellt sind, wurden ausgewiesen. Ein Manager eines Bergbauunternehmens berichtete, dass er Mitte Januar am Moskauer Flughafen Scheremetjewo zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern aufgehalten wurde, weil sein Fahrer Strafzettel über etwa tausend Dollar angesammelt hatte. Während seine Familie einreisen durfte, wurde der Manager seinen Angaben zufolge zwölf Stunden lang zusammen mit 30 anderen Personen in einem Abschiebebereich festgehalten, bevor er ausgewiesen wurde. Schließlich habe seine Firma erreicht, dass das Visum wieder erteilt wurde.

Kommentare (1)

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14.03.2014, 18:46 Uhr

Zitat : Russland weist ausländische Manager aus

- dann müssen aus irgend welchen Westländer auch Russische Manager AUSGEWIESEN WORDEN SEIN !

Mit den Sanktionen wird es genau so laufen : nach Beschlagnahmen von Konten der Russen werden auch Konten von Westmanagern bzw. von Firmen beschlagnahmt !

So einfach ist die Bitbull-Diplomatie !

Und jeder sollte sich überlegen, was er mit Sanktionen ERREICHT.....ER SCHNEIDET SICH DAMIT GLEICHZEITIG INS EIGENE Fleisch !

Und das Märchen der Isolation der Russen glauben wohl die Bellenden Hunde des Westens selbst nicht :

die EUtopia und die Amis sind nur ein kleiner, bankrotter Teil dieser Erde !

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