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18.07.2013

11:35 Uhr

Wegen Protesten

Monsanto zieht Genanbau-Anträge zurück

Bereits im Mai hatte Monsanto angekündigt, den Anbau von Genpflanzen in der EU aufzugeben und keine neuen Anträge zu stellen. Nun hat der Saathersteller auch alle laufenden Verfahren gestoppt – bis auf eine Ausnahme.

Mitarbeiter der Saatgutherstellers Monsanto vor einem Gentechnisch veränderten Maisfeld des Unternehmens: Genmanipuliertes Essen stößt in Europa bei vielen Verbrauchern auf Widerstand. dpa

Mitarbeiter der Saatgutherstellers Monsanto vor einem Gentechnisch veränderten Maisfeld des Unternehmens: Genmanipuliertes Essen stößt in Europa bei vielen Verbrauchern auf Widerstand.

Der US-Agrarkonzern Monsanto zieht alle ausstehenden Zulassungsanträge für den Anbau von Genpflanzen in der Europäischen Union zurück. Das sagte ein Sprecher des Unternehmens am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP in Brüssel. Eine Neuzulassung des Genmaises MON810 werde aber weiter verfolgt. Die EU-Kommission bestätigte die Ankündigung und teilte mit, sie nehme die Entscheidung des Konzerns „zur Kenntnis“.

Monsanto hatte im Mai bereits angekündigt, für seine Genpflanzen keine neuen Anbauerlaubnisse in der EU mehr zu beantragen. Das Unternehmen begründete dies mit dem großen Widerstand in Europa gegen Genpflanzen. Anderswo angebauten Mais will Monsanto aber weiterhin zur Verarbeitung in Lebens- und Futtermitteln in der EU registrieren.

Der Anbau des Monsanto-Genmaises MON810 wurde in der EU 1998 für zehn Jahre erlaubt. Wegen der kritischen Haltung mehrerer EU-Länder gibt es bisher noch keine Einigung über eine Neuzulassung - der Anbau bleibt jedoch bis zu einer endgültigen Entscheidung erlaubt. Deutschland und eine Reihe von weiteren EU-Ländern haben den Anbau der Pflanze auf ihrem Gebiet jedoch verboten.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

18.07.2013, 11:54 Uhr

Macht sich gut, im Vorfeld des Freihandelsabkommens etwas zurückzufahren.
Nach Abschluß des ganzen winken Milliardengewinne, dann kann man die Sau rauslassen!
Dann werden wir uns gegen den genverseuchten US-Fraß nicht mehr wehren können!

btw

18.07.2013, 11:56 Uhr

Was indes wenig daran ändern wird, dass in der EU transgener Mais wie Soja u.a. beigemischt weiterhin angelandet werden.

Account gelöscht!

18.07.2013, 12:22 Uhr

Der Genanbau ist derzeit zweitrangig.
Das oberste und wichtigste Ziel ist die weitere Nichtkennzeichnungspflicht von genmanipulierten Monsanto Produkten.

Stellen Sie sich mal ihre eigene Reaktion vor, wenn auf der Verpackung des marinierte Schweinesteaks stehen würde:

Wurde mit genmaniputiertem Futter gemästet.
Ist aber schon gängige Praxis, spricht nur keiner drüber.
Na, dann guten Appetit


Also Status Quo wahren und Ball flachhalten bis nächstes Jahr. Der Absatz ist das Wichtigste.

Leckeren Tag noch.

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