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22.05.2014

17:00 Uhr

Wegen Unruhen

Honda kappt Auto-Produktion in Thailand

Besorgt über die politische Lage in Thailand, fährt der japanische Auto-Bauer Honda nun seine Produktion in dem Land zurück. Das Absatzziel wird man vermutlich verfehlen. Thailand ist der größte Automarkt Südostasiens.

Honda sorgt sich um die politische Lage in Thailand. Die Produktion dort wird nun gekappt, das Absatzziel droht verfehlt zu werden. dpa

Honda sorgt sich um die politische Lage in Thailand. Die Produktion dort wird nun gekappt, das Absatzziel droht verfehlt zu werden.

BangkokHonda fährt seine Produktion in Thailand wegen der monatelangen Unruhen herunter. Die politische und wirtschaftliche Lage in dem Land sei seit Anfang des Jahres besorgniserregend, erklärte der japanische Autobauer am Donnerstag. Dies führe auch zu einer Schwäche auf dem größten Automarkt Südostasiens. Honda befürchte, deswegen sein Absatzziel in Thailand von 120.000 Autos in diesem Jahr zu verfehlen.

Der Konzern kappte die Produktion in seinem Werk in Ayutthaya um fast die Hälfte und verschob den für April 2015 geplanten Start einer neuen Fabrik um bis zu zwölf Monate.

Sieben Schlüsselfiguren im Thailand-Konflikt

General Prayuth Chan-ocha (60)

Armeechef, hat nach monatelangem Zögern das Kriegsrecht verhängt, weist aber alle Machtambitionen von sich. Er will im September in Pension gehen. Appelliert seit Wochen an alle Beteiligten, an einen Tisch zu kommen, die Lösung der Krise müsse auf politischer Ebene gefunden werden. „Wir hören nur zu“, versichert er.

Suthep Thaugsuban (64)

Anführer der außerparlamentarischen Opposition „Demokratisches Reformkomitee des Volkes“ (PDRC). Führt seit November Massendemonstrationen gegen die Regierung an und weicht von seiner Maximalforderung nicht ab: Entmachtung aller, die zum Dunstkreis des Milliardärs und Ex-Regierungschefs Thaksin Shinawatra gehören. Dazu gehört die ganze Regierung. Ein ungewählter Rat soll vor Neuwahlen entsprechende Reformen durchsetzen.

Jatuporn Pompran (49)

Anführer der Rothemden, wie die Regierungsanhänger heißen, offiziell „Vereinigte Front für Demokratie und gegen Diktatur“ (UDD). Droht mit Massenprotesten, wenn die gewählte Regierung entmachtet wird. „Wenn eine Regierung kommt, die die Mehrheit (der Wähler) außer Acht lässt, drohen Chaos und Bürgerkrieg“, warnt er.

Thaksin Shinawatra (64)

Ex-Regierungschef und Strippenzieher hinter der Regierungspartei Pheu Thai. „Thaksin denkt, Pheu Thai macht“ war ihr Wahlslogan 2011. Floh vor einer Verurteilung zu zwei Jahren Haft 2008 ins Exil. Er und die Partei bestehen auf Wahlen - die Pheu Thai nach allen Umfragen wieder gewinnen würde.

Abhisit Vejjajiva (49)

Chef der Oppositionspartei „Die Demokraten“. Steht hinter den Forderungen Sutheps, der einst sein Stellvertreter war. Er hat die Wahlen im Februar boykottiert. Wie Suthep verlangt er eine ungewählte Übergangsregierung.

Surachai Liengboonlertchai (61)

Amtierender Präsident des Senats, der zweiten Parlamentskammer. Er gilt als Thaksin-kritisch. Er hat die Regierung zum Rücktritt gedrängt und gewarnt, der Senat könne einen Übergangsregierungschef ernennen.

Niwatthamrong Boonsongpaisan (66)

Amtierender Regierungschef. Der bisherige Handelsminister kam zu dem Amt, weil das Verfassungsgericht Thaksins Schwester Yingluck in einem umstrittenen Urteil wegen Verfassungsbruchs absetzte. Er hat jahrelang im Firmenimperium der Shinawatras gearbeitet. Er gilt nicht als politisches Schwergewicht.

Zuvor hatte das thailändische Militär die Macht übernommen, nachdem die Demonstrationen von Gegnern und Anhängern der Regierung in den vergangenen Wochen zunehmend in Gewalt umgeschlagen waren. Die Unruhen drohen die auch stark von Tourismus und der Zulieferung für die Technologiebranche geprägte Wirtschaft zu lähmen. Allein in der Automobil-Industrie wurden in diesem Jahr mehr als 30.000 Arbeiter entlassen. Der Autoabsatz fiel im April um 33 Prozent.

Von

rtr

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