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23.01.2005

13:47 Uhr

Weitere Gespräche notwendig

Walter Bau muss weiter zittern

Die Zukunft des drittgrößten deutschen Baukonzerns steht nach wie vor auf Messers Schneide. Noch immer haben offenbar nicht alle Banken dem Sanierungskonzept für den Konzern zugestimmt. Alles bleibt möglich.

HB AUGSBURG. Die Zukunft des von Pleite bedrohten Augsburger Baukonzerns Walter bleibt offen. Wie am Sonntag aus Bankenkreisen verlautete, haben immer noch nicht alle Banken dem Sanierungskonzept von Walter Bau zugestimmt. Es sei nach wie vor alles offen; weitere Gespräche seien notwendig. Zum Teil hätten skeptische Institute auch ein weiteres Engagement an Auflagen geknüpft. Nun müsse geprüft werden, ob diese Auflagen zu erfüllen seien.

Am Freitag hatte Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu von Fortschritten bei der Rettung des angeschlagenen Baukonzerns gesprochen. Bei Gesprächen, an denen auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) teilgenommen habe, seien Einigungen mit der Bankgesellschaft Berlin und dem Kreditversicherer Cofas erzielt worden. „Hier ist man ein gutes Stück weitergekommen. Ich hoffe auf eine zeitnahe Lösung“, sagte Wiesheu.

In Unternehmenskreisen wurde am Wochenende bestätigt, dass die bislang „harte Position“ der Berliner Bank mittlerweile „extrem aufgeweicht“ sei. In Bankenkreisen wird diese Interpretation allerdings mit Skepsis gesehen: „Es gibt noch keine substanziellen Fortschritte“, hieß es am Wochenende. Die Bankgesellschaft selbst äußert sich nicht zu den Gesprächen.

Dem Sanierungskonzept des Walter-Bau-Vorstands müssen alle 27 Mitglieder des Konsortiums zustimmen. Zunächst hatten sich mehrere Finanzierer dagegen ausgesprochen. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen handelt es sich dabei allerdings um Institute, die mit relativ geringen Engagements beteiligt sind. Als Fortschritt wird auch bewertet, dass die Landesbank Rheinland-Pfalz Zustimmung zum Walter-Sanierungspaket signalisiert hat. „Wir werden nicht diejenigen sein, die die Sache scheitern lassen“, sagte ein Sprecher des Institutes der Tageszeitung „Die Welt“.

Das Sanierungskonzept sieht neben dem Verkauf der Bautechnik- Tochter DSI auch die Streichung von nochmals 400 Arbeitsplätzen und eine deutliche Reduzierung des Inlandsgeschäfts vor. Einzelnen Banken waren die Einsparungen nicht weit genug gegangen, andere hatten den Verkauf der profitablen Tochter DSI kritisiert.

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