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28.01.2005

17:45 Uhr

Weitere Mega-Fusion in USA

Procter & Gamble holt Gillette ins Boot

Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (P&G) übernimmt den durch Rasierer und Batterien bekannten Konkurrenten Gillette für rund 57 Milliarden Dollar. Das fusionierte Unternehmen mit einer Produktpalette von Pampers-Windeln bis zu Duracell-Batterien käme auf einen Jahresumsatz von mehr als 60 Milliarden Dollar. Analysten sprachen von einem Traumgeschäft.

HB NEW YORK. Die Führungsgremien beider Firmen hätten der Übernahme per Aktientausch einmütig zugestimmt, teilte P&G am Freitag mit. Der Konzern zahlt einen 18-prozentigen Aufschlag auf den Gillette-Kurs, plant im Zuge der Übernahme milliardenschwere Aktienrückkäufe und kündigte Kostensenkungen von bis zu 16 Mrd. Dollar an. Unter anderem sollen vier Prozent der rund 140 000 Mitarbeiter entlassen werden. Der Gillette-Aktienkurs sprang um mehr als zwölf Prozent in die Höhe, P&G-Titel verloren hingegen knapp drei Prozent. Weltweit löste die Ankündigung Übernahmespekulationen aus, was die Aktien europäischer Konkurrenten in die Höhe trieb.

Mit der Übernahme löst P&G, der 2003 den Darmstädter Haarpflege-Spezialisten Wella für knapp sechs Mrd. € gekauft hatte, das britisch-niederländische Unternehmen Unilever als größten Konsumgüterproduzenten ab. „Diese Fusion wird die größte Konsumgüter-Firma der Welt hervorbringen. Das ist ein Traum-Deal“, sagte Milliardär Warren Buffett, der neun Prozent an Gillette hält. Er kündigte an, seinen Anteil an dem fusionierten Unternehmen um sieben Prozent aufstocken und damit rund 350 Mill. Dollar investieren zu wollen. „Als Buffett seine Zustimmung signalisierte, war der Deal praktisch abgesegnet“, sagte Fred Burke, Präsident von Johnston Lemon Asset Management in Washington. „Dies ist ein Traumgeschäft.“

Die für die Kartellaufsicht zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes deutete an, die Fusion werde wohl von der EU untersucht. Bislang ist nach Angaben der EU-Kommission aber noch kein offizieller Bescheid über den Zusammenschluss eingegangen. Auch die US-Kartellbehörden müssen noch zustimmen. P&G rechnet damit, nur wenige Geschäftsbereiche verkaufen zu müssen, da die Überlappungen der beiden Unternehmen gering seien.

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