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13.01.2005

16:25 Uhr

Weiterer Stellenabbau droht dennoch

Hoffnungsschimmer in der Baubranche

Nach mehreren harten Jahren blickt die deutsche Baubranche wieder etwas hoffnungsvoller in die Zukunft. „Wir gehen vom Sturzflug der vergangenen Jahre in den Gleitflug über“, sagte Geschäftsführer Karl Robl von der Bundesvereinigung Bauwirtschaft am Donnerstag in München.

HB MÜNCHEN. Der Rückgang am Bau halte zwar noch an, flache aber zunehmend ab. Im vergangenen Jahr seien die Bauinvestitionen in Deutschland um 1,5 % auf 207 Mrd. € zurückgegangen, erklärte Robl im Vorfeld der internationalen Messe „Bau 2005“ (17. bis 22. Januar).

Die Investitionen im Wirtschaftsbau seien 2004 um 4 % auf auf 58,6 Mrd. € und die im öffentlichen Bau um 5 % auf 26,7 Mrd. € zurückgegangen. Die Investitionen in den Wohnungsbau dagegen seien um etwa 0,5 % auf 121,7 Mrd. € leicht angestiegen. Es handele sich um vorläufige Zahlen, betonte Robl. Nach Branchenschätzungen werde sich 2005 der Rückgang der Bauinvestitionen auf etwa ein Prozent weiter abschwächen. „Für das kommende Jahr gibt es die leise Hoffnung eines leichten Steigfluges am Bau“, sagte Robl. 2006 könnte es bei einer weiteren Konjunkturbelebung zu einer Stabilisierung der Bauinvestitionen kommen.

Der Stellenabbau aber werde vorerst noch anhalten. Die Zahl der Beschäftigten im Baugewerbe ging 2004 um 62 000 oder 2,7 % auf rund 2,25 Mill. Arbeitnehmer zurück. Im Bauhauptgewerbe sank die Zahl der Beschäftigten im Jahresdurchschnitt den vorläufigen Zahlen zufolge um 44 000 oder 5,4 % auf rund 770 000. Allein im Bauhauptgewerbe müsse im laufenden Jahr mit dem Abbau von weiteren 25 000 Stellen gerechnet werden.

Die Baubranche erwarte sich von der Energiesanierung bestehender Gebäude in den kommenden Jahren einen erheblichen Wachstumsmarkt, erklärte Robl. Ute Czylwik von der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Berlin sagte, dass der Energiepass, der ab 2006 nach den EU- Vorgaben auch für Altbauten ausgestellt werden müsse, zu einem Modernisierungsschub führen werde. Der Nachweis des Energieverbrauchs bringe mehr Markttransparenz für Mieter und Immobilienkäufer.

Zur „Bau 2005 - 16. Internationale Fachmesse für Baustoffe, Bausysteme, Bauerneuerung“ werden mindestens 180 000 Besucher erwartet, sagte der Geschäftsführer der Messe München GmbH, Norbert Bargmann. Die 1913 Aussteller bedeuteten 113 oder sieben Prozent mehr als bei der vorangegangenen Messe vor zwei Jahren. Ein Schwerpunktthema ist nachhaltiges Bauen und Energie-Einsparung.

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