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30.04.2012

12:01 Uhr

Weltgrößte Brauerei

Anheuser-Busch legt deutlich zu

In Schwellenländern, aber auch in den USA trinken die Menschen mehr Bier von Anheuser-Busch Inbev. Veränderungen der Logistik dürften im nächsten Quartal aber für Probleme sorgen.

Budweiser-Bier: In den USA stieg der Absatz um 1,3 Prozent. ap

Budweiser-Bier: In den USA stieg der Absatz um 1,3 Prozent.

LeuvenDer weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev hat im abgelaufenen Quartal in den USA erstmals seit drei Jahren seinen Bierabsatz gesteigert. Nicht zuletzt deshalb kletterte der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) im ersten Quartal um 7,4 Prozent auf 3,55 Milliarden Dollar, teilte der Konzern am Montag mit. Analysten hatten im Schnitt mit 3,58 Milliarden Dollar gerechnet.

Der milde Winter, ein zusätzlicher Auslieferungstag und gute Verkäufe vor einem frühen Osterfest halfen dabei, den Absatz von Bier und anderen Getränken in den USA um ein Prozent zu steigern. Auch die gesunkene Arbeitslosigkeit und das verbesserte Verbrauchervertrauen sorgten nach Angaben von Anheuser für Rückenwind. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen aufgrund einer Umstellung des Liefersystems einen etwas schwächeren Absatz.

Die größten Bierbrauer weltweit

Platz 10

BGI / Groupe Castel (Frankreich)

Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß (Mio. hl): 29,8

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2015

Platz 9

Kirin (Japan)

Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß (Mio. hl): 43,1

Platz 8

Beijing Yanjing Beer Company (China)

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß (Mio. hl): 48,3

Platz 7

Molson-Coors (USA/Kanada)

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß (Mio. hl): 58,1

Platz 6

Tsingtao Brewery (China)

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß (Mio. hl): 70,5

Platz 5

China Resource Brewery (China)

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß (Mio. hl): 117,4

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß (Mio. hl): 120,3

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Ausstoß (Mio. hl): 188,3

Platz 2

SAB Miller (Vereinigtes Königreich)

Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Ausstoß (Mio. hl): 191,3

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev NV/ SA (Belgien)

Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Ausstoß (Mio. Hektoliter): 409,9

Optimistisch äußerte sich Anheuser über die Wachstumschancen in Brasilien, dem zweitwichtigsten Markt für den Konzern hinter den USA. Der Bierabsatz dort wuchts um vier Prozent. Eine Erhöhung des Mindestlohns um 7,5 Prozent lässt den Brauer auf mehr Bierverkäufe hoffen.

Im zweiten Quartal rechnet der Bierbrauer in den USA jedoch mit Belastungen aus der Umstellung der Logistik, die den operativen Gewinn drücken dürften. Weltweit stieg der Umsatz in den ersten drei Monaten um 6,2 Prozent auf 9,33 Milliarden Dollar.

Anheuser-Busch InBev kontrolliert fast 50 Prozent des amerikanischen und fast 70 Prozent des brasilianischen Marktes. Zu den bekanntesten Marken gehören Budweiser, Stella Artois und Beck's.

Seit geraumer Zeit bauen die großen Brauereikonzerne ihre Präsenz in Schwellenländern aus, weil der Bierkonsum in den Industriestaaten rückläufig ist. Erst vor zwei Wochen hatte AB Inbev angekündigt, die Kontrolle am dominikanischen Brauer CND für rund 1,2 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Selbst im hart umkämpften US-amerikanischen Markt setzte der Brauereikonzern ein Prozent mehr Bier wie etwa die Hausmarke Budweiser ab.

In Europa ging der Bierabsatz hingegen einmal mehr deutlich zurück - außer in Deutschland. Rund fünf Prozent verkaufte das Unternehmen in Westeuropa weniger, in Zentral- und Osteuropa sogar rund zehn Prozent. In Deutschland hingegen tranken die Kunden mit 0,4 Prozent etwas mehr von den Eigenmarken wie etwa Beck's, Hasseröder und Franziskaner. Weltweit verzeichnete die Marke Beck's aber einen Absatzrückgang um 4 Prozent, laut Konzern vor allem wegen Rückgängen in den USA und Großbritannien.

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