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29.06.2012

13:45 Uhr

Weltgrößte Brauerei

Anheuser-Busch übernimmt Corona-Produzent

Der weltgrößte Brauereikonzern AB Inbev bietet 20 Milliarden Dollar für die restlichen Anteile an Modelo. Damit gelangt die weltweit bekannte mexikanische Biermarke Corona unter die Fittiche des Getränkegiganten.

Der weltgrößte Bierproduzent Anheuser-Busch Inbev greift sich Modelo, den Hersteller von Corona. Bloomberg News

Der weltgrößte Bierproduzent Anheuser-Busch Inbev greift sich Modelo, den Hersteller von Corona.

LeuvenDer weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev verleibt sich den mexikanischen Corona-Hersteller Grupo Modelo vollständig ein. Für 20,1 Milliarden Dollar übernimmt AB InBev die ihm noch fehlenden Anteile an Modelo, wie die Belgier am Freitag mitteilten. Darauf habe man sich mit der Familie Fernandez geeinigt, die hinter dem Traditionskonzern Modelo steht. Durch das Geschäft sichere sich InBev die Führungsposition auf Coronas wachsendem Heimatmarkt. Das weltweit meistverkaufte mexikanische Bier ist auch auf lukrativen Importmärkten wie den USA stark vertreten. Unter dem Dach des Biergiganten InBev stehen Weltmarken wie Budweiser und Stella Artois sowie in Deutschland Beck's und Franziskaner.

Das Komplettübernahme folgt auf eine Reihe von Geschäften, mit denen die großen Bierbrauer ihr Wachstum in Schwellenländern vorantreiben wollen. Der 1925 gegründete Corona-Konzern Modelo dominiert mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent den mexikanischen Markt, auf dem sich sonst praktisch nur noch der niederländische Rivale Heineken mit seinem "Cerveza" tummelt. Mexiko steht auf der Rangliste der profitablen Biermärkte an vierter Stelle. Der Markt wächst um rund drei Prozent. InBev verspricht sich von dem Geschäft zudem Kosteneinsparungen von mindestens 600 Millionen Dollar pro Jahr.

Das oft mit einer Limette im Flaschenhals servierte Corona ist das größte Importbier in den USA.

Die größten Brauereien der Welt

Platz 10

Kirin (Japan)

Die japanische Kirin-Gruppe liegt im weltweiten Vergleich mit einem Marktanteil von 1,6 Prozent auf Platz 10. Im Jahr 2010 setzte Kirin weltweit 30,3 Millionen Hektoliter Bier ab. In den USA werden die Kirin-Produkte vom Branchenriesen Anheuser-Busch vertrieben.

Platz 7

Grupo Modelo (Mexiko)

Aushängeschild der Mexikaner ist Corona, die führende Marke in Mexiko und das weltweit beliebteste mexikanische Bier. Grupo Modelo steht in der Branchenübersicht für 2010 auf Platz 7. Laut Barth-Haas Group hatten die Mexikaner 51,9 Millionen Hektoliter Bier verkauft - 2,8 Prozent Marktanteil.

Platz 8

Yanjing (China)

Der Bierdurst der Chinesen wächst, und damit auch der Marktanteil der chinesischen Brauereien. Yanjing erreicht mit 50,3 Millionen Hektolitern (entspricht einem Marktanteil von 2,7 Prozent) Rang 8. Asien gilt als Wachstumsmarkt, auch für die Brauer. Deutsche Unternehmen sind hier kaum präsent.

Platz 9

Molson-Coors (USA/Kanada)

Mit 48,7 Millionen Hektolitern und einem Marktanteil von 2,6 Prozent erreicht Molson-Coors gerade sie Top Ten. Das US-amerikanische und kanadische Unternehmen fiel im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze zurück.

Platz 6

Tsingtao (China)

Die zweite chinesische Brauerei in den Top Ten produziert 64 Millionen Hektoliter im Jahr. Der Erfolg auf dem riesigen Heimatmarkt brachte der chinesischen Brauerei einen weltweiten Marktanteil von 3,5 Prozent ein, das reicht für Platz sechs.

Platz 5

China Resources Breweries (China/Großbritannien)

Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“. Weltweit verkaufte das Unternehmen 93,3 Millionen Hektoliter Bier. Das ergibt einen Marktanteil von 5,1 Prozent und Platz 5.

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Der dänische Brauereikonzern erreichte 2010 einen weltweiten Marktanteil von 6,2 Prozent - Platz vier. Dazu war ein Ausstoß von 114 Millionen Hektolitern nötig. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Auch wenn es sich mancher deutsche Biertrinker schwer vorstellen mag: Die Welt trinkt Heineken. Der niederländische Bierbrauer erreichte 2010 mit einem Ausstoß von 145,9 Millionen Hektolitern einen Marktanteil von 7,9 Prozent und ist damit die weltweit drittgrößte Brauerei. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Platz 2

SAB-Miller (USA/Großbritannien)

„Miller“ belegte 2010 mit einem Ausstoß von 172,3 Millionen Hektolitern den zweiten Platz. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern aus Großbritannien und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev (Belgien/USA/Brasilien)

Der mit Abstand größte Brauer der Welt ist Anheuser-Busch Inbev. Die Belgier kontrollierten 2010 nach Angaben des Hopfenhändlers Barth-Haas Group 19,4 Prozent des Weltmarkts und produzierten die unvorstellbare Summe von 358,7 Millionen Hektoliter Bier. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Der bisherige Anteil von 50,5 Prozent an Modelo fiel AB InBev vor vier Jahren zu, als InBev Anheuser-Busch übernahm. Seitdem hat sich der Großkonzern um die restlichen Anteile bemüht, doch die Fernandez-Familie rief ein Schiedsgericht an. Die nun getroffene Einigung sieht auch vor, dass zwei Modelo-Direktoren für 1,5 Milliarden Dollar AB-InBev-Aktien kaufen und in das Direktorium des größeren Konzerns einziehen.

In der Brauereibranche dreht sich das Übernahmekarussell seit Monaten rasant: So kaufte die weltweite Nummer zwei, SABMiller, für knapp 12 Milliarden Dollar Fosters. AB InBev selbst schluckte jüngst für mehr als 1,2 Milliarden einen Bierkonzern in der Dominikanischen Republik. Analysten könnte der Branchenprimus auf seinem Expansionskurs nun auch noch Geschmack an SABMiller oder an PepsiCo finden.

AB InBev erklärte, für das reine Bargeschäft mit Modelo eine neue Kreditlinie von 14 Milliarden Dollar anzuzapfen. Anleger stolperten über den Preis von 20 Milliarden Euro. Die AB InBev-Aktie notierte 0,4 Prozent höher, während der europäische Index für Lebensmittel- und Getränke-Titel ein Prozent zulegte.

Von

rtr

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