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29.07.2014

13:51 Uhr

Weltgrößtes Flugzeug

Airbus verliert Milliarden-Auftrag für A380 in Japan

Airbus springt sein einziger japanischer Kunde für den Superjumbo A380 ab: Skymark Airlines kann die sechs Maschinen nicht mehr finanzieren. Offenbar sind noch weitere Bestellungen für das weltgrößte Flugzeug unsicher.

Airbus will das weltgrößte Flugzeug, den Superjumbo A380, bauen, doch offenbar sind die Maschinen zu teuer. dpa

Airbus will das weltgrößte Flugzeug, den Superjumbo A380, bauen, doch offenbar sind die Maschinen zu teuer.

Paris/Toulouse/TokioAirbus verzichtet von sich aus auf sechs Bestellungen für seinen Riesenflieger A380. Die Order der japanischen Airline Skymark sei storniert worden, teilte der Flugzeugbauer am Dienstag mit. Hintergrund sind Finanzierungsschwierigkeiten der Asiaten, unterschiedliche Preisvorstellungen sind offenbar nicht zu überwinden gewesen. Skymark räumte selbst ein, die Finanzierung für den milliardenschweren Auftrag nicht stemmen zu können. Airbus sei nicht zu Nachverhandlungen bereitgewesen, erklärte das Unternehmen in Tokio. Mit dem geplatzten Geschäft verliert Airbus seinen einzigen japanischen Kunden für den Superjumbo. Zudem droht Streit über Stornokosten.

Für Airbus kommen die Probleme recht plötzlich. Von den sechs bestellten Jets waren zwei bereits fertig montiert, als Skymark Schwierigkeiten mit den Anzahlungen bekam. An einem Flugzeug sind bereits die Rolls-Royce -Triebwerke installiert. Die Auslieferung war für Ende des Jahres vorgesehen. Airbus kündigte an, sich rechtliche Schritte vorzubehalten. Rolls Royce erklärte, der Ausfall führe zu einem Loch von umgerechnet rund 444 Millionen Euro (351 Millionen Pfund) im Auftragsbuch.

Skymark betonte noch vor der Airbus-Mitteilung vor Journalisten in Tokio, Airbus sei nicht zu einer Änderung des Kaufvertrags von 2011 bereit gewesen. So hätten die Europäer eine Reduzierung der Stückzahl oder einen Wechsel auf kleinere Maschinen abgelehnt. Skymark-Chef und Hauptinvestor Shinichi Nishikubo zeigte sich irritiert über die Form der Stornierung, die Airbus am Sonntag in einem Fax übermittelt habe.

"Wir hatten nicht einmal die Gelegenheit, uns zu einem richtigen Gespräch zusammenzusetzen", sagte Nishikubo. Er wolle nun mit Airbus über Stornogebühren verhandeln. Zugleich stelle er sich darauf ein, die in Raten geleisteten Anzahlungen von umgerechnet rund 190 Millionen Euro nicht zurückzubekommen. Skymark war jüngst in die Verlustzone gerutscht.

Branchen-Insidern zufolge hängen noch weitere Bestellungen für das weltgrößte Flugzeug in der Schwebe. Größter Abnehmer des A380 ist die arabische Airline Emirates. In Japan hat Airbus generell Schwierigkeiten, Fuß zu fassen. Der Markt wird dort zu 80 Prozent vom US-Rivalen Boeing dominiert, der bei der Fertigung mit japanischen Konzernen zusammenarbeitet.

Von

rtr

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