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25.07.2013

15:47 Uhr

Weltmarktführer

Sinkende Düngemittelpreise setzen Potash zu

Gewinnprognose adè! Nach einem unerwartet deutlichen Umsatzeinbruch scheinen die von Analysten erwarteten Zahlen zum Jahresende in weite Ferne gerückt zu sein. Doch damit sind die Kanadier nicht allein.

Die Potash-Konzernzentrale in Saskatoon, Kanada: Der bröckelnde Umsatz macht die Jahresprognose unhaltbar. Reuters

Die Potash-Konzernzentrale in Saskatoon, Kanada: Der bröckelnde Umsatz macht die Jahresprognose unhaltbar.

WinnipegSinkende Preise für Düngemittel machen dem weltgrößten Hersteller Potash zu schaffen. Der kanadische Rivale des deutschen Branchenprimus K+S kappte nach einem überraschend deutlichen Umsatzrückgang im zweiten Quartal von elf Prozent auf 2,14 Milliarden Dollar am Donnerstag seine Jahresprognose.

Der Nettogewinn stieg zwar auf 643 Millionen Dollar von 522 Millionen Dollar vor einem Jahr, als eine große Abschreibung die Bilanz belastete. Er fiel aber geringer aus als von Analysten erwartet. Die Potash-Aktie reagierte vorbörslich mit einem Abschlag von rund vier Prozent und zog damit auch das K+S-Papier mehr als drei Prozent in die Tiefe.

Chemieindustrie in Deutschland

Überraschend guter Jahresschluss

Das Schlussquartal 2012 ist für die deutsche Chemieindustrie überraschend gut ausgefallen. Produktion, Preise wie auch Branchenumsatz haben gegenüber dem Vorquartal zugelegt. Im Gesamtjahr war die Produktion allerdings rückläufig (-3,1 Prozent), damit verpasste die drittgrößte Industriebranche Deutschlands den zunächst erwarteten Rekordumsatz von 186,6 Milliarden Euro (+1,3 Prozent). Die Beschäftigtenzahl stieg um 2 Prozent auf 437 000.

Optimistischer Ausblick

Der Branchenverband VCI erwartet 2013 ein Umsatzplus von etwa 2 Prozent auf 190 Milliarden Euro. Die Produktion werde um 1,5 Prozent steigen, die Preise würden um 0,5 Prozent anziehen. Der VCI geht davon aus, dass sich „die Auftriebskräfte weiter durchsetzen“. Vor allem werde eine große Nachfrage außerhalb Europas erwartet, aber auch das Inlandsgeschäft stimme bislang zuversichtlich.

Sorgenvoller Blick nach Brüssel

Mit Sorgen blickt die Chemiebranche nach Brüssel, wo die EU-Kommission die deutschen Strompreisbefreiungen für die Großindustrie unter die Lupe nehmen will. Obwohl nur 60 der über 1600 Chemieunternehmen von den EEG-Entgelten befreit seien, drohten empfindliche Mehrbelastungen und Verzerrungen im internationalen Wettbewerb, warnt der VCI. Die Belastungen der Chemie-Industrie würden von jetzt 800 Millionen Euro auf rund 2,1 Milliarden Euro steigen. Derzeit könne man die Entwicklung nur abwarten.

Zukunft Spezialchemie

Die Zukunft der Chemieindustrie in Deutschland sieht der VCI in einer weiteren forschungsintensiven Spezialisierung. Laut einer Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag des VCI wird der Anteil der Spezialchemie bis ins Jahr 2030 von jetzt 43,3 auf 46,6 Prozent der Produktion ansteigen. Dafür sei eine jährliche Aufstockung des Forschungsbudgets um vier Prozent notwendig. Deutschland werde zwar nicht mit dem globalen Chemiewachstum mithalten können, aber weiterhin ein wichtiger Anbieter nach China, USA, Japan und Indien bleiben.

Den Produzenten ist es bislang nicht gelungen, den Preisrückgang für Kali- und Phosphatdünger zu stoppen. Der wichtigste Abnehmer Indien fragt nicht mehr so viel nach, weil die Landeswährung Rupie schwächelt und Fördermittel der Regierung gesenkt wurden.

Der Rückgang der Kali- oder Pottasche-Preise hat zudem zahlreiche große Firmen wie den brasilianischen Vale -Konzern oder den US-Rivalen Mosaic veranlasst, Pläne für den Bau oder die Erweiterung von Bergwerken zurückzustellen. Potash kündigte an, zwei seiner Förderstätten würden den Rest des Jahres mit verminderter Kapazität betrieben. K+S hängt kaum von den großen Abnehmerländern China und Indien ab.

Von

rtr

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