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16.10.2013

18:59 Uhr

Weltraumerforschung

Europa lässt EADS-Tochter Raketen entwickeln

Europa will sich mit viel Geld einen eigenen Zugang zum All erhalten. Wie der genau aussehen soll, ist allerdings noch nicht entschieden. Vorerst investiert die Weltraumbehörde Esa in zwei Projekte.

Ein Fluggerätetechniker arbeitet in Bremen bei EADS Astrium an einem Bauteil für den Raumtransporter ATV 2: „Das ist eine wahnsinnige Herausforderung.“ dapd

Ein Fluggerätetechniker arbeitet in Bremen bei EADS Astrium an einem Bauteil für den Raumtransporter ATV 2: „Das ist eine wahnsinnige Herausforderung.“

ParisDie EADS-Tochter Astrium hat von der europäischen Weltraumorganisation Esa weitere Großaufträge für die Entwicklung der Trägerraketen Ariane 6 und Ariane 5 ME erhalten. In drei Verträgen mit einem Gesamtvolumen von 414 Millionen Euro wurde festgelegt, wie die Arbeiten an den beiden Projekten fortgesetzt werden sollen. Der größte Auftrag über 278 Millionen Euro sehe vor, Elemente zu entwickeln, die für beide Raketen genutzt werden können, teilte Astrium am Mittwoch mit.

Die Ariane 6 soll Europas Arbeitspferd für den Zugang zum Weltraum im nächsten Jahrzehnt und darüber hinaus werden. Dabei ist eine Beförderungsleistung von 3 bis 6,5 Tonnen geplant, um sowohl staatlichen als auch kommerziellen Anforderungen zu genügen. Ob die Rakete wirklich gebaut wird, ist allerdings noch nicht entschieden. Deutschland würde als einer der Hauptgeldgeber der Esa lieber erst einmal nur die Ariane 5 weiterentwickeln (Ariane 5 ME), während Frankreich auf den Bau der Ariane 6 drängt. Die Ariane 6 soll eine Unterstufenkombination aus vier Triebwerken mit jeweils rund 135 Tonnen Festtreibstoff erhalten, die vor allem in Frankreich gebaut werden würden.

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Ein endgültiger Beschluss über das weitere Vorgehen soll während der Esa-Ministerratssitzung im kommenden Jahr gefasst werden. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa bezeichnete Astrium-Vorstand Evert Dudok den Bau der Ariane 5 ME allerdings als „definitiv entschieden“. Die modernisierte Version soll 20 Prozent mehr Leistung bieten und die Kosten pro Kilogramm Nutzlast im Vergleich zur aktuellen Trägerrakete um 20 Prozent reduzieren. Sie könnte 2017 zum ersten Mal abheben.

Für die Ariane 6 ist nach Angaben von Astrium ein Erstflug im Zeitraum zwischen 2020 und 2022 realistisch. Sie soll deutlich günstiger angeboten werden können als die Ariane 5. „Unser Zielpreis liegt bei etwa 70 Millionen Euro“, sagte Dudok. Ein Ariane-5-Start koste circa das Doppelte. „Das ist eine wahnsinnige Herausforderung.“

Von

dpa

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