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11.10.2012

09:48 Uhr

Weltstahlverband

Stahlkocher korrigieren Prognose nach unten

Der weltweite Stahlverbrauch wächst zwar weiter, auch für das kommende Jahr sieht der Weltstahlverband noch ein gutes Absatzplus. Es hätte aber größer ausfallen können. Besonders schlecht ist der Ausblick für Europa.

Im kommenden Jahr rechnet der Weltstahlverband nur noch mit einem Wachstum von 3,2 Prozent. dpa

Im kommenden Jahr rechnet der Weltstahlverband nur noch mit einem Wachstum von 3,2 Prozent.

Neu DelhiDer Weltstahlverband hat angesichts der Unsicherheiten wegen der Eurokrise und dem sich abschwächenden Wachstum in China seine Prognosen nach unten korrigiert. Im April rechnete der Verband noch mit einem Wachstum des weltweiten Stahlverbrauchs von 3,6 Prozent für dieses Jahr, nun geht er von 2,1 Prozent aus.

2013 werde der Verbrauch um 3,2 Prozent (statt 4,5 Prozent) auf 1,455 Milliarden Tonnen ansteigen, sagte Hans Jürgen Kerkhoff, Chef der Wirtschaftsvereinigung Stahl, am Donnerstag auf der Jahrestagung des Verbandes in Neu Delhi. Sowohl in den Schwellen- als auch den Industrieländern habe sich die Dynamik verlangsamt.

Dennoch betonte der neue Vorsitzende des Weltstahlverbandes, Alexej Mordaschow, dass die Bedeutung der BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika in der Stahlindustrie weiter zunehmen werde. Mordaschow forderte trotz der Schwierigkeiten der Branche durch die schwache Konjunktur in Europa und den USA mehr Ruhe von den Stahlbetrieben. „Wir haben viel Erfahrung bei der Lösung von Problemen.“

Besonders negativ sei der Ausblick für die europäischen Staaten, auf deren Stahlwirtschaft die Eurokrise laut Kerkhoff „schwer liegt“. Für die 27 EU-Mitglieder wird mit einem Rückgang des Stahlverbrauchs von 5,6 Prozent gerechnet. Vor einem halben Jahr war nur ein leichtes Minus von 1,2 Prozent prognostiziert worden. Schwer wiegen hierbei Spanien und Italien, deren Verbrauch um 11,9 Prozent beziehungsweise 12,6 Prozent sinken könnte. „Das widerstandsfähigste Land, Deutschland, wird ebenfalls eine Abnahme von 4,7 Prozent in 2012 erleben“, sagte Kerkhoff. 2013 sei aber eine langsame Besserung in Sicht.

Wird dem Weltstahlverband nun für ein Jahr vorsitzen: Alexej Mordaschow. dpa

Wird dem Weltstahlverband nun für ein Jahr vorsitzen: Alexej Mordaschow.

Der 47-jährige Generaldirektor des russischen Stahlkonzerns Severstal steht ab Freitag dem Verband von ungefähr 170 Stahlproduzenten vor, darunter 17 der 20 weltgrößten Unternehmen. Seine Stellvertreter sind nach Verbandsangaben der vorherige Vorsitzende Xiaogang Zhang, Präsident des chinesischen Konzerns Anshan, und Chung Joon Yang, Chef des koreanischen Unternehmens Posco. John Surma vom Internationalen Eisen- und Stahlinstitut wurde zum Schatzmeister ernannt.

Der Weltstahlverband repräsentiert nach eigenen Angaben rund 85 Prozent der weltweiten Stahlproduktion.

Von

dpa

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