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25.01.2012

16:46 Uhr

Weltwirtschaftsforum

Vergesst Europa, die Welt ist groß

Demonstrativ widersetzen sich die Unternehmensvertreter beim Weltwirtschaftsforum in Davos dem Pessimismus vieler Politiker und Ökonomen. Zwar gehe es Europa schlecht, aber dafür prosperierten andere Regionen.

Renault-Chef Carlos Ghosn glaubt nicht, dass ein Rückgang der Wirtschaftsleistung sich allzu stark auf sein Geschäft auswirken wird. AFP

Renault-Chef Carlos Ghosn glaubt nicht, dass ein Rückgang der Wirtschaftsleistung sich allzu stark auf sein Geschäft auswirken wird.

DavosWenn das Stimmungspendel beim Weltwirtschaftsforum allzu weit ausschlägt, trösten sich die Davos-Veteranen oft mit einer Erfahrung der letzten 20 Jahre: Meist entwickelt sich die Wirklichkeit ganz anders, als es die in den Schweizer Bergen versammelte Führungselite prophezeit. In diesem Jahr bilden die Unternehmer und Manager den Gegenpart zum allgemeinen Pessimismus vieler Politiker und Ökonomen.

„Wir kommen an einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in Europa nicht vorbei“, sagte Renault-Chef Carlos Ghosn, „doch die Auswirkungen auf unser Geschäft und andere Regionen werden sehr begrenzt bleiben.“ So wie der Auto-Manager denken viele seiner Kollegen. „Unternehmen und Politik leben in zwei unterschiedlichen Welten“, meint ein Technologie-Unternehmer aus den USA. Ein Grund für diese Dichotomie ist, dass die Wirtschaftswelt gespalten ist.

Während Europa die Sicherheitsgurte für einen Abschwung anlegt, herrscht in Asien weiterhin ein solider Optimismus. „Wir rechnen im asiatisch-pazifischen Raum auch in den kommenden Jahren mit Wachstumsraten zwischen sieben und acht Prozent“, sagt zum Beispiel Mari Elka Pangestu, Wirtschafts- und Tourismusministerin aus Indonesien.

Ihre Hoffnungen setzt die asiatische Politikerin vor allem auf die stark wachsende Mittelklasse in vielen Schwellenländern. Sie soll sich in den nächsten zehn Jahren von 1,8 auf 4,9 Milliarden Menschen weltweit vergrößern. Zwei Drittel davon werden dann aus den sogenannten Emerging Markets kommen.

Auf diese Mittelklasse spekulieren auch Unternehmer wie Doug McMillon, Chef des US-Handelsgiganten Wal-Mart. „Viele Menschen werden in größere Wohnungen ziehen. Das schafft einen unglaublichen Nachfrageschub für alles, was damit verbunden ist“, glaubt der Amerikaner. Die unternehmerische Herausforderung besteht für McMillon darin, die Lieferkette von den Rohstoffen bis hin zur Verwertung des Wohlstandsmülls zu sorgen.

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Drei Viertel der deutschen Spitzenmanager reisen gute gestimmt in Davos an. Sie rechnen bis 2015 mit wachsenden Geschäften - und heben sich damit deutlich von ihren Kollegen im Rest des krisengeplagten Europas ab.

„Das ist unsere Verantwortung.“ Dafür ist er willens, auch Geld in die Hand zu nehmen. „Wir können uns nicht zum Erfolg sparen“, warnt der Wal-Mart-Chef, „wir müssen investieren.“ Angesichts der mehr als 200 Milliarden Dollar, die Unternehmen weltweit ungenutzt in ihrer Kasse halten, ist das vor allem ein Aufruf an die eigene Gilde.

Coca-Cola-Chef Muhtar Kent geht noch einen großen Schritt weiter. Er sieht gerade die internationalen Konzerne in der Pflicht, zusammen mit den Regierungen für den Zusammenhalt der Gesellschaft zu sorgen. „Ohne soziale Harmonie haben auch wir keinen Erfolg“, sagt der US-Manager. Beitragen könnten die Firmen dazu mit mehr Beschäftigung. „Wir werden in den kommenden Jahren 100.000 neue Jobs schaffen. Für jeden Arbeitsplatz bei Coca-Cola entstehen zehn weitere in den Zulieferindustrien.

Von

tor

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