Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.06.2011

15:21 Uhr

Wendelin Göbel

VW-Chef Winterkorn behält seinen General

VonMark Christian Schneider

VW-Chef Martin Winterkorn hat sich offenbar entschieden, seine rechte Hand nicht für größere Aufgaben ins VW-Reich zu entlassen. Kein Wunder: Göbel wäre schwer zu ersetzen gewesen.

VW-Chef Martin Winterkorn spricht im Volkswagen Werk im US-amerikanischen Chattanooga. Quelle: dpa

VW-Chef Martin Winterkorn spricht im Volkswagen Werk im US-amerikanischen Chattanooga.

HamburgVW-Konzernchef Martin Winterkorn jettet im Firmen-Airbus von Werk zu Werk um die Welt und kann sich in seinem Netz aus engen Vertrauten keine Lücke leisten. Ohne rechte Hand, die in Wolfsburg die Sitzungen von Vorstand und Aufsichtsrat ebenso koordiniert wie die Tagesarbeit und die Termine, könnte er das Tempo nicht durchhalten. Winterkorn hält deshalb an seinem Generalsekretär Wendelin Göbel fest, der seit Monaten immer wieder für Vorstandsposten im VW-Reich ins Gespräch gebracht wird.

Zuletzt hatten Medien berichtet, der im Konzern weithin geschätzte Göbel wechsele als neuer Einkaufsvorstand zu Volkswagens Premiumtochter Audi in Ingolstadt. Doch der Autokonzern dementiert die Personalspekulation jetzt ungewöhnlich hart. „Da ist nichts dran“, sagte ein VW-Sprecher dem Handelsblatt.

Winterkorn möchte offenbar nicht auf die in vier Jahren erprobten Dienste seines Generalsekretärs Göbels verzichten. Kaum jemand steckt derart tief in den Geheimnissen des Wolfsburger Hochhauses, dem Sitz der Konzernspitze am Mittellandkanal wie der 47-Jährige. Zehn Marken, 62 Standorte weltweit, insgesamt gut 430000 Mitarbeiter – Europas größter Autobauer ist ein Firmengigant, in dem sich nur zurecht findet, wer die richtige Drähte kennt.

Göbel ist exzellent verdrahtet im VW-Reich. Ob die Übernahme von MAN oder Porsche oder neue Werke in China – alle Schlüsselthemen sichtet der Bayer für den Vorstandschef. Der Generalsekretär ist bei Volkswagen weit mehr als ein Büroleiter, sondern auf der Ebene eines Generalbevollmächtigten angesiedelt –  unmittelbar unter dem Konzernvorstand, mit entsprechendem Salär.

Anlass für die Spekulation um Göbels Wechsel nach Ingolstadt ist eine weitere Personalie im expandierenden Einflussbereich von Volkswagen: In den Vorstand des LKW-Bauers MAN, für den Volkswagen ein Übernahmeangebot gemacht hat, soll Audis bisheriger Einkaufsvorstand Ulf Berkenhagen rücken. Laut „Financial Times Deutschland“ (Freitagsausgabe) sollte Göbel dann Berkenhagen ersetzen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×