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30.04.2014

13:28 Uhr

Weniger Aufträge

Maschinenbauer warten auf die Wende

Deutschlands Maschinenbau kommt nicht in Schwung: Zwar gibt die Branche die Hoffnung auf ein Rekordjahr noch nicht auf. Doch die Krise in der Ukraine bereitet der exportorientierten Industrie große Sorgen.

Deutschlands Maschinenbauer beklagen die sinkende Auftragslage. dpa

Deutschlands Maschinenbauer beklagen die sinkende Auftragslage.

FrankfurtDer Aufschwung im deutschen Maschinenbau lässt weiter auf sich warten. Im März gingen bei den Unternehmen der Schlüsselindustrie real sechs Prozent weniger Aufträge ein als vor einem Jahr, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Die Auftragslage sei damit nach wie vor unbefriedigend.

Zwar legten die Bestellungen aus dem Inland um 13 Prozent zu. „Das half immerhin, die kräftigen Einbußen des Vormonats zu kompensieren“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Gleichzeitig lag das Auslandsgeschäft jedoch um 13 Prozent unter Vorjahresniveau: „Es bleibt beim Befund eines nach wie vor überraschend schleppend verlaufenden Geschäfts mit den Auslandskunden.“

In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Januar bis März 2014 sank der Bestelleingang im Vorjahresvergleich um zwei Prozent. Die Inlandsaufträge lagen bei plus drei Prozent, die Auslandsaufträge bei minus vier Prozent.

Hoffnung mache, dass die Ausfuhren der mittelständisch geprägten Branche in den ersten beiden Monaten des Jahres nur noch knapp um 0,8 Prozent unter dem Vorjahr lagen, sagte Wiechers: „Erfreulich ist, dass die Lieferungen in wichtige EU-Partnerländer wieder expansiv sind.“ Insbesondere ein Plus bei den Exporten in die lange unter der Krise leidenden Länder Spanien und Portugal von 100 Millionen Euro stimme zuversichtlich. Auch die USA kauften wieder mehr deutsche Maschinen und Anlagen. Nach einer Pause im vergangenen Jahr liege das Ausfuhrplus dorthin in den ersten beiden Monaten 2014 bei sieben Prozent oder 140 Millionen Euro.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Etwas zurückhaltender beurteilen die Maschinenbauer die Entwicklung in China. „China liegt immerhin etwas über dem Vorjahr“, sagte Wiechers. Die Branche brauche aber Impulse aus dem Megamarkt: „China ist wichtig für die weltwirtschaftliche Erholung im laufenden Jahr.“

Auch die Entwicklung in der Ukraine bereitet der exportorientierten Industrie große Sorgen. „Russland ist ein wichtiger Handelspartner für uns, es ist der viertgrößte Exportmarkt mit einem Volumen von 7,8 Milliarden Euro“, betonte der Chefvolkswirt. Zudem strahle die Entwicklung auch auf das weltwirtschaftliche Klima aus. Ohnehin sei die Stimmung der Investoren nach Jahren der Unsicherheit sehr fragil: „Wir waren eigentlich froh, dass es jetzt mit der Weltwirtschaft aufwärtsgehen sollte. Insofern sind wir natürlich brennend daran interessiert, dass hier möglichst rasch eine dauerhafte verträgliche politische Lösung gefunden wird.“

Nach früheren Angaben erwartet der Branchenverband in diesem Jahr einen Zuwachs der Produktion von 3 Prozent. Damit würde die Industrie ein Rekordniveau erreichen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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30.04.2014, 14:01 Uhr

VDMA
Jammern auf höchsten Niveau.!

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