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27.04.2012

15:43 Uhr

Weniger Aufträge

Strabag stellt eigene Prognose in Frage

Strabag hatte ein operatives Ergebnis von 300 Millionen Euro vorausgesagt. Jetzt bezeichnet der Baukonzern diese Prognose als „mehr als ambitioniert“. Denn vor allem die öffentlichen Bauaufträge versiegen.

Ein Mitarbeiter des Baukonzerns Strabag: Prognose ist „mehr als ambitioniert“. dpa

Ein Mitarbeiter des Baukonzerns Strabag: Prognose ist „mehr als ambitioniert“.

WienDie Schuldenkrise in Europa beendet den jahrelangen Wachstumskurs des Baukonzerns Strabag. Weil alle Staaten in Europa sparen müssten, gebe es in einigen Ländern so gut wie keine öffentlichen Bauaufträge mehr, sagte Firmenchef Hans Peter Haselsteiner am Freitag. Die Prognose für ein operatives Ergebnis (Ebit) von mehr als 300 Millionen Euro im laufenden Jahr sei daher „mehr als ambitioniert“. Im vergangenen Jahr legte das Ebit das dritte Jahr in Folge zu - um zwölf Prozent auf knapp 335 Millionen Euro. 

Strabag ist vor allem in Deutschland und Österreich - aber auch in osteuropäischen Ländern wie Polen, Tschechien oder der Slowakei tätig. Knapp die Hälfte des Geschäfts macht der Konzern in dem von der Ausgabefreudigkeit der öffentlichen Hand abhängigen Verkehrswegebau. Jene Projekte, die doch noch vergeben würden, seien wegen des großen Konkurrenzkampfs mit anderen Baufirmen und den dadurch sinkenden Preisen oft nicht rentabel. „Es geht zu, als wäre (jeder Auftrag) die letzte Chance. Das wirkt sich dramatisch auf die Profitabilität aus. Wir haben ein Preisniveau, das nicht mehr erklärbar und nicht mehr lustig ist“, sagte Haselsteiner. Auch für das kommende Jahr erwartet der Manager, der selbst mit knapp 30 Prozent an Strabag beteiligt ist, noch keine Besserung. 

Der Konzern nehme daher neue Straßenbauaufträge nicht um jeden Preis an und kürze lieber seine Kapazitäten - um rund zehn Prozent im laufenden Jahr. Entsprechend ging der Auftragsbestand im Verkehrswegebau per Ende 2011 um knapp ein Fünftel zurück. 

Auch der Konkurrenz geht es nicht viel besser. Der französische Baukonzern Vinci warnt für das laufende Jahr wegen der unsicheren Wirtschaftsentwicklung in Europa vor einem Auftragsrückgang in einigen Märkten und Regionen. 

Mehr Freude bereitet Haselsteiner das vor allem in Deutschland boomende Hochbaugeschäft, in dem das Unternehmen auch auf viele Kunden aus der Privatwirtschaft zählt. In Ungarn, Tschechien und der Slowakei mache sich aber auch bei diesen eine Zurückhaltung breit. 

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