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16.04.2013

09:59 Uhr

Weniger Luxus-Parfüm

Aromahersteller Givaudan wächst langsamer

Der Schweizer Duftstoffhersteller Givaudan hat im ersten Quartal weniger umgesetzt als erwartet. Das Wachstum lag unter dem mittelfristigen Durchschnitt. Wachstumstreiber bleiben die Schwellenländer.

Givaudan-Zentrale in Vernier. Der Duftstoffhersteller muss Umsatzeinbußen einstecken. Reuters

Givaudan-Zentrale in Vernier. Der Duftstoffhersteller muss Umsatzeinbußen einstecken.

ZürichUmsatzrückgänge bei Luxus-Parfüm in Europa und Nordamerika haben das Wachstum des Schweizer Riechstoff- und Aromaherstellers Givaudan gebremst. Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal um 3,9 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken, wie der Rivale des deutschen Duft- und Aromenherstellers Symrise am Dienstag mitteilte. Analysten hatten 4,9 Prozent Wachstum gerechnet.

Die Wachstumstreiber bei dem Genfer Konzern kommen zunehmend aus den Schwellenländern. "Die Verkäufe in Lateinamerika entwickelten sich mit einem zweistelligen Wachstum über alle Kundengruppen hinweg robust", erklärte der Genfer Konzern zum Riechstoff-Geschäft. Auch bei den Aromen, die in Snacks, Getränken und Süßwaren Verwendung finden, hätten die Schwellenmärkte in China, Indien und Indonesien gute Ergebnisse erzielt. In Brasilien und Mexiko wuchs der Aromen-Verkauf zweistellig.

Chemieindustrie in Deutschland

Überraschend guter Jahresschluss

Das Schlussquartal 2012 ist für die deutsche Chemieindustrie überraschend gut ausgefallen. Produktion, Preise wie auch Branchenumsatz haben gegenüber dem Vorquartal zugelegt. Im Gesamtjahr war die Produktion allerdings rückläufig (-3,1 Prozent), damit verpasste die drittgrößte Industriebranche Deutschlands den zunächst erwarteten Rekordumsatz von 186,6 Milliarden Euro (+1,3 Prozent). Die Beschäftigtenzahl stieg um 2 Prozent auf 437 000.

Optimistischer Ausblick

Der Branchenverband VCI erwartet 2013 ein Umsatzplus von etwa 2 Prozent auf 190 Milliarden Euro. Die Produktion werde um 1,5 Prozent steigen, die Preise würden um 0,5 Prozent anziehen. Der VCI geht davon aus, dass sich „die Auftriebskräfte weiter durchsetzen“. Vor allem werde eine große Nachfrage außerhalb Europas erwartet, aber auch das Inlandsgeschäft stimme bislang zuversichtlich.

Sorgenvoller Blick nach Brüssel

Mit Sorgen blickt die Chemiebranche nach Brüssel, wo die EU-Kommission die deutschen Strompreisbefreiungen für die Großindustrie unter die Lupe nehmen will. Obwohl nur 60 der über 1600 Chemieunternehmen von den EEG-Entgelten befreit seien, drohten empfindliche Mehrbelastungen und Verzerrungen im internationalen Wettbewerb, warnt der VCI. Die Belastungen der Chemie-Industrie würden von jetzt 800 Millionen Euro auf rund 2,1 Milliarden Euro steigen. Derzeit könne man die Entwicklung nur abwarten.

Zukunft Spezialchemie

Die Zukunft der Chemieindustrie in Deutschland sieht der VCI in einer weiteren forschungsintensiven Spezialisierung. Laut einer Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag des VCI wird der Anteil der Spezialchemie bis ins Jahr 2030 von jetzt 43,3 auf 46,6 Prozent der Produktion ansteigen. Dafür sei eine jährliche Aufstockung des Forschungsbudgets um vier Prozent notwendig. Deutschland werde zwar nicht mit dem globalen Chemiewachstum mithalten können, aber weiterhin ein wichtiger Anbieter nach China, USA, Japan und Indien bleiben.

Mittelfristig rechnet Givaudan wie bisher mit einem jährlichen Wachstum von 4,5 bis 5,5 Prozent aus eigener Kraft. Bei einem auf zwei bis drei Prozent geschätzten Marktwachstum setzt das voraus, dass die Schweizer weiterhin Marktanteile hinzugewinnen. Aus eigener Kraft stärker als der Markt wachsen will auch Symrise. Der Konzern hat sich eine Umsatzzunahme von jährlich fünf bis sieben Prozent bis 2020 auf die Fahne geschrieben.

Die Givaudan-Aktie stieg dieses Jahr um fast 19 Prozent und entwickelte sich besser als der Schweizer Blue-Chip-Index, der knapp 14 Prozent zulegte. Auch in Zukunft will der Konzern die Aktionäre bei Laune halten. Mindestens 60 Prozent des freien Cash Flows, der bis 2015 14 - 16 Prozent des Umsatzes erreichen soll, soll an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Die Verschuldungsquote will Givaudan unter 25 Prozent halten.

Von

rtr

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