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23.01.2007

15:00 Uhr

Weniger Neueinstellungen 2007

Deutsche Pharmafirmen streichen Arbeitsplätze

VonAnna Sleegers

Die Zahl der Mitarbeiter in der deutschen Pharmaindustrie wird in diesem Jahr sinken. Zu diesem Schluss kommt Michael Klingler vom Wiesbadener Personalberater RSVP nach der Auswertung der jährlichen Umfrage unter zwölf führenden Unternehmen der Branche, die in der kommenden Woche publiziert wird.

FRANKFURT. „Sowohl im Außendienst als auch in Forschung und Verwaltung werden die Unternehmen in diesem Jahr weniger Mitarbeiter einstellen als im vergangenen Jahr“, sagte er dem Handelsblatt.

In der Studie, deren Ergebnisse RSVP in der kommenden Woche publizieren wird, gaben nur zwei der befragten Unternehmen – Merz und Abbott Pharma – an, mehr Neueinstellungen als im Vorjahr zu planen. „Unter dem Strich rechnen unsere Interviewpartner in diesem Jahr mit maximal 3 000 Neueinstellungen“, sagt Personalberater Klingler. Da die Fluktuation bei den meisten Unternehmen der Branche zwischen zwei und fünf Prozent liege, werde die Gesamtzahl der Beschäftigten am Jahresende niedriger liegen als heute. Im vergangenen Jahr waren laut Branchenverband VFA rund 113 000 Personen in der deutschen Pharmaindustrie beschäftigt.

Ein Teil des erwarteten Stellenabbaus ist auf die jüngsten Fusionen zurückzuführen. So haben das dänische Pharmaunternehmen Nycomed, das die Pharmasparte von Altana gekauft hat, die belgische UCB, die sich Schwarz Pharma einverleibte, und Bayer Schering angekündigt, über den Abbau von Arbeitsplätzen Synergien zu heben.

Das Ziel der Kostensenkung ist nach Einschätzung Klinglers aber nicht der einzige Grund dafür, dass Unternehmen bei der Personalplanung auf die Bremse treten. „Die Rahmenbedingungen der Branche haben sich verändert, so dass die Unternehmen künftig andere Mitarbeiter brauchen“, sagt er. So gewännen etwa für den Vertrieb Ansprechpartner bei Versicherungen und beim Institut für Qualitätssicherung im Gesundheitswesen (IQWIG) an Bedeutung. „Dafür brauchen die Konzerne weniger, aber höher qualifiziertes Personal“, sagt Klingler. Aber auch in Forschung und Entwicklung sei ein Trend zur Spezialisierung unverkennbar.

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