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28.01.2009

10:01 Uhr

Weniger Passagiere

Fraports Fluggäste bleiben lieber am Boden

In der Wirtschaftskrise bleiben die Flugzeuge leer. Das bekommt Deutschland größter Flughafen zu spüren - und das immer deutlicher. Fraport rechnet nämlich mit weiter sinken Passagierzahlen. Und: Das laufende Jahr wird schwierig bleiben.

Der Frankfurter Flughafen. Foto: dpa dpa

Der Frankfurter Flughafen. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet angesichts der Wirtschaftsflaute mit weiteren Passagierrückgängen. "2009 wird sich schwierig fortsetzen", sagte Vizechef Stefan Schulte in Frankfurt. "Der Januar wird mit Sicherheit schlechter als der Dezember", sagte Fraport-Vizechef Stefan Schulte am Dienstagabend. Das erste Jahresviertel werde sicherlich das schwierigste. Für das zweite Quartal erwartet Schulte eine Bodenbildung. Im zweiten Halbjahr dürfte es eine Trendwende geben, sagte er. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet er aber weiterhin mit weniger Passagieren als im Vorjahr.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Frankfurter Flughafen infolge der Krise 1,3 Prozent weniger Fluggäste abgefertigt als ein Jahr zuvor. Im Dezember hatte der Rückgang sogar 5,3 Prozent betragen. Dennoch hielt Schulte nun die Gewinnprognose für 2008 aufrecht. Demzufolge soll der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wachsen, der bereinigte Überschuss jedoch zurückgehen. Beim Umsatz wird, bereinigt um Sondereffekte, eine Steigerung erwartet.

Trotz der rückläufigen Passagierzahlen sieht sich Fraport mit dem Flughafenausbau auf dem richtigen Weg. Die vierte Bahn solle weiterhin zum Winterflugplan 2011 in Betrieb gehen, sagte Schulte, der als stellvertretender Vorstandschef auch für den Ausbau verantwortlich zeichnet. 2011 rechne er auch wieder mit Aufwärtstendenzen in der Luftfahrt. "Dann kommen wir gerade rechtzeitig mit den neuen Kapazitäten."

Fraport baut in Frankfurt eine neue Landebahn im Nordwesten des Flughafens. Der Verwaltungsgerichtshof Kassel hatte vor knapp zwei Wochen die letzten Eilanträge von Ausbaugegnern zurückgewiesen und damit den Weg zum sofortigen Baubeginn freigemacht. Außerdem soll im Südosten des Flughafens ein drittes Passagierterminal entstehen. Vier Milliarden Euro will Fraport nun in den Ausbau an seinem Heimatstandort investieren. Noch einmal drei Milliarden Euro sind für die Sanierung bestehender Anlagen verplant.

Weitere Erweiterungspläne habe Fraport nicht in der Schublade, sagte Schulte. "Wir haben mit dem derzeitigen Ausbau alle Hände voll zu tun." Die ersten 50 Hektar Wald für die neue Landebahn seien bereits gerodet. Bis Ende Februar will Fraport die Rodung von 145 Hektar Wald abschließen. Erste Baumaßnahmen sollen im Frühsommer beginnen.

Zu der geplanten Nachtflugregelung in Frankfurt will Fraport das gerichtliche Hauptsacheverfahren abwarten. Bei der Ablehnung der Eilanträge hatten die Kasseler Richter zu verstehen gegeben, dass sie die in der Ausbaugenehmigung erlaubten 150 Flüge in der gesamten Nacht für nicht vertretbar halten. Der Ausbau des Flughafens dürfte auch für die Fluggesellschaften nicht ohne höhere Kosten einhergehen.

Die Flughafenentgelte würden eher leicht steigen, sagte Schulte. Eine Erhöhung um einen zweistelligen Prozentsatz wie in London-Heathrow schwebe Fraport allerdings nicht vor.

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