Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.09.2012

06:59 Uhr

Weniger Verkäufe

VW fährt Planung für 2012 zurück

VonMark C. Schneider

ExklusivNun erwischt es auch Volkswagen: Wie das Handelsblatt erfahren hat, kürzt Europas größter Hersteller seine Jahresprognose um 300.000 Autos. Wesentlicher Grund ist die schwierige Situation in Europa.

Die VW-Produktion wird gedrosselt. dapd

Die VW-Produktion wird gedrosselt.

HamburgEuropas größter Autobauer Volkswagen reagiert auf die Abkühlung der Konjunktur und reduziert seine Erwartungen für das laufende Jahr. Intern kürzte Vertriebsvorstand Christian Klingler jetzt den Absatzplan um 300.000 Fahrzeuge, erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen.

Der überwiegende Teil der Streichungen entfällt auf Europa, wo Klingler 250.000 Fahrzeuge im Vergleich zum bisherigen Plan aus der Kalkulation nimmt. Entsprechend weniger Autos baut der Konzern in der Herbst- und Winterproduktion. Volkswagen widerspricht den Angaben nicht, will sie aber auch nicht bestätigen. „Zu Spekulationen äußern wir uns nicht“, sagte ein VW-Sprecher auf Anfrage.

Bisher konnte sich VW weitgehend von der Konjunktur abkoppeln. Der Konzern legt vor allem in China und den USA zu, während der weitgehend auf Europa begrenzte Autobauer Opel von September an in fast allen deutschen Werken Kurzarbeit angeordnet hat. Klingler nahm erst einmal eine Kürzung um drei Prozent vor, kurz nachdem VW den neuen Golf in Berlin vorgestellt hat, der im November startet.

Für das Gesamtjahr geht der Konzern jetzt nach Informationen des Handelsblatts intern nur noch von 9,4 Millionen verkauften Fahrzeugen aus – bisher waren es 9,7 Millionen. Darin ist der Absatz der jüngsten Tochter Porsche bereits enthalten. Das ist allerdings immer noch deutlich mehr als von Branchenbeobachtern erwartet, die mit wenig mehr als 9 Millionen verkauften Autos im laufenden Jahr gerechnet hatten.

Selbst bei den zurückgenommener Planung wächst VW weiter, nur langsamer als geplant. 2011 hatte VW knapp 8,4 Millionen Autos abgesetzt, ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zu 2010. Bis 2018 will der Autobauer den Absatz auf mindestens zehn Millionen Einheiten steigern.

VWs Erfolgswerk in Tennessee

Video: VWs Erfolgswerk in Tennessee

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Machiavelli

07.09.2012, 07:46 Uhr

Der Morgenthau-Plan oder warum Europa verblutet.
Die Euro- und EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse entworfen und durchgesetzt, führen zu eine Art Morgenthau-Plan für die Peripherieländer der Währungsunion.
Die wirtschaftlich schwache Euro-Länder werden, weil ihre Wirtschaft gegen die stärkere Wirtschaften nicht geschützt ist, immer schwächer. Dies führt dazu dass vielen jungen und gut ausgebildete Menschen aus diesen Länder keine andere Alternative bleibt als Europa den Rücken zu kehren und ihr Glück auf andere Kontinente zu suchen.
Diese Hämorrhagie ist nicht nur eine menschliche Tragödie aber auch wirtschaftlich nachteilig für Europa. Bedingt durch den permanenten deutschen Leistungsbilanzüberschuss, ist der Euro für die meisten andere Länder überbewertet und erschwert diesen Ländern Exporte und bremst Importe nicht ab. Folge: Wirtschaftlicher Niedergang. Der führt dann zu geringeren Staatseinnahmen, die wiederum zu einer höheren Verschuldung, die wiederum zu höheren Zinsen für das Land und seine Wirtschaft.
Niemand soll sagen, dass diese Dinge nicht absehbar gewesen seien - dass ist Ökonomie-Grundstudiums-Wissen.
Was Europa braucht sind Vertragsänderungen die zu einer Wirtschaftskonvergenz innerhalb der Währungsunion führen und zu einer horizontalen Arbeitsteilung, Vertragsänderungen die den natürlichen Standortsnachteile der Peripherieländer entgegen wirken.

el-tinto

07.09.2012, 08:01 Uhr

Top Kommentar. Past auch super zu Beitrag ...

Account gelöscht!

07.09.2012, 08:24 Uhr

Massenproduktion erfordert Massenkonsum.
Sind Autos absolut zu teuer? Keine Ahnung.
Sind Autos relativ zu den Arbeitnehmerlöhnen in Westeuropa zu teuer? Eindeutig.

Die Autos von VW sind gut. Sie machen nichts falsch.
Aber die Massenkaufkraft fehlt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×