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28.07.2015

18:52 Uhr

Werften in der Krise

Griechische Bootsbauer kämpfen ums Überleben

Die Rezession hat viele griechische Bootsbauer bereits stark gebeutelt. Jetzt wird es für die Werften noch schwerer. Denn die neuen Steuermaßnahmen der Regierung dürften so manchen Käufer abschrecken.

Eine „Luxussteuer“ auf griechische Boote bedroht auch die Existenz der mittelständischen Werften. dpa

Bootsbauer in Existenzangst

Eine „Luxussteuer“ auf griechische Boote bedroht auch die Existenz der mittelständischen Werften.

AthenVor acht Jahren, als sein Geschäft florierte, beschäftigte George Kranitis auf seiner Werft in der griechischen Hafenstadt Patras 35 Menschen. Rund 340 Boote verkaufte er im Zeitraum von 12 Monaten. Dann kam die Rezession, und Kranitis musste nach und nach fast alle Mitarbeiter entlassen. Jetzt kommt es noch einmal schwerer für ihn.

Als Voraussetzung für Verhandlungen über ein drittes Rettungspaket für das Land musste sich die griechische Regierung zu einer Reihe von wirtschaftlichen Reformen und Sparmaßnahmen verpflichten. Zu den Maßnahmen zählt eine Ausweitung der jährlichen Luxussteuer auf alle Boote zur Freizeitnutzung mit einer Länge von mehr als fünf Metern.

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Das heißt, es geht hier nicht nur um die Katamarane, die man gewöhnlich in den zahllosen Häfen am Mittelmeer sieht. Eine weitere Maßnahme ist die Anhebung dieser Steuer von zehn auf 13 Prozent.

Diese Kombination, so Kranitis, könnte das Ende für eine Industrie einläuten, die ohnehin schon stark gebeutelt ist. Die Zahl der Bootsregistrierungen ist bereits rapide geschrumpft, von 11.112 im Jahr 2007 auf gerade mal gut 2500 im vergangenen Jahr. „Wir werden zerstört“, sagt Kranitis, der die griechische Vereinigung der Bootsbauer leitet. „Ich kann nicht verstehen, was diese Leute in der Regierung denken.“

Griechenland ist mit seiner 17.250 Kilometer langen Küstenlinie, seinen vielen Inseln, traumhaften Buchten und Tavernen am Strand ein maritimes Juwel. Was mit der Bootsindustrie passiert, geht viele in diesem Staat etwas an. „Griechenland ist ein Segelparadies, ein Ort, in dem jeder gern ein kleines Boot besitzt“, sagt der Chef des griechischen Tourismusverbandes, George Vernicos, der selber ein Jacht-Unternehmen betreibt.

Die größten Reedereien der Welt

Platz 10

OOCL – 104 Schiffe

Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung unter dem Namen „Orient Overseas Line“ gegründet. Noch im selben Jahr begann Tung regelmäßiger Routen nach Nordamerika und Europa zu etablieren. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. 1969 wurde das Unternehmen zur „Orient Overseas Container Line“ und transportierte als erste asiatische Reederei regelmäßig Containerfracht über den Pazifik. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Quelle: Alphaliner, Stand 06. Januar 2016

Platz 9

CSCL - 124 Schiffe

Die China Shipping Container Lines (CSCL) gehören zu den jüngsten Reedereien der Containerschifffahrt und gehört zur China Shipping Group. Seit 1997 expandiert die chinesische Reederei massiv – und steuert alleine in China über 40 Häfen an.

Platz 8

Hamburg Süd – 134 Schiffe

Es ist ein Unternehmen mit Tradition: Hamburg Süd ging 1871 aus dem Zusammenschluss von elf Hamburger Handelsgesellschaften hervor. Heute gehört die Reederei zum Oetker-Konzern. Im März 2015 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI.

Platz 7

PIL – 147 Schiffe

Mit der Küstenschifffahrt und kleinen Liniendiensten von Singapur in die Häfen Südostasiens begann 1967 die Erfolgsgeschichte der Pacific International Lines. In den folgenden Jahrzehnten dehnte die Reederei ihr Containerliniennetz von Asien nach Europa und schließlich in die ganze Welt aus. Bis heute ist PIL ein Familienunternehmen.

Platz 6

Cosco - 169 Schiffe

Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut.

Platz 5

Hapag-Lloyd - 172 Schiffe

Hapag-Lloyd ging 1970 aus der Fusion von Hapag und Norddeutschem Lloyd hervor. 2014 übernahm der Konzern den chilenischen Konkurrenten CSAV, um im Wettbewerb der Großen mithalten zu können. Muttergesellschaft ist der Tui-Konzern.

Platz 4

Evergreen - 192 Schiffe

Anders als der Name vermuten lässt, kommt die Reederei Evergreen aus China, genauer: aus Taipeh. Zum Konzern gehören die Uniglory Marine aus Taiwan, die Evergreen Marine UK (vorher: Hatsu Marine) aus Großbritannien und die Lloyd Triestino (einst Österreichischer Lloyd, seit 2006 Italia Marittima). Darüber hinaus hält die Reederei Beteiligungen an der Fluggesellschaft Eva Air und an der Hotelkette Evergreen Laurel.

Platz 3

CMA CGM - 461 Schiffe

Aus Compagnie Générale Maritime (CGM) und der Compagnie Maritime d'Affrètement (CMA) entstand 1999 die größte Reederei Frankreichs, die auch weltweit in der Top drei landet. Mit der CMA CGM Marco Polo betreibt das Unternehmen eines der größten Containerschiffe der Welt, an Bord ist Platz für über 16.000 Container.

Platz 2

MSC - 487 Schiffe

Eine der größten Reedereien der Welt kommt ausgerechnet aus der Schweiz. Die Mediterranean Shipping Company (MSC) aus Genf wuchs jahrelang rasant durch den Kauf gebrauchter Containerschiffe, bestellt mittlerweile aber auch neue Schiffe. Wichtigster Umschlagplatz ist der Hafen in Antwerpen, weltweit steuert die Reederei 270 Häfen an.

Platz 1

APM-Maersk - 585 Schiffe

Das größte Containerimperium der Welt wird von Kopenhagen aus gesteuert. Seit 1904 sind die Dänen im Frachtgeschäft tätig und unterhalten mittlerweile Niederlassungen in 135 Ländern. Neben der Containerschifffahrt gehört auch die Öl- und Gasförderung zum Geschäft von Maersk.

Wer ein Boot verkaufen will, um etwas Bargeld aufzutreiben, muss sich auf Probleme einstellen. Denn auch die Mehrwertsteuer ist gestiegen, und das rasant, von bisher 13 auf 23 Prozent. Das ermuntert Käufer sicher nicht.

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