Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.09.2013

15:04 Uhr

Werk Bochum

Klage gegen Opel wird im Dezember verhandelt

Der Streit um die Verlagerung der Zafira-Produktion geht weiter. Der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel wirft dem Autobauer vor, den Aufsichtsrat nicht korrekt informiert zu haben. Im Dezember wird verhandelt.

Transparent am Opel Werk in Bochum: Der Betriebsrat gibt im Kampf um die Schließung nicht auf. dpa

Transparent am Opel Werk in Bochum: Der Betriebsrat gibt im Kampf um die Schließung nicht auf.

Darmstadt/Bochum/RüsselsheimDer Streit zwischen Bochumer Betriebsrat und Adam Opel AG um die Verlagerung der Zafira-Produktion nach Rüsselsheim wird im Dezember vor Gericht weitergeführt. „Am 5. Dezember wird über die Klage verhandelt“, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Darmstadt am Mittwoch. Das Gericht habe sowohl das Erscheinen des Bochumer Betriebsratsvorsitzenden Rainer Einenkel als auch von Vertretern der Adam Opel AG angefordert. Sofern es keine gütliche Einigung gibt, werde die Entscheidung des Gerichts zu einem späteren Zeitpunkt verkündet.

Einenkel wirft dem Autobauer vor, den Aufsichtsrat nicht korrekt über seine Pläne informiert zu haben, die Produktion des Familienwagens Zafira vom Ruhrgebiet nach Hessen zu verlagern - und damit das Ende des Standorts zu besiegeln. „Es gab keine sauberen Informationen über den Beschluss, das Werk zu schließen“, hatte Einenkel dem Portal „DerWesten“ gesagt. Die Zivilklage ging bereits Ende Juli beim Landgericht Darmstadt ein und wird nun bei der Kammer für Handelssachen geprüft, wie eine Sprecherin am Freitag bestätigte.

Opel in Bochum

1962

Das Werk entsteht nach ungefähr zwei Jahren Bauzeit auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Dammbaum. Das erste Auto, das vom Band rollt, ist ein Kadett A. Das Werk ist für 10.000 Beschäftigte konzipiert, viele der damaligen Arbeiter kommen aus dem Bergbau.

1967

Der Mittelklassewagen Olympia kommt ins Programm. Drei Jahre später sind es der Ascona und der legendäre Manta, die ab 1970 in dem Werk vom Band rollen.

1979

Höchststand bei der Beschäftigung: Zum Jahresende arbeiten mehr als 20 000 Menschen im Bochumer Opel-Werk.

1991

Der Astra löst den Kadett ab. Bis 2004 wird das Fahrzeug gefertigt, ab 1999 der Siebensitzer Zafira.

2004

Die Konzernmutter General Motors legt einen drastischen Sparplan für die europäische Tochter auf, bei der bis 2006 rund 10 000 Stellen gestrichen werden sollen. Opel beschäftigt in Bochum noch etwa 9000 Mitarbeiter.

2005

Betriebsrat und Management unterschreiben einen „Zukunftsplan“, der die Existenz des Bochumer Werks sichern soll. In dem Jahr kommt ein neues Zafira-Modell nach Bochum.

80er und 90er Jahre

Der Personalstand schwankt nach Angaben der Bochumer Werksleitung zwischen 15 000 und 17 000.

2009

GM kündigt einen weiteren drastischen Stellenabbau von Opel in ganz Europa an, rund 9000 der noch 55 000 Stellen sollen wegfallen.

2011

Seit dem Jahr wird der Zafira Tourer in Bochum gebaut. Es ist vermutlich die letzte Produktionslinie an dem Standort.

2012

Opel beschäftigt noch rund 3200 Menschen in Bochum. Seit Bestehen wurden in dem Werk 13,5 Millionen Autos gebaut. Das Werk besteht nun seit 50 Jahren.

2013

Die Bochumer Belegschaft sagt Nein zu einem neuen Sanierungsplan, der die Autoproduktion bis Ende 2016 vorsieht. Der Opel-Aufsichtsrat beschließt darauf das Aus für das Werk. Nur ein Warenverteilzentrum soll erhalten bleiben.

Die Bochumer Opel-Beschäftigten hatten im Frühjahr als einzige den Sanierungstarifvertrag des Unternehmens abgelehnt. Dieser sah unter anderem vor, dass in Bochum noch bis Ende 2016 Autos gebaut werden. Zudem sollten Jobs etwa im Warenverteilzentrum erhalten bleiben und eine neue Komponentenfertigung am Standort angesiedelt werden.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×