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19.02.2014

12:20 Uhr

Werk Chattanooga

VW-Betriebsrat droht US-Politikern

Die Mitarbeiter im VW-Werk Chattanooga haben sich gegen eine Arbeitnehmervertretung nach deutschem Vorbild entschieden. Bernd Osterloh ist deshalb sauer auf konservative US-Politiker – und wirft ihnen Stimmungsmache vor.

Der mächtige VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh: „Die Konservativen haben eine massive, gewerkschaftsfeindliche Stimmung gemacht.“ dapd

Der mächtige VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh: „Die Konservativen haben eine massive, gewerkschaftsfeindliche Stimmung gemacht.“

FrankfurtNach der Entscheidung der VW-Mitarbeiter im US-Werk Chattanooga gegen eine gewerkschaftliche Vertretung geht der Gesamtbetriebsratschef des Wolfsburger Konzerns in die Offensive. In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ droht Bernd Osterloh den konservativen US-Politikern, die in dem südlichen US-Bundesstaat Tennessee Stimmung gegen die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) gemacht hatten.

„Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein weiterer VW-Standort in den USA, sofern dort noch einer aufgebaut werden soll, nicht unbedingt wieder in den Süden gehen muss“, sagte er. „Wenn das Thema betriebliche Mitbestimmung nicht von vorneherein geregelt ist, werden wir als Arbeitnehmer dem kaum zustimmen können.“ VW baut in dem Werk den Passat.

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VW-Arbeiter werfen Gewerkschaften raus

Schmerzhafte Niederlage für die Gewerkschaften: Im amerikanischen VW-Werk in Chattanooga wird es keine Arbeitnehmervertretung nach deutschem Vorbild geben – das ist der deutliche Wille der Arbeiter.

In der vergangenen Woche hatten die Beschäftigten des Standorts es in einer knappen Abstimmung abgelehnt, sich durch die UAW vertreten zu lassen. Das Vorhaben der Gewerkschaft, in dem Werk einen Betriebsrat nach deutschen Vorbild schaffen zu wollen, war auf erbitterten Widerstand der örtlichen Republikaner und konservativer Gruppen gestoßen. Sie hatten gedroht, das werde Arbeitsplätze und das Wirtschaftswachstum in Tennessee kosten.

Nun will der Konzernbetriebsrat die Abstimmung zusammen mit US-Arbeitsrechtlern prüfen. „Die Konservativen haben von außen eine massive, gewerkschaftsfeindliche Stimmung gemacht. Möglich ist, dass man zu dem Ergebnis kommt, dass diese Einflussnahme 'unfair labour praxis' ist, also eine unfaire Einflussnahme auf die Belegschaft“, sagte Osterloh.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Michl

19.02.2014, 14:00 Uhr

VW droht US-Politikern?
Geht's noch?
Was würden wir sagen, wenn Arbeitnehmervertreter eines US-Unternehmens unseren Politikern drohen würde?
Schon mal darüber nachgedacht, dass das VW-Gewerkschaftsmodell nicht das "Non-Plus-Ultra" ist und auch andere Lösungen durchaus sinnvoll sein können?

Gastkritiker

19.02.2014, 14:23 Uhr

(...)

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