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18.09.2012

11:42 Uhr

Werk Eisenach

Opel will Nachtschicht aussetzen und Stellen retten

Die Verkaufszahlen bei Opel sind rückläufig, die Konzernführung ist zum Handeln gezwungen. Im Thüringer Werk in Eisenach soll vorerst die Nachtschicht ausgesetzt werden – um Entlassung zu verhindern.

Produktion im Opel-Werk Eisenach: Die Nachfrage sinkt. dapd

Produktion im Opel-Werk Eisenach: Die Nachfrage sinkt.

Eisenach/RüsselsheimDer kriselnde Autohersteller Opel will in seinem Thüringer Werk in Eisenach vorerst die Nachtschicht aussetzen. Damit werde auf sinkende Verkaufszahlen des Automobilherstellers reagiert, sagte ein Konzernsprecher am Dienstag in Rüsselsheim und bestätigte damit Berichte des Senders MDR Thüringen. Mit dem Plan der Geschäftsführung könnten Entlassungen bei den etwa 1.600 Mitarbeitern verhindert werden.

Das Opelwerk in Eisenach sei sowohl mit Blick auf die Auftragslage als auch auf das Personal auf ein Zwei-Schicht-System ausgelegt, sagte Betriebsratschef Harald Lieske. Mit der Umstellung könne die seit Anfang September geltende Kurzarbeit für etwa 800 Mitarbeiter beendet werden. Dem Betriebsrat liege jedoch noch kein Plan der Geschäftsleitung zur Umstellung auf ein Zwei-Schicht-System vor.

Die europäischen Opel-Werke im Überblick

Die Ausgangslage

Opel leidet unter sinkendem Absatz und teuren Überkapazitäten. Nun will der Autobauer in seinem Werk in Bochum keine Autos mehr bauen. Eine Übersicht über die Fertigungsstätten.

Bochum

In Bochum laufen der Astra Classic und der Zafira Tourer vom Band. Ende 2014 läuft die Produktion aus. Danach soll die Autoproduktion eingestellt werden.

Rüsselsheim

Am Stammsitz Rüsselsheim werden der Insignia sowie ein Astra-Modell (5-Türer) gefertigt. 13 800 Mitarbeiter sind am Standort beschäftigt, davon 3500 in der Produktion und 7000 im Bereich Entwicklung und Design.

Eisenach

In Eisenach bauen knapp 1600 Beschäftigte den Corsa.

Kaiserslautern

In Kaiserslautern bauen knapp 2700 Beschäftigte Komponenten, Motoren und Achsen.

Gleiwitz (Polen)

In Gleiwitz läuft seit 2011 nur noch der Astra (bis 2010 auch der Zafira) vom Band; in Polen sind rund 3500 Menschen beschäftigt.

Saragossa (Spanien)

Am Standort Saragossa fertigen rund 6100 Mitarbeiter den Corsa, den Meriva und den Combo. Ab 2014 soll auch der Mokka in Spanien gebaut werden.

Ellesmere Port (England)

Etwa 2100 Mitarbeiter bauen für die Opel-Schwester Vauxhall in Ellesmere Port Astra-Modelle. Dort konnte das Management zuletzt rigide Sparmaßnahmen durchsetzen.

Luton (England)

In Luton wird der Transporter Opel Vivaro von 1100 Beschäftigten gefertigt.

Sonstige

Motoren und/oder Getriebe werden zudem in Szentgotthárd (Ungarn/660 Mitarbeiter) und Aspern (Österreich/1700) sowie in einem Joint Venture in Tychy (Polen) hergestellt. In Rüsselsheim und Turin hat der Hersteller Entwicklungszentren.

Bereits geschlossen wurde das Werk Antwerpen mit zuletzt mehreren tausend Mitarbeitern.

Von

dapd

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