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05.12.2014

04:38 Uhr

Werk in Bochum schließt

Letzter Opel vom Band gelaufen

Eine Ära ist zu Ende: Im Bochumer Opel-Werk, das in stolzen Zeiten bis zu 22.000 Menschen beschäftigt hat, lief das letzte Auto vom Band. Die 3000 Beschäftigten stehen vor einer ungewissen Zukunft.

Schluss: Für die Region ist die Schließung des Bochumer Opel-Werks ein schwerer Schlag. AFP

Schluss: Für die Region ist die Schließung des Bochumer Opel-Werks ein schwerer Schlag.

BochumNach 52 Jahren Fahrzeugproduktion bei Opel in Bochum ist dort das letzte Auto vom Band gelaufen. Dies teilten Mitarbeiter des Herstellers am frühen Freitagmorgen der Deutschen Presse-Agentur mit. „Das Herz von Opel hat aufgehört zu schlagen“, sagte einer von ihnen. Der Konzern schließt das Werk im kommenden Jahr wegen Überkapazitäten. Der letzte Opel aus Bochum - ein Zafira-Compact-Van - soll nicht regulär verkauft, sondern einem sozialen Zweck gewidmet werden. Näheres will Opel am Vormittag bekanntgeben.

Rund 3000 Beschäftigte in Bochum stehen nun vor einer ungewissen beruflichen Zukunft. Die meisten von ihnen wechseln für maximal zwei Jahre in eine Transfergesellschaft. Auf dem riesigen Werksgelände bleibt nur ein Ersatzteillager des Autokonzerns mit insgesamt 700 Beschäftigten. Das Land Nordrhein-Westfalen will dort in den nächsten Jahren neue Gewerbebetriebe ansiedeln. Die Entwicklungsgesellschaft „Bochum Perspektive 2022“ rechnet dafür zunächst mit rund 50 Millionen Euro Aufwand - verteilt über acht Jahre.

Für die Region ist der Opel-Rückzug ein schwerer Schlag. Die Entscheidung sei „sehr bitter“ für die direkt Betroffenen und die Stadt, hatte die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) vor kurzem gesagt. Der in der Stadt aufgewachsene Musiker Herbert Grönemeyer will seine Solidarität mit einem Konzert zeigen. „Es gibt konkrete Überlegungen, ein Konzert für die Bochumer Opelaner zu spielen oder sie alle einzuladen“, sagte der 58 Jahre alte Sänger der Deutschen Presse-Agentur bei einer Musikveranstaltung in Bochum. „Es geht jetzt darum, ihnen Mut zu machen.“

Bochum leidet mit aktuell 9,4 Prozent Arbeitslosenquote unter überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit. Rund die Hälfte der Opel-Beschäftigten wohnt in Bochum selbst. Deshalb ist mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Bochum hatte in der Vergangenheit bereits andere schwere Schläge zu verkraften wie den Rückzug des Handyherstellers Nokia mit 2300 Beschäftigten im Jahr 2008.

Mit der Werksschließung von Opel endet ein einstiges Vorzeigeprojekt des Strukturwandels an der Ruhr. Das Werk war auf früherem Bergbaugrund errichtet worden, als im Revier das Zechensterben begann. Es beschäftigte nach der Eröffnung 1962 sofort rund 10.000 Menschen - viele davon ehemalige Kumpel.

Für die jetzt ausscheidenden Mitarbeiter gibt es neben der Transfergesellschaft Abfindungen. Insgesamt kostet die Schließung des Werkes das Unternehmen nach unterschiedlichen Rechnungen von Gewerkschaft und Betriebsrat zwischen 550 und 700 Millionen Euro.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Teito Klein

05.12.2014, 08:20 Uhr

R.I.P. Opel
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Nach langer, schwerer Krankheit ist heute Opel von uns gegangen.
Die ganze Region um Bochum trauert um Opel. Für sie ist es ein schwerer Schlag.

Nach 52 Jahren Fahrzeugproduktion bei Opel in Bochum ist dort das letzte Auto vom Band gelaufen. Dies teilten Mitarbeiter des Herstellers am frühen Freitagmorgen der Deutschen Presse-Agentur mit. „Das Herz von Opel hat aufgehört zu schlagen“, sagte einer von ihnen.

Herr Peter Spiegel

05.12.2014, 08:36 Uhr

Der Wohlstand verschwindet Scheibchen für Scheibchen seit
Jahrzehnten. Laut unseren Abnickern entsteht die neue Dienstleistungs-Gesellschaft. Hartz für alle, eine blendende
Zukunft insbesondere für Zuwanderer.

Herr Werner Christian Wöhrle

05.12.2014, 11:04 Uhr

Bedankt Euch bei INAKI, dem Krieger!

Ich habe in meinem Leben zusammen mit meiner Frau 10 Opel gehabt, fast alle neu gekauft.

Der letzte Calibra und der Astra von 1997 waren grottenschlecht!

Da hat INAKI die Zulieferer ein wenig zu stark ausgepreßt und die Qualität, die früher da war, totel weggespart.

Seither gibt es bei uns nur noch Mercedes und VW.

Seither brauchen wir auch keine Werkstatt mehr, die Fahrzeuge sind gut.

Popel kann man bei klarem Verstand halt nicht mehr kaufen.

Die anderen Hersteller sind INAKI dafür sicher dankbar!

INAKI = Ignacio Lopez

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