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24.04.2013

03:41 Uhr

Werk in Bochum

US-Gewerkschaft rät Opelanern zu neuer Taktik

2014 soll das Bochumer Opel-Werk geschlossen werden. Doch nach Ansicht der US-Gewerkschaft UAW können die Beschäftigten die Schließung noch abwenden. Dazu müssten sie allerdings ein Risiko eingehen.

Ende März haben die Bochumer Opelaner das Sanierungskonzept von GM abgelehnt. dpa

Ende März haben die Bochumer Opelaner das Sanierungskonzept von GM abgelehnt.

BerlinDie beschlossene frühzeitige Schließung des Bochumer Opel-Werks lässt sich nach Einschätzung der US-Autoarbeiter-Gewerkschaft UAW vielleicht noch abwenden. UAW-Chef und Opel-Aufsichtsratsmitglied Bob King rät den Beschäftigten, das bislang abgelehnte Sanierungskonzept des Mutterkonzerns General Motors (GM) nun doch zu akzeptieren.

Dazu müssten sie eine Neuabstimmung über die GM-Pläne beantragen. "Ich weiß nicht, ob das möglich ist", räumte King am Dienstag ein. Der Schritt würde aber zumindest die Tür für neue Gespräche öffnen, ergänzte er. Ein Unternehmenssprecher sagte dazu, die Belegschaft habe ein klares Votum abgegeben, das die Konzernführung akzeptiere.

Zuletzt hatte der Opel-Aufsichtsrat das Aus für das 50 Jahre alte Werk in Bochum Ende 2014 beschlossen, wo derzeit mehr als 3000 Opelaner arbeiten. Die Entscheidung war erwartet worden, nachdem die Beschäftigten Ende März dem Sanierungskonzept des Managements ihre Zustimmung verweigert hatten.

Die Sanierungspläne von Opel

Der „Deutschland-Plan“

Das Opel-Management hatte seine Absichten für das Werk Bochum bereits im Juni in einem „Deutschland-Plan“ skizziert, der die Grundlage der Sanierung des verlustreichen Herstellers sein soll. Die Eckpunkte haben sich seitdem kaum verändert. Hier die wichtigsten Bestandteile.


Werk in Bochum schließt

Mit dem Verlegung der aktuellen Generation des Familien-Vans Zafira nach Rüsselsheim endet die Fahrzeugproduktion im Traditionswerk Bochum Ende 2014. Erhalten wird nur ein Warenverteilzentrum.

Bessere Auslastung für andere Werke

Die übrigen Opel-Werke könnten durch die Produktion für andere Automarken, etwa die Schwester Chevrolet, besser ausgelastet werden.

Hoffnung auf Nischenmodelle

Nischenmodelle wie der Mini-SUV Mokka oder der Kleinwagen Adam sollen zusätzlichen Absatz bringen.

Neue Märkte erschließen

Über den Mutterkonzern General Motors will Opel wachsende Auslandsmärkte wie Russland oder die Türkei besser erschließen.

Sparen dank Kooperation

In der Zusammenarbeit mit dem Partner PSA Peugeot Citroën will GM für Opel Spareffekte nutzen, etwa in der Konstruktion oder womöglich sogar beim Bau von Fahrzeugen.

Im Gegenzug für Zugeständnisse der Beschäftigten hatte der Autohersteller angeboten, den Pkw-Bau erst Ende 2016 zu schließen und 1200 Arbeitsplätze im Lager und einer Komponentenfertigung zu erhalten. Einem Medienbericht zufolge will der Betriebsratschef des Werkes notfalls mit einer Klage die Schließung verhindern.

King argumentiert, wenn das Werk länger offen bliebe, könnten die Beschäftigten womöglich später ihre Jobs wiederbekommen, wenn die schwache europäische Wirtschaft wieder anziehe. Er verwies darauf, dass seine Gewerkschaft UAW bereits einmal Erfolg gehabt habe mit einem solchen Vorgehen. Dabei sei es um ein GM-Werk im US-Bundesstaat Tennesse gegangen.

Die Opelaner in Bochum hätten dieselbe Chance, dies sei ihnen aber vielleicht gar nicht richtig bewusst, sagte King.

Opelaner sagen "Nein"

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Von

rtr

Kommentare (2)

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Michael

24.04.2013, 08:36 Uhr

Zunächst sollte man auf amerikanische Gewerkschaften wohl besser nicht hören. Des weiteren hat eine große Mehrheit der ARBEITER gesagt, sie wollen nicht mit Kompromissen beladen, verschleppend auf ihre Entlassungen warten, daher früher Schluss. Diese Menschen sind sich im Klaren darüber was sie tun.
Soetwas kennt der werter Herr King glaube ich garnicht.

Opelaner

24.04.2013, 12:37 Uhr

Ich denke die meisten würden dem Vertrag von GM nun doch zustimmen!!
Besser einige Hundert Opel Arbeitsplätze als Garnichts in Bochum!!
Wach werden die meisten wohl erst wenn sie Arbeitslos sind!!

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