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13.12.2012

09:36 Uhr

Werksschließung in Bochum

Opel-Betriebsräte fordern langjährige Jobgarantien

Das Vertrauen zwischen den Opel-Betriebsräten und der Führungsetage ist erschüttert. Jobgarantien über das Jahr 2016 hinaus sollen die Gemüter beschwichtigen. Darüber wird aber erst im nächsten Jahr entschieden.

Von der Opel-Werksschließung in Bochum sind mehr als 3300 Beschäftigte betroffen. dapd

Von der Opel-Werksschließung in Bochum sind mehr als 3300 Beschäftigte betroffen.

HamburgNach der angekündigten Schließung des Bochumer Opel-Werks fordern Gewerkschaft und Betriebsrat Arbeitsplatzgarantien für die übrigen Standorte von mindestens vier Jahren. „Wir erwarten den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen deutlich über 2016 hinaus und damit einhergehend belastbare und verlässliche Garantien für Beschäftigung“, hieß es in einer von der Opel-Tarifkommission in der Nacht zu Donnerstag verbreiteten Erklärung. Als „vertrauensbildenden Schritt“ solle der Opel-Vorstand den Beschluss zur Einstellung der Produktion von leichten und umweltfreundlichen Getrieben in Bochum zurücknehmen.

Die mit Betriebsräten der Opel-Standorte und Vertretern der IG-Metall-Bezirke besetzte Tarifkommission forderte Opel auf, am 8. und 15. Januar „abschließende Verhandlungen“ über die Beschäftigungssicherung aufzunehmen. Nach den Plänen der Rüsselsheimer GM-Tochter soll der Getriebebau in Bochum Ende nächsten Jahres auslaufen.

Opel in Bochum

1962

Das Werk entsteht nach ungefähr zwei Jahren Bauzeit auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Dammbaum. Das erste Auto, das vom Band rollt, ist ein Kadett A. Das Werk ist für 10.000 Beschäftigte konzipiert, viele der damaligen Arbeiter kommen aus dem Bergbau.

1967

Der Mittelklassewagen Olympia kommt ins Programm. Drei Jahre später sind es der Ascona und der legendäre Manta, die ab 1970 in dem Werk vom Band rollen.

1979

Höchststand bei der Beschäftigung: Zum Jahresende arbeiten mehr als 20 000 Menschen im Bochumer Opel-Werk.

1991

Der Astra löst den Kadett ab. Bis 2004 wird das Fahrzeug gefertigt, ab 1999 der Siebensitzer Zafira.

2004

Die Konzernmutter General Motors legt einen drastischen Sparplan für die europäische Tochter auf, bei der bis 2006 rund 10 000 Stellen gestrichen werden sollen. Opel beschäftigt in Bochum noch etwa 9000 Mitarbeiter.

2005

Betriebsrat und Management unterschreiben einen „Zukunftsplan“, der die Existenz des Bochumer Werks sichern soll. In dem Jahr kommt ein neues Zafira-Modell nach Bochum.

80er und 90er Jahre

Der Personalstand schwankt nach Angaben der Bochumer Werksleitung zwischen 15 000 und 17 000.

2009

GM kündigt einen weiteren drastischen Stellenabbau von Opel in ganz Europa an, rund 9000 der noch 55 000 Stellen sollen wegfallen.

2011

Seit dem Jahr wird der Zafira Tourer in Bochum gebaut. Es ist vermutlich die letzte Produktionslinie an dem Standort.

2012

Opel beschäftigt noch rund 3200 Menschen in Bochum. Seit Bestehen wurden in dem Werk 13,5 Millionen Autos gebaut. Das Werk besteht nun seit 50 Jahren.

2013

Die Bochumer Belegschaft sagt Nein zu einem neuen Sanierungsplan, der die Autoproduktion bis Ende 2016 vorsieht. Der Opel-Aufsichtsrat beschließt darauf das Aus für das Werk. Nur ein Warenverteilzentrum soll erhalten bleiben.

Die Fahrzeugproduktion in der Ruhrgebietsstadt will Opel 2016 auslaufen lassen, wenn der aktuelle Familienwagen Zafira einen Nachfolger bekommen soll. Die IG Metall hatte dem Opel-Management einen offenen Konflikt angedroht, falls dieser nicht bald einen Plan vorlege, wie Opel aus der Verlustzone geführt soll.

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Opel hatte zu Wochenbeginn angekündigt, das Bochumer Automobilwerk mit 3365 Beschäftigten zu schließen. Die Entscheidung begründete Interimschef Thomas Sedran mit dem dramatisch geschrumpften Automarkt in Westeuropa und den hohen Überkapazitäten in der gesamten Branche.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

13.12.2012, 10:24 Uhr

Kein Wunder das die ausländischen Investoren vor der IG-Metall so eine Panik haben.^^

Hatte erst vor 14 Tagen darüber Gespräche geführt.

Friede-den-Huetten

13.12.2012, 12:08 Uhr

IG-Metall - oder die letzte Bastion! "Alle Räder stehen still - wenn dein starker Arm es will!"

Na ja, martialisch sind sie ja immer aufgetreten, doch was hat es bisher gebracht?

Auch wenn es in diesem Falle aller Ehren würdig ist, für die Beschäftigten zu kämpfen - gegen den seit Jahren existierenden Druck aufgrund weltweiter Überkapazitäten kann auch die IG-Metall nicht viel machen.

"Auf zur Sonne - Auf zur Freiheit". Zumindest das Kapital ist schon frei dorthin zu gehen, wo arme Menschen sich ausbeuten lassen.

Account gelöscht!

13.12.2012, 12:13 Uhr

Vielleicht wäre es billiger für GM, wenn es alle Werke in Deutschland schließt und den "Mitarbeitern" dafür ihr Gehalt bis zum Lebensende weiterbezahlt. Aber auf diese Idee kommen die unverschämten Phantasten von Opel bestimmt auch selber noch. Allerdings werden sie diese Rente auch noch für ihre unverheirateten Töchter verlangen, denn Opel-Mitarbeiter sind ja was Besseres als andere Angestellte, die entlassen werden.

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