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05.10.2012

18:17 Uhr

Werkzeughersteller

Vier Interessenten buhlen um MAG Group Europe

Vier Interessenten haben Angebote für den Europa-Teil der MAG Group abgegeben. Auch das US-Geschäft steht zum Verkauf. Insgesamt sollen die beiden Geschäftsteile mehr als eine halbe Milliarde Euro einbringen.

Vier Investoren bieten um die MAG Groupe Europe, um die US-Sparte buhlen derzeit sieben Interessenten. dpa

Vier Investoren bieten um die MAG Groupe Europe, um die US-Sparte buhlen derzeit sieben Interessenten.

FrankfurtVier Bieter sind Finanzkreisen zufolge noch im Rennen um den schwäbischen Werkzeugmaschinenbauer MAG Group. „Zwei Unternehmen aus der Branche und zwei Finanzinvestoren haben Angebote für den Europa-Teil des Konzerns abgegeben“, sagte einer der Insider. Die staatliche chinesische Sinomach biete ebenso mit wie die japanische Komatsu, hieß es in den Kreisen. Der Verkauf des angeschlagenen Unternehmens solle noch im vierten Quartal über die Bühne gehen, sagte ein MAG-Sprecher Reuters. Zu den Offerten wollte er sich nicht äußern.

Gleichzeitig steht auch das US-Geschäft von MAG zum Verkauf, für das es nach Angaben eines Insiders bis zu sieben Offerten gibt. Ob beide zusammen abgegeben werden oder zwei Käufer den Zuschlag bekommen, hängt den Kreisen zufolge vom Erlös ab. Beide zusammen sollen deutlich mehr als 500 Millionen Euro einbringen, allein für das Europa-Geschäft hoffen die Insider auf mehr als 250 Millionen Euro.

Der europäische Teil von MAG steht unter Treuhandschaft, nachdem die Gläubigerbanken das Vertrauen in den Eigentümer, den US-Investor Mo Meidar, verloren haben. Mit dem Verkaufserlös für MAG Europa würden zunächst die Kredite getilgt, die Institute wie die Commerzbank und die Deutsche Bank MAG gegeben haben. Über den amerikanischen Teil hat Meidar weiter die volle Verfügungsgewalt. Den Auftrag für den Verkauf beider Firmenteile hat die Investmentbank Goldman Sachs.

MAG hatte in der Rezession mangels Aufträgen von seinem Kassenbestand gezehrt – dieses Geld fehlte, als der Konzern die Produktion bei anspringender Konjunktur wieder hochfuhr. Finanzkreisen zufolge hat Meidar in den vergangenen Jahren aber auch immer wieder Geld aus dem Unternehmen gezogen. Er hatte seit 2005 rund um die früheren IWKA-Töchter Ex-Cell-O und Boehringer sowie um Teile von ThyssenKrupp einen großen Werkzeugmaschinenbauer aufgebaut. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen mit 3500 Mitarbeitern rund 900 Millionen Euro um, davon 560 Millionen in Europa. Der operative Gewinn (Ebitda) lag bei 105 Millionen Euro. Der europäische Teil, auf den zwei Drittel des Umsatzes entfallen, schrieb aber 2011 wegen defizitärer Aufträge einen Verlust.

Von

rtr

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