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22.02.2013

18:47 Uhr

Wettbewerbshüter

Lürssen darf Peene-Werft kaufen

Die Bremer Lürssen-Werft darf den Konkurrenten aus Wolgast kaufen. Das Kartellamt hat die entsprechende Freigabe erteilt. Die IG Metall begrüßte die Entscheidung: Lürssen übernimmt auch hunderte Mitarbeiter von Peene.

Das Kartellamt hat der Lürssen-Werft grünes Licht für die Übernahme der Peene-Werft signalisiert. dpa

Das Kartellamt hat der Lürssen-Werft grünes Licht für die Übernahme der Peene-Werft signalisiert.

Wolgast/BonnDer Verkauf der Wolgaster Peene-Werft an die Bremer Lürssen-Werft ist perfekt. Das Bundeskartellamt habe die Freigabe zum Erwerb der Peene-Werft erteilt, teilte ein Sprecher im Auftrag der Lürssen-Gruppe am Freitag mit. Die Übernahme könne somit wie geplant am 1. Mai 2013 vollzogen werden. Der Gläubigerausschuss der insolventen P+S-Werften hatte im Dezember 2012 den Verkauf der Werft gebilligt. Lürssen zahlt 17 Millionen Euro und will in Wolgast rund 360 Mitarbeiter und 65 Auszubildende übernehmen.

Der Verkauf war an Bedingungen geknüpft. Bereits im Januar hatten Grundpfandgläubiger – hauptsächlich das Land und Banken – auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichtet. Damit kann die Werft lastenfrei an die Lürssen-Werft übertragen werden. Zudem musste das Bundeskartellamt zustimmen. Die IG Metall begrüßte die Entscheidung des Bundeskartellamtes. „Damit haben die Wolgaster Mitarbeiter eine feste Perspektive mit einer guten Bezahlung“, sagte der IG-Metall-Bevollmächtigte Guido Fröschke.

Für politischen Streit sorgt inzwischen ein möglicher Rüstungsauftrag Saudi-Arabiens an die Lürssen-Gruppe, von dem auch die Peene-Werft profitieren könnte. Linkspartei und Grüne forderten von der Bundesregierung, das Rüstungsgeschäft abzulehnen. Die P+S-Werften in Stralsund und Wolgast hatten im August 2012 Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung beantragt.

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Unklar ist derzeit die Zukunft der Volkswerft in Stralsund. Bislang gibt es kein belastbares Kaufangebot, wie ein Sprecher der Insolvenzverwaltung am Freitag sagte. Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann führe aber Gespräche mit potenziellen Interessenten. Auf der Stralsunder Werft mit einst 1200 Mitarbeitern arbeiten derzeit 500 Menschen, davon 300 im Schiffbau. Sie sind mit der Fertigstellung von zwei Spezialtransportern für die dänische Reederei DFDS beschäftigt. Das erste Schiff soll laut DFDS im Herbst 2013 ausgeliefert werden, das zweite im Frühjahr 2014. Der Preis für beide Schiffe beläuft sich auf 84 Millionen Euro, dazu kommen weitere sechs Millionen für Spezialausrüstungen.

Von

dpa

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