Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2014

11:56 Uhr

Wettbewerbskommissar Almunia

EU vermutet Kartelle bei fast jedem Autoteil

EU-Wettbewerbskommissar Almunia vermutet, dass fast hinter jedem Autoteil ein Kartell steht. Zuvor hatte die Kommission Razzien bei verschiedenen Zulieferern veranlasst. Nun soll es einige Entscheidungen geben.

Verschiedene Spezialkabel in der Produktionsstätte der Leoni AG: Das Nürnberger Unternehmen musste wegen seiner Beteiligung an einem Kartell 1,4 Millionen Euro zahlen. dpa

Verschiedene Spezialkabel in der Produktionsstätte der Leoni AG: Das Nürnberger Unternehmen musste wegen seiner Beteiligung an einem Kartell 1,4 Millionen Euro zahlen.

HamburgDie EU-Kommission kündigt hohe Strafen gegen Unternehmen aus der Automobilindustrie wegen Preisabsprachen an. „Im Laufe des Jahres 2014 wird es einige Entscheidungen geben“, zitiert das Magazin „Stern“ Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia in seiner neuen Ausgabe, die am Donnerstag erscheint. „Wir vermuten Kartelle bei fast allen Teilen, die man für ein Auto braucht. Das ist unglaublich“, sagte Almunia. Die Wettbewerbsbehörde ermittelt schon seit zwei Jahren gegen Autozulieferer und hatte im Sommer Herstellern von Kabelbäumen Geldstrafen von insgesamt 142 Millionen Euro aufgebrummt.

Betroffen davon war auch das Nürnberger Unternehmen Leoni, das wegen seiner Beteiligung an einem Kartell 1,4 Millionen Euro zahlen musste. Wesentlich höhere Strafen trafen japanische Zulieferer. Die Unternehmen hatten nach Angaben der EU-Kommission ihre Preise bei der Lieferung von Kabelbäumen an mehrere Autobauer abgesprochen.

Die zehn größten Autohersteller Europas

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Die EU-Kommission hat dem Magazin-Bericht zufolge in diesen zwei Jahren Razzien bei Herstellern von Sitzgurten, Airbags, Lenkrädern, Klimaanlagen, Kugellagern und Motorkontrollsystemen veranlasst. Parallel hatte das deutsche Bundeskartellamt im September Lieferanten von Autoblechen, Hutablagen und Kofferraumisolierungen durchsucht.

Die Industrie rechnet nun mit weiteren hohen Strafzahlungen, mindestens im dreistelligem Millionenbereich. Allein der deutsche Wälzlagerspezialist Schaeffler hatte unlängst 380 Millionen Euro wegen zu erwartender Bußgelder zurückgestellt.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

neunundneuzigprozent

08.01.2014, 17:08 Uhr

Mal abgesehen das es schon richtig ist gegen Kartelle vor zugehen.Aber warum stützt mann dann ganze Bankenkartelle mit unserem Steuergeld!!!Dieses Fiatgeld aus dem Nichts als Strafe anzusehen,ist doch ein Witz!!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×