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19.12.2013

11:38 Uhr

Wettbewerbsverzerrung

Siemens muss endgültig für Kartell büßen

Um eine Strafe kommt Siemens nun endgültig nicht mehr herum: Das Unternehmen muss wegen Preisabsprachen im Schaltanlagenbereich in den 1980er-Jahren nun endgültig eine hohe Strafen an die EU zahlen.

Bekommt jetzt nach langer Diskussion sein Fett weg: Siemens muss knapp 400 Millionen Euro wegen Wettbewerbsverzerrung zahlen. dpa

Bekommt jetzt nach langer Diskussion sein Fett weg: Siemens muss knapp 400 Millionen Euro wegen Wettbewerbsverzerrung zahlen.

BrüsselSiemens bleibt endgültig an einer Strafe von fast 400 Millionen Euro wegen Verstößen gegen das EU-Kartellrecht hängen. Der Europäische Gerichtshof schmetterte am Donnerstag die Berufung des Industriekonzerns gegen das Urteil der Vorinstanz ab.

Schon 2011 hatte das EU-Gericht die Klage von Siemens gegen eine Kartellstrafe der EU-Kommission in Höhe von rund 397 Millionen Euro abgewiesen. Der Münchener Konzern war daraufhin vor den EuGH gezogen. Mit dem Urteil des EuGH ist die Strafe nun rechtskräftig.

Die Stärken und Schwächen von Siemens

Solide Kapitalstruktur

Die Finanzschulden sind zum Ende des Geschäftsjahres 2011/12 im Vorjahresvergleich zwar gestiegen, die Bilanzrelationen bleiben aber solide. So lag die Nettoverschuldung zum 30. September 2012 bei 9,3 Milliarden Euro, 4,3 Milliarden über dem Vorjahr. Im Verhältnis zum Eigenkapital macht diese nun etwa 30 Prozent aus.

Umweltportfolio wächst

Siemens sieht sich als Weltmarktführer bei Umwelttechnologien. Der Ausbau des grünen Portfolios ist seither eine Kernstrategie von Konzernchef Peter Löscher. Bislang mit Erfolg: Seit dem Geschäftsjahr 2007 ist der Umsatz des Umweltportfolios im Schnitt um 14 Prozent pro Jahr auf zuletzt gut 33,2 Milliarden Euro gestiegen. Das sind 42 Prozent des Konzernumsatzes. Bis 2014 sollen es über 40 Milliarden Euro werden.

Stabile Dividenden

Die Dividenden-Rendite war bei Siemens über lange Jahre bescheiden. Erst Löscher hob die Ausschüttungsquote deutlich an. So können sich die Aktionäre auch in diesem Jahr freuen: Obwohl der Gewinn 2011/12 sank und der Konzern sparen muss, will Siemens eine stabile Dividende von drei Euro je Aktie bezahlen. Das entspricht einer Ausschüttungssumme von rund 2,5 Milliarden Euro. Bezogen auf den Gewinn nach Steuern liegt die Ausschüttungsquote bei 56 Prozent.

Margen bröckeln

Für 2010/11 hatte Siemens ein operatives Rekordergebnis von mehr als neun Milliarden Euro vorgelegt. In Relation zum Umsatz entsprach das einer Rendite von 12,8 Prozent. Halten konnten die Münchener das Niveau nicht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr schrumpfte die Marge wieder auf 9,5 Prozent.

Rückläufiger Auftragseingang

Wichtige Konkurrenten wie General Electric wuchsen zuletzt oft schneller, auch weil sie akquisitionsfreudiger waren. Organisch sind kurzfristig bei Siemens keine Wachstumssprünge zu erwarten: Der Auftragseingang, Indikator für die Umsätze von morgen, sank im vergangenen Geschäftsjahr um 13 Prozent auf knapp 77 Milliarden Euro.

Sonderlasten drücken den Gewinn

Probleme mit Großprojekten gelten als typische Siemens-Krankheit. Auch unter Vorstandschef Peter Löscher hat sich daran nicht viel geändert. Ärgerlichstes Beispiel 2011/12: Die Probleme bei der Anbindung der Offshore-Windparks an das Stromnetz. Die Verzögerungen belasten den Konzern bislang mit 570 Millionen Euro. Die Verzögerungen im finnischen Atomkraftwerk Olkiluoto kosten ebenfalls seit Jahren viel Geld. Und die verspätete Auslieferung der neuen ICE-Generation könnte für Siemens laut Branchenschätzungen etwa 100 Millionen Euro teuer werden.

Die EU-Kommission hatte Siemens und zehn andere Unternehmen aus Europa und Japan im Januar 2007 wegen eines Kartells für gasisolierte Schaltanlagen zu Geldbußen von insgesamt 750 Millionen Euro verdonnert. Siemens hatte dabei die höchste Buße kassiert. Den Unternehmen war vorgeworfen worden, Ende der 80er Jahre in diesem Marktsegment Auftragskontingente aufgeteilt und Preise abgesprochen zu haben.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Seismograph

19.12.2013, 12:24 Uhr

Siemens, Bestechung aus Leidenschaft!
Es gibt wohl kein einziges Geschaeft das Siemens machte, national und international, welches NICHT durch Bestechung zustandekam!
Dies gilt fuer den gesamten onzern, auch seiner Tochtergesllschaften und ich weiss wovon ich rede!

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