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23.02.2017

19:03 Uhr

Wettbieten um Stada

US-Finanzinvestor bietet 3,6 Milliarden Euro für Pharmakonzern

Mehrere Investoren bieten für den Pharmakonzern Stada um die Wette. Der US-Investor Advent hat nun ein verbindliches Angebot abgegeben. In wenigen Tagen könnte sich entscheiden, ob Stada eigenständig bleibt.

Die Tage als selbstständiges börsennotiertes Unternehmen sind für den Medikamentenhersteller wohl gezählt. Angesichts des Bieterwettstreits unter den interessierten Finanzinvestoren wird eine Übernahme immer wahrscheinlicher. dpa

Pharmakonzern Stada

Die Tage als selbstständiges börsennotiertes Unternehmen sind für den Medikamentenhersteller wohl gezählt. Angesichts des Bieterwettstreits unter den interessierten Finanzinvestoren wird eine Übernahme immer wahrscheinlicher.

Bad VilbelDer Finanzinvestor Advent hat sein Übernahmeangebot für den Arzneimittelhersteller Stada erhöht und damit dessen Vorstand und die anderen Interessenten unter Zugzwang gesetzt. Advent bietet wie der Rivale Bain Capital 3,6 Milliarden Euro für Stada, lockt die Anteilseigner aber damit, dass sie neben den gebotenen 58 Euro je Aktie auch noch die Dividende für 2016 kassieren könnten. Diese dürfte leicht über den 70 Cent liegen, die Stada im vergangenen Jahr gezahlt hatte. Vorstand und Mitarbeiter müssten keine Angst vor der Übernahme haben, erklärte der Investor am Donnerstag in einer Stellungnahme. „Advent bekennt sich zum Management, zu der langfristigen Strategie und zum Standort Deutschland.“

Ein Verkauf von wesentlichen Teilen von Stada oder gar eine Aufteilung des Unternehmens sei nicht vorgesehen, betonte der Investor. Analysten hatten eine Aufspaltung in einen Generika-Hersteller und einen Produzenten von Markenprodukten wie Ladival oder Grippostad ins Gespräch gebracht. Die Strategie von Advent fuße vielmehr auf Übernahmen im Ausland, auch in Lateinamerika und Asien. „Advent verfügt über Kapital für weitere Akquisitionen“, hieß es in der Mitteilung.

Der Investor will aber nur dann Ernst machen, wenn sich der Stada-Vorstand um Matthias Wiedenfels spätestens am kommenden Montag hinter das Übernahmeangebot stellt und damit den anderen Bietern eine Absage erteilt. Stada will sich bisher nicht auf eine Seite schlagen. Der Vorstand werde die „ergebnisoffenen Gespräche mit allen Interessenten“ weiterführen, erklärte das Unternehmen. Der Generika-Hersteller aus Bad Vilbel bei Frankfurt hofft auf noch höhere Angebote.

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Mittlerweile haben drei Finanzinvestoren offiziell Interesse an Stada angezeigt. Ein Blick in die Bilanz zeigt, dass der deutsche Arzneihersteller noch viel Potenzial hat – beim Kaufpreis, aber auch bei der Rendite.

Bisher umkreisen drei Finanzinvestoren Stada: Advent hatte bisher laut Insidern das niedrigste Angebot vorgelegt und war von der britischen Beteiligungsfirma Cinven mit 56 Euro je Aktie übertrumpft worden. Die dritte Offerte über 58 Euro kam Finanzkreisen zufolge von Bain Capital. Alle drei Angebote waren bisher unverbindlich. Nun ist Advent bereit, seine Ankündigung sofort umzusetzen – sobald der Stada-Vorstand Ja sagt. Advent hatte drei Insidern zufolge bereits Einblick in die Bücher von Stada und sieht sein Angebot dadurch untermauert.

Bain und Cinven müssten rasch reagieren, wenn sie nicht ins Hintertreffen geraten wollen. Sie müssen bei der Buchprüfung nun schnell aufholen. „Wenn ich Bain wäre, würde ich mein unverbindliches Angebot auf 60 Euro erhöhen“, sagte eine mit der Situation vertraute Person. In Finanzkreisen hatte es geheißen, die Finanzinvestoren sähen Spielraum, bis zu 60 Euro zu bieten.

Börsianer reagierten verhalten auf die Entwicklung. Die Stada-Aktie stieg vorübergehend bis auf 58,80 Euro, schloss aber mit 57,70 Euro unter der Marke von 58 Euro.

Von

rtr

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