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08.01.2007

09:19 Uhr

Wettkampf der Nobelmarken

BMW liegt weiter vor Mercedes-Benz

Im Wettlauf der Nobelautomarken behält BMW weiter die Nase vor den Stuttgarter Konkurrenten Mercedes-Benz. Doch Daimler-Chrysler gibt sich nicht geschlagen. Mit aggressiven Strategien und neuen Modellen wollen die Stuttgarter sich wieder nach vorn arbeiten.

HB DETROIT. Der Autobauer BMW hat 2006 seine Führungsposition als weltgrößter Premiumhersteller vor seinem Stuttgarter Erzrivalen Mercedes-Benz behauptet. Der Münchener Konzern setzte mit 1,374 Mill. Fahrzeugen seiner Marken BMW, Mini und Rolls-Royce 3,5 Prozent mehr ab als im Vorjahr, wie der Konzern am Sonntag auf der US-Automesse in Detroit mitteilte. Die Pkw-Gruppe Mercedes hatte zusammen 1,26 Mill. Mercedes-Benz, Smart und Maybach verkauft - ein Plus von 3,2 Prozent. Auch im Vergleich der beiden Kernmarken BMW und Mercedes-Benz behielt BMW knapp die Nase vorn.

Für das angelaufene Jahr hoben die Münchener ihr Ziel von weltweit 1,4 Mill. verkauften Fahrzeuge an. „Wir glauben, dass der BMW-Konzern die 1,4 Mill. in 2007 übertreffen wird“, sagte Vertriebsvorstand Michael Ganal in Detroit. Das Premiumsegment wachse weltweit stärker als der gesamte Pkw-Markt, begründete Ganal den Optimismus. Das Langfristziel von 1,6 Mill. verkauften Fahrzeugen für 2010 bleibe aber unverändert. Das künftige Wachstum will BMW mit der selben Personalstärke bewältigen. Neueinstellungen in größerem Umfang sind nicht geplant. BMW beschäftigte zuletzt weltweit 107 000 Mitarbeiter, davon 80 000 in Deutschland.

BMW liefert sich seit längerem ein Wettrennen mit dem Stuttgarter Konkurrenten darum, wer weltweit absatzstärkster Nobelmarken-Hersteller ist. 2005 hatte BMW Mercedes erstmals als absatzstärkster Autobauer im Premium-Segment übertrumpft. Auch 2007 wollen die Münchener die Spitzenposition behalten, wie Ganal sagte. Sowohl BMW, als auch Mini und Rolls-Royce trauten sich neue Rekordmarken zu. Vor allem das neue 3er Coupe, ein überarbeiteter X3, der Geländewagen X5 sowie eine Langversion des 5er für den chinesischen Markt sollen die Käufer anlocken.

Der Forschungs- und Entwicklungsvorstand von Daimler-Chrysler, Thomas Weber, sieht bei der Marke Mercedes-Benz erhebliche Wachstums- und Einsparpotenziale. „Obwohl Mercedes bereits über ein sehr breites Produktportfolio verfügt, können wir das Absatzvolumen in Zukunft noch steigern“, sagte Weber am späten Sonntag auf der Detroit Motor Show im Interview mit Dow Jones Newswires. Es gebe einerseits noch Möglichkeiten, Nischen zu besetzen - beispielsweise mit einem kleineren SUV-Modell.

Andererseits sei es erklärtes Ziel, mit einer aggressiven Strategie Volumen von Wettbewerbern zu erobern. Weber äußerte die Überzeugung, dass Mercedes mit den Limousinen der S-, E- und C-Klasse, der SUV-Familie und den kompakten Modellen der A- und B-Klasse „bestens aufgestellt“ ist. „Wir rechnen auch mit maßgeblichen Stückzahlen durch ein weiteres kleines SUV“, sagte der Manager. Das auf der C-Klasse basierende Fahrzeug will der Stuttgarter Automobilhersteller gegen den BMW X3 und den Q5 von Audi positionieren. Wann das Fahrzeug auf den Markt kommen soll, ist noch nicht bekannt.

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