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10.10.2012

13:59 Uhr

Windanlagen-Zulieferer

Siag in Krise: Betriebsrat fürchtet Insolvenz

Die Siag Nordseewerke kämpfen um ihre Existenz. Das Land will keine weiteren Hilfen für den angeschlagenen Offshore-Zulieferer geben. Nun bangen 700 Beschäftigte um ihre Jobs. Der Betriebsrat fürchtet die Insolvenz.

Mehrere hundert Mitarbeiter des Windkraftanlagen-Zulieferers Siag demonstrieren vor dem Rathaus in Emden. dpa

Mehrere hundert Mitarbeiter des Windkraftanlagen-Zulieferers Siag demonstrieren vor dem Rathaus in Emden.

Emden Der angeschlagene Windkraftanlagen-Zulieferer Siag Nordseewerke im ostfriesischen Emden kämpft um seine Existenz. Ohne weitere Landeshilfen drohe für das Unternehmen mit 700 Beschäftigten die Insolvenz, hieß es am Mittwoch vom Betriebsrat. Zuvor hatten die niedersächsische Landesregierung und die NordLB weitere Kredite und eine Bürgschaft abgelehnt, die das Unternehmen zur Abarbeitung von Aufträgen benötigt. „Das Risiko für den Steuerzahler wäre zu groß gewesen“, hieß es im Wirtschaftsministerium in Hannover.

Das Unternehmen selbst teilte mit, die Restrukturierung und die Suche nach neuen Investoren werde fortgesetzt. Das laufende Geschäft bleibe davon unberührt. Zur aktuellen Auftragslage machte das Unternehmen aber keine Angaben. Mit einem spontanen Protestmarsch durch die Emder Innenstadt reagierten am Mittag rund 300 Siag-Mitarbeiter auf die überraschende Nachricht. Am Abend wollte Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) den Betriebsrat und der Siag-Geschäftsführung zu einem Krisengespräch treffen. „Ohne die Bürgschaft müssen wir Insolvenz anmelden“, kritisierte Betriebsratschef Erwin Heinks. „Die Landesregierung lässt uns fallen wie eine heiße Kartoffel.“

Im August hatte die Belegschaft einem Sanierungskonzept und der Ausweitung der Arbeitszeit auf maximal 40 Stunden zugestimmt. Der Betriebsrat verwies auf ein Gutachten, das Perspektiven für eine Fortführung aufzeige. Die Suche nach einem Investor sei auf gutem Weg. Dagegen sagte der Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Hannover, die Landesregierung sehe sich auf Grund eines anderen Gutachtens zu dem Schritt gezwungen. Ein weiteres finanzielles Engagement wäre mit großen Risiken belastet.

Es gebe keine Krise der gesamten Offshore-Industrie, aber Probleme bei den Netzanschlüssen, hieß es aus dem Ministerium. Diese habe der niederländische Netzbetreiber Tennet verursacht. Damit würden Investitionsentscheidungen in mehreren Offshore-Windparks massiv belastet und verzögert.

Von

dpa

Kommentare (2)

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HofmannM

10.10.2012, 14:39 Uhr

So sieht das aus, liebes Handelsblatt, wenn eine ökosozialistische Ideologiepolitik ala Kernkraftwerksschließung und Subventionierung von unwirtschaftlichen Erneuerbaren Energien aufeinander treffen. Die Folgen sind....Insolvenzen in der hochsubventionierten(weil von vornherein nicht wirtschaftlich gegenüber den fossilen Kraftwerken aus Kohle,Uran und Gas) Erneuerbaren Energiebranche (Wind,Sonne,Biogas). Als Wirtschaftsblatt müsst Ihr schon langsam wissen, dass staatliche Dauersubventionen für eine Branche nicht gegen den Markt ankommen! Dies führt zwangsläufig früher oder später zur Bankrotterklärung der ideologischen Politik bzw. der darin verwickelten Firmen und Abzocker. Zum Schluss wird die Zeche immer das Volk in Form von Wohlstands- und Arbeitsplatzverlust zahlen!
Wann kehrt endlich wieder Vernunft und Verstand in Politik und den Medien in Deutschland zurück?!

friese08

11.10.2012, 08:56 Uhr

Das ist aus Deutschland geworden für Griechenland gibt es Milliarden aber um die Wirtschaft im eigenen Land zu stärken
und zukunftsorientiert zu denken da fehlt es an allem.
Unsere Politiker denken nur in ihre eigene Tasche.
Wir sollten endlich aufwachen und uns gegen den Staat stellen. Wir werden nur Abgezockt immer und überall

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