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03.12.2012

11:53 Uhr

Windenergie

Nordex schließt Rotorblattproduktion in China

Der Preisdruck in der Windkraftbranche macht Nordex zu schaffen. Um Kosten abzubauen, soll zum Jahresende die Rotorblattproduktion in China dichtgemacht werden. Dort kann der Turbinenbauer ohnehin kaum Fuß fassen.

Eine neue Windkraftanlage von Nordex. dpa

Eine neue Windkraftanlage von Nordex.

DüsseldorfDer Windturbinenbauer Nordex hat nach der bislang erfolglosen Partnersuche in China nun die Reißleine gezogen. Der unter dem Preisdruck in der Branche ächzende Hamburger Konzern kündigte am Montag an, die Rotorblattproduktion in der Volksrepublik zum Jahresende dicht zu machen. 130 der insgesamt 160 Stellen in der Fabrik in Dongying würden wegfallen. Allein das Montagewerk bleibe erhalten. Firmenchef Jürgen Zeschky erklärte, mit dem Abbau von Strukturkosten solle die chinesische Landesgesellschaft "auf ein nachhaltig profitables Fundament" gestellt werden.

In China können ausländische Windturbinenbauer kaum Fuß fassen. Nach Angaben eines Nordex-Sprechers gingen "99,9 Prozent der Aufträge" an chinesische Hersteller. Daher hatte das Nordex-Management seit längerem einen Partner vor Ort gesucht. Vielversprechende Verhandlungen mit einem Staatskonzern seien zuletzt aber mit dem Regierungswechsel in China geendet, erklärte der Nordex-Sprecher.

Offshore-Windenergieleistung 2011 weltweit

Platz 1: Vereinigtes Königreich

Offshore-Nennleistung 2011: 1.525 Megawatt

2. Platz: Dänemark

Offshore-Nennleistung 2011: 858 Megawatt

3. Platz: Niederlande

Offshore-Nennleistung 2011: 249 Megawatt

4. Platz: China

Offshore-Nennleistung 2011: 222 Megawatt

5. Platz: Deutschland

Offshore-Nennleistung 2011: 215 Megawatt

6. Platz: Belgien

Offshore-Nennleistung 2011: 195 Megawatt

7. Platz: Schweden

Offshore-Nennleistung 2011: 164 Megawatt

8. Platz: Finnland

Offshore-Nennleistung 2011: 30 Megawatt

9. Platz: Japan

Offshore-Nennleistung 2011: 25,3 Megawatt

10. Platz: Irland

Offshore-Nennleistung 2011: 25 Megawatt

Der seit März amtierende Firmenchef Zeschky will den immer wieder mit Verlusten kämpfenden Windturbinenbauer mit einem Sparkurs durch die Branchenkrise steuern. Dabei setzt der studierte Maschinenbauer den Rotstift vor allem bei den Produktionskosten an. Zudem will er die Geschäfte "Projektentwicklung" und "Service" ausbauen, mit denen mehr Geld zu verdienen ist als mit dem reinen Turbinenbau.

Die größten Windkraftanlagenhersteller weltweit

Platz 1

Der Markt für Windkraftanlagen ist weltweit sehr zerstückelt. So kommt der größte Windkraftanlagenhersteller Vestas aus Dänemark laut Marktforscher IHS weltweit gerade einmal auf einen Anteil von 12,7 Prozent.

Platz 2

Nicht nur in der Solaranlagen- sondern auch in der Windkraftbranche sind die Chinesen stark vertreten. Auf dem zweiten Platz der größten Windanlagenhersteller liegt das Unternehmen Sinovel mit einem Marktanteil von neun Prozent.

Platz 3

Auch der dritte Platz ist in chinesischer Hand. Goldwind kommt auf einen Marktanteil von 8,7 Prozent.

Platz 4

Auf dem vierten Platz findet sich das spanische Unternehmen Gamesa wieder, mit einem Marktanteil von acht Prozent. Der spanische Markt für Windkraft ist nach Deutschland der zweitgrößte in Europa.

Platz 5

Erst auf dem fünften Platz ist eine deutsche Firma: Enercon. Das Familienunternehmen aus Aurich hat einen Anteil am Weltmarkt von 7,8 Prozent.

Platz 6

Den sechsten Platz belegen die US-Amerikaner GE Energy mit 7,7 Prozent Marktanteil.

Platz 7

Suzlon aus Indien belegt mit einem Marktanteil von 7,6 Prozent den siebten Platz weltweit. Der Windkraftanlagenbauer steckt jedoch bereits seit einiger Zeit in den roten Zahlen.

Platz 8

Auf dem achten Platz findet sich wieder ein chinesischer Anlagenbauer: Guodian United Power hat einen Anteil am Weltmarkt von 7,4 Prozent.

Platz 9

Auf Platz neun findet sich wieder ein deutsches Unternehmen. Siemens hat einen weltweiten Marktanteil von 6,3 Prozent - und damit nicht einmal die Hälfte des Anteils von Marktführer Vestas.

Platz 10

Platz 10 der größten Windkraftanlagenhersteller weltweit belegt das Unternehmen Mingyang mit einem Marktanteil von 3,6 Prozent.

Die Branche, zu der neben Nordex auch REpower mit seiner Konzernmutter Suzlon sowie Vestas gehören, leidet seit der Wirtschaftskrise unter Überkapazitäten und Preisverfall. Vielversprechende Märkte sind neben Europa und China die USA und Afrika.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

03.12.2012, 14:37 Uhr

Na, dann wird Nordex demnächst Windmühlen handeln, statt herstellen.

Azzuro76

03.12.2012, 14:44 Uhr

Oder seine Produktion am Standort Rostock ausbauen statt in China...man sucht derzeit 150 Mitarbeiter für die...Rotorblattproduktion.

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