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24.06.2012

16:15 Uhr

Windenergie

RWE fordert Ausgleich für Offshore-Probleme

Der Ausbau der Windenergie stockt. Deshalb fordert RWE von der Bundesregierung einen wirtschaftlichen Ausgleich. Falls dies nicht geschehe, sei die Energiewende in Gefahr.

Morgenstimmung über dem Offshore-Windpark Alpha Ventus in der Nordsee. dpa

Morgenstimmung über dem Offshore-Windpark Alpha Ventus in der Nordsee.

Frankfurt Der neue RWE-Chef Peter Terium verlangt wegen des stockenden Ausbaus der Windenenergie auf hoher See Zugeständnisse der Bundesregierung an die Versorger. "Wir fordern die Bundesregierung auf, mit uns und den anderen Investoren über die Lösung des Problems und einen wirtschaftlichen Ausgleich zu reden", sagte der Manager eine Woche vor seinem Amtsantritt in einem am Sonntag veröffentlichten "Spiegel"-Interview. Wenn dies nicht geschehe, seien die deutschen Offshore-Planungen bis zum Jahr 2020 nicht mehr erfüllbar. Von den Bürgern fordert Terium ebenso wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, die für die Energiewende nötigen neuen Stromtrassen zu akzeptieren.

RWE wie auch Konkurrent Eon hatten die Bundesregierung schon früher vor dem Scheitern ihrer Ausbaupläne für Windkraft gewarnt. Ein Problem ist etwa, dass die Stromnetzbetreiber mit dem Anschluss der Windparks nicht hinterherkommen.

Weil Windkraftwerke vor allem in Norddeutschland stehen, der Strom aber auch im Süden gebraucht wird, müssen in den kommenden Jahren Tausende Kilometer Stromleitungen gebaut werden. "Tatsächlich hat der zuständige Netzbetreiber Tennet uns gerade mitgeteilt, dass es weitere massive Verzögerungen beim Anschluss unseres Offshore-Windparks Nordsee Ost gibt", sagte Terium. "Damit ist die Wirtschaftlichkeit des Windparks extrem gefährdet."

RWE will in der Nordsee mehrere Windparks mit einer Gesamtleistung von 1000 Megawatt bauen, was der Leistung eines Atommeilers entspricht. Der Energieriese will Milliarden Euro in den Ausbau seines Ökostromgeschäftes stecken. Wegen der Belastungen infolge des Atomausstiegs und der Schulden von RWE sei der Spielraum für Investitionen allerdings begrenzt, räumte Terium ein.

Beim Ausbau der Windkraft auf hoher See gebe es zudem weitere Verzögerungen, für die die Versorger nicht verantwortlich gemacht werden könnten. "Die Genehmigungsverfahren kommen nicht voran. Die Lieferanten können nicht schnell genug liefern. Es gibt nicht genügend Spezialschiffe für die Installation." Die Energieversorger hielten dennoch daran fest, jährlich ein Gigawatt Stromerzeugungskapazität vor den deutschen Küsten zu bauen.

Kommentare (8)

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weq

24.06.2012, 16:49 Uhr

RWE hat schon eine Befreiung von Stromkosten für Braunkohle und kassiert Agrarsubventionen. Go home RWE!!

erich

24.06.2012, 17:36 Uhr

Es fasziniert mich immer wieder wie der immense erfolg des EEG als "Problem" dargestellt wird.
ja da haben wir energie zum abwinken, es fehlen sogar leitungen um ihn abzutransportieren ! Eigentlich ein fantastische Nachricht, denn die Leitungen werden kommen.
Es ist so als habe man riesige erdoelvorkommen gefunden, aber man sich gräme, weil es pipelines zu bauen gibt !

Die "Kosten" des EEG werden regelmaessig falsch berechnet und uebertrieben, und viele Effekte, wie die daempfende wirkung des windstromes auf die preise an der leipziger stromboerse, die verringerung der energieimporte, der massive arbeitsplatzeffekt (1 Mw wind braucht 4 mal soviel arbeitsplaetze wie 1Mw kkw), der export, die belebung sonst wirtschaftlich toter regionen, das alles und mehr wird von der presse einfach totgeschwiegen.

JAJA

24.06.2012, 17:52 Uhr

Wie hoch war doch gleich die Dividende für die Aktionäre?
Wer hat in den letzten Dekaden den Netzausbau verpennt?
Das ist Finanzierungspolitik ala Banksterstyle.
Überall dort, wo auf regionaler Ebene agiert wird klappts.
Wofür braucht man eigentlich diese Konzerne denn genau?

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