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18.09.2012

16:02 Uhr

Windenergiemesse

Wind-Jammer in Husum

VonDana Heide

Vestas, Nordex, Suzlon - die Liste der Windanlagenhersteller, die rote Zahlen schreiben, ist lang. Ab heute kommt die Branche zum größten Branchentreff Deutschlands in Husum zusammen. Für viele geht es um die Existenz.

Windkraftanlagen vor untergehender Sonne: Viele Unternehmen schreiben rote Zahlen. dpa

Windkraftanlagen vor untergehender Sonne: Viele Unternehmen schreiben rote Zahlen.

DüsseldorfIm vergangenen Jahrzehnt wurden die Windradbauer mit Wachstumsraten von durchschnittlich 30 Prozent verwöhnt. Diese Zeiten sind längst vorbei. Heute sieht die Lage ganz anders aus. Im vergangenen Jahr wuchs der Markt nur noch um rund 20 Prozent. Und der Marktforscher Make Consulting hat errechnet, dass die weltweite Nachfrage nach Windturbinen im ersten Halbjahr dieses Jahres um 30 Prozent eingebrochen ist.

„Im nächsten Jahr wird es erstmals seit Bestehen der Branche einen deutlichen Rückgang der Neuinstallationen geben“, prophezeit Andreas Reuter, Institutsleiter am Fraunhofer Institut für Windenergie und Systemtechnik (IWES) in Bremerhaven.

Langfristig erwartet zwar etwa die Commerzbank wieder ein Wachstum in der Branche. Doch mit sieben Prozent dürfte das wesentlich geringer als zu den besten Zeiten des Windbooms ausfallen.

Die größten Windkraftanlagenhersteller weltweit

Platz 1

Der Markt für Windkraftanlagen ist weltweit sehr zerstückelt. So kommt der größte Windkraftanlagenhersteller Vestas aus Dänemark laut Marktforscher IHS weltweit gerade einmal auf einen Anteil von 12,7 Prozent.

Platz 2

Nicht nur in der Solaranlagen- sondern auch in der Windkraftbranche sind die Chinesen stark vertreten. Auf dem zweiten Platz der größten Windanlagenhersteller liegt das Unternehmen Sinovel mit einem Marktanteil von neun Prozent.

Platz 3

Auch der dritte Platz ist in chinesischer Hand. Goldwind kommt auf einen Marktanteil von 8,7 Prozent.

Platz 4

Auf dem vierten Platz findet sich das spanische Unternehmen Gamesa wieder, mit einem Marktanteil von acht Prozent. Der spanische Markt für Windkraft ist nach Deutschland der zweitgrößte in Europa.

Platz 5

Erst auf dem fünften Platz ist eine deutsche Firma: Enercon. Das Familienunternehmen aus Aurich hat einen Anteil am Weltmarkt von 7,8 Prozent.

Platz 6

Den sechsten Platz belegen die US-Amerikaner GE Energy mit 7,7 Prozent Marktanteil.

Platz 7

Suzlon aus Indien belegt mit einem Marktanteil von 7,6 Prozent den siebten Platz weltweit. Der Windkraftanlagenbauer steckt jedoch bereits seit einiger Zeit in den roten Zahlen.

Platz 8

Auf dem achten Platz findet sich wieder ein chinesischer Anlagenbauer: Guodian United Power hat einen Anteil am Weltmarkt von 7,4 Prozent.

Platz 9

Auf Platz neun findet sich wieder ein deutsches Unternehmen. Siemens hat einen weltweiten Marktanteil von 6,3 Prozent - und damit nicht einmal die Hälfte des Anteils von Marktführer Vestas.

Platz 10

Platz 10 der größten Windkraftanlagenhersteller weltweit belegt das Unternehmen Mingyang mit einem Marktanteil von 3,6 Prozent.

Vor allem die deutschen Windkraftanlagenhersteller sind sehr exportorientiert. Laut aktuellen Zahlen des Verbands deutscher Anlagen und Maschinenbauer VDMA gehen zwei Drittel der Anlagen ins Ausland. Und das wird den Herstellern nun zum Verhängnis. Experten rechnen damit, dass der amerikanische Markt Ende des Jahres einbrechen wird, weil eine für die Windbranche wichtigen Subvention ausläuft.

Auch in China könnten in den nächsten Jahren deutlich weniger Anlagen installiert werden - das Land hat Probleme beim Netzausbau. Hinzu kommen die auf Grund der schlechten Lage der Banken und der angespannten europäischen Wirtschaft stark geschrumpften Finanzierungsmöglichkeiten.

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Die Begeisterung für Windräder im Kleinformat ist groß, die Branche verzeichnet zweistellige Wachstumsraten. Doch die wenigsten Standorte eignen sich für die autarke Stromversorgung, warnen Experten.

Reuter rechnet damit, dass vor allem die kleineren Unternehmen, entweder übernommen werden oder eingehen. „Die besten Überlebenschancen haben die Unternehmen, bei denen die Windenergie nur einer der Geschäftsbereiche ist, wie etwa Siemens oder Alstom“, sagt Reuter.

Den Windradbauern stehen jedenfalls noch harte Zeiten bevor. Denen begegnen sie unterschiedlich. Manche lassen sich auf den Preiskampf im Massenmarkt ein, etwa General Electrics (GE) aus den USA. Sie nutzen ihre international vernetzte Einkaufsmacht, um die Preise zu drücken. Siemens, Nummer Neun unter den Windkraftanlagenherstellern weltweit, will die Produktion straffen. Gegenüber der „Wirtschaftswoche“ sagte Felix Ferlemann, Chef der Windenergiesparte bei Siemens: „Die Kosten müssen jedes Jahr um fünf bis zehn Prozent sinken“. Die Produktion solle nach dem Vorbild der Autoindustrie auf Serienfertigung und Plattformstrategien umgestellt werden.

Kommentare (6)

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18.09.2012, 16:46 Uhr

Salzgitter Ag mit Riesen-Auftrag zur Herstellung der Röhren für die Offshore-Windräder. KAUFEN .... !

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18.09.2012, 18:00 Uhr

In China werden ausländische Anbieter systematisch aus dem Markt gedrängt. Wer nicht mindestens dort produziert (und damit sein Fachwissen frei Haus liefert) hat keine Chancen. Außerdem ist dort nur die Hälfte der installierten Leistung produktiv im Einsatz. Die Hälfte davon hat keinen Netzanschluss!

Hier geschieht genau das in kleinen was in der Solarbranche im großen Stil abging: So lange die Subventionen sprudeln können sich auch schlechte Hersteller halten. Jetzt, da diese langsam dünner werden zeigt sich wer ein tragfähiges Produkt hat. Die ertragreichen Standorte ohne NIMBs sind so langsam auch knapp.

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18.09.2012, 18:05 Uhr

Es gibt eine Halde an Maschinenkomponenten, die Durchlaufzeiten sind hier deutlich höher als bei den Türmen (die auch an den Standort angepasst werden müssen). Z.Zt. ist die Produktion gedrosselt.

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