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16.04.2012

14:01 Uhr

Windkraft

Chinesen wollen Anlagenbauer Vestas übernehmen

Der weltgrößte Windkraftanlagenbauer Vestas steckt in einer tiefen Krise. Jetzt haben die Dänen das Interesse von zwei chinesischen Unternehmen geweckt. Sie könnten mit dem Kauf an die Weltspitze rücken.

Vestas steckt in der Krise - und ist für chinesische Firmen interessant. dpa

Vestas steckt in der Krise - und ist für chinesische Firmen interessant.

AarhusDer weltgrößte Windturbinen-Hersteller Vestas wird an der Börse als heißer Übernahmekandidat gehandelt. Berichte über ein angebliches Interesse zweier chinesischer Rivalen trieben den Aktienkurs des dänischen Unternehmens am Montag um knapp 20 Prozent in die Höhe. Der Konzern wurde damit insgesamt mit umgerechnet mehr als 1,5 Milliarden Euro bewertet.

Der dänischen Tageszeitung „Jyllands-Posten“ zufolge haben aus der Volksrepublik Marktführer Sinovel und der Branchenzweite Xinjiang Goldwind mit Bankern über die Möglichkeit von Offerten diskutiert.

Die Windenergie-Industrie befindet sich in der Krise. Überkapazitäten, sinkende Turbinen-Preise und eine geringere staatliche Förderung für erneuerbare Energien belasten die Branche. Vestas hat nach zwei Gewinnwarnungen seit Oktober mehr als die Hälfte des Börsenwertes verloren. Im Januar gab das Unternehmen eine große Umbesetzung des Managements und Pläne zur Streichung von mehr als 2300 Stellen bekannt.

Goldwind und Vestas wollten sich zu dem Zeitungsbericht nicht äußern. Von Sinovel war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. China baut seine Ökostromindustrie seit einigen Jahren stark aus. In der Windenergie ist das Land inzwischen der größte Markt. Allerdings haben heimische Unternehmen oft noch große technologische Probleme. Mit Vestas könnten die Chinesen die Lücke zu den europäischen Konkurrenten auf einen Schlag schließen und an die Weltspitze rücken.

Analysten halten ein Kaufinteresse der chinesischen Konkurrenten für plausibel. Für beide wäre Vestas ein starkes Übernahmeziel, sagte Keith Li von CIMB Research. Vor allem Goldwind verfolge sehr aggressive Expansionspläne. Mit Vestas würden die Chinesen ein Sprungbrett für weiteres Wachstum und eine wertvolle Marke einkaufen.

Geldprobleme hätten Goldwind und Sinovel nicht. „Beide haben die Rückendeckung des Staates und könnten bei Bedarf auf eine Finanzierung durch Banken zurückgreifen“, sagte Li. Wie „Jyllands-Posten“ unter Berufung auf Finanzkreise berichtete, gibt es allerdings auch ein erhebliches Hindernis: Die breite Aktionärsbasis könne es den Bietern schwermachen, sich mehr als 90 Prozent an Vestas zu sichern.

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Kommentare (17)

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Account gelöscht!

16.04.2012, 12:45 Uhr

was wollen sich die Europäer eigentlich noch alles wegnehmen lassen? In Deutschland wird die Solarbranche demontiert und Dänemark hat Probleme mit den Windrädern. Armes Europa ist China eigentlich des All-Heil-Mittel? Hoffentlich nicht.

Account gelöscht!

16.04.2012, 13:07 Uhr

Europa debattiert, China handelt

Petra

16.04.2012, 13:09 Uhr

Firma übernehmen
Know-how übernehmen
Firma sterben lassen
Die Chinesen sind einfach clever...

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