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31.01.2009

08:21 Uhr

Windkraft

Zweifel am weltgrößten Offshore-Projekt „London Array“

VonJürgen Flauger und Dirk Heilmann

Der Aufbau des weltgrößten Offshore-Windparks, "London Array", bereitet seinen Anteilseignern zunehmend Sorgen. Intern wird das Vorhaben beim Eon-Konzern bereits in Frage gestellt. Und auch einer der Partner meldet ernsthafte Zweifel an.

Pilotanlage vor Hooksiel in Norddeutschland. Vor der britischen Küste sollen 270 Turbinen entstehen. Foto: AP ap

Pilotanlage vor Hooksiel in Norddeutschland. Vor der britischen Küste sollen 270 Turbinen entstehen. Foto: AP

DÜSSELDORF/LONDON. Der Aufbau des weltgrößten Offshore-Windparks, "London Array", bereitet seinen Anteilseignern zunehmend Sorgen. "Die Finanzierung solcher Projekte ist sicher schwieriger geworden", räumte Mike Lewis, Geschäftsführer Europa der zuständigen Eon-Tochter Climate & Renewables ein, "dennoch halten wir London Array für ein sehr wichtiges Projekt, das wir mit unseren Partnern realisieren wollen." Intern wird das Vorhaben beim Eon-Konzern aber bereits in Frage gestellt. Und auch einer der Partner, Masdar, eine staatliche Investmentgesellschaft aus dem Emirat Abu Dhabi, meldet ernsthafte Zweifel an.

London Array ist sowohl für die britische Regierung als auch für Eon ein Prestigeprojekt. Vor der britischen Küste, in der Themsemündung, sollen 270 Turbinen installieren werden, die mit einer Leistung von 1 000 Megawatt 750 000 Haushalte mit Strom versorgen können. Bis 2012 sollen bereits zwei Drittel der Anlagen stehen. Eon ist an dem Projekt mit 30 Prozent beteiligt, Masdar mit 20 Prozent, 50 Prozent hält die dänische Dong.

Zum Investitionsvolumen machen die Unternehmen keine Angaben. Branchenkreise schätzen aber, dass es rund 2,5 Mrd. Pfund (2,7 Mrd. Euro) beträgt. Im vergangenen Sommer geriet das Projekt schon einmal in Schwierigkeiten, als der erste Projektpartner von Eon und Dong, der Ölkonzern Shell ausstieg, weil er die Rentabilität in Zweifel zog. Um so erleichterter war die Eon-Führung als im Herbst mit Masdar ein neuer kapitalstarker Partner gefunden wurde.

Inzwischen haben sich die Rahmenbedingungen aber schon wieder deutlich verändert. Vor allem der rapide gesunkene Öl- und Gaspreis relativiert die Rentabilität von Windkraftprojekten.

Masdar äußerte in der vergangenen Woche bereits Zweifel. "Die Wirtschaftlichkeit des Projekts sollte noch einmal überprüft werden", sagte der für Innovationen und Investitionen zuständige Manager Ziad Tassabehji. Masdar arbeite daran mit seinen Partnern.

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