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14.08.2012

07:53 Uhr

Windturbinenbauer

Nordex landet in der Verlustzone

Die Windkraftbranche steckt in der Krise. Ein weiteres Beispiel dafür sind die heutigen Zahlen von Nordex. Der Windturbinenbauer leidet unter dem Preisverfall und hat den Verlust im zweien Quartal ausgeweitet.

Rotorflügeln für Windkraftanlagen auf dem Firmengelände in Rostock: Nordex hat Probleme. dpa

Rotorflügeln für Windkraftanlagen auf dem Firmengelände in Rostock: Nordex hat Probleme.

DüsseldorfDer Windturbinenbauer Nordex ist wegen des Preisdrucks und mangelnder Kapazitätsauslastung im ersten Halbjahr tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Bei einem Umsatzplus von 4,4 Prozent auf 421,1 Millionen Euro verbuchte der Hamburger Konzern operativ ein Minus (Ebit) von 13,1 Millionen Euro, wie Nordex am Dienstag mitteilte. Vor Jahresfrist stand noch ein knapper Gewinn von 1,6 Millionen Euro in den Büchern. Netto stieg der Verlust auf 23,3 Millionen Euro.

Mut machen dem Vorstand allerdings die gut gefüllten Orderbücher: Der Auftragsbestand stieg um 50 Prozent auf 873 Millionen Euro. Daher bekräftigte der Vorstand seine Prognose für das Gesamtjahr, die einen Umsatz von 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro vorsieht. Voraussetzung für das Erreichen der oberen Bandbreite sei indes die beschleunigte Abwicklung von Projekten.

Im ersten Halbjahr habe sich der Eingang einzelner Aufträge kundenseitig verschoben, teilte Nordex mit. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) soll sich 2012 je nach Preisentwicklung zwischen einem und drei Prozent bewegen. Das wäre rein rechnerisch im schlechtesten Fall ein Ebit von zehn Millionen Euro und im besten Fall von 33 Millionen Euro.

Die Branche, zu der neben Nordex auch REpower mit seiner Konzernmutter Suzlon sowie Vestas gehören, leidet seit der Wirtschaftskrise unter Überkapazitäten und Preisverfall. Vielversprechende Märkte sind neben Europa und China die USA und Afrika.

Von

rtr

Kommentare (5)

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vandale

14.08.2012, 08:25 Uhr

Die Windenergiebranche ist analog der Solarbranche Teil der Blase, bzw. der Illusion "Erneuerbarer Energien".

Windmühlen sind technisch nicht zu komplex und so liegt es nahe dass man diese ökoreligiösen Monumente zunehmend in Schwellenländern für die (subventionierten) Märkte In Deutschland und Anderswo herstellt.

Die zunehmende finanzielle Knappheit der Altindustriestaaten wird diese früher, oder später zwingen die Subventionen für wertlosen Zufallsstrom zu reduzieren.

Vandale

Belisar

14.08.2012, 10:05 Uhr

Fossile Energieerzeugung schafft Probleme, aber auch regenerative Energieerzeugung schafft Probleme. So ist nicht abzuschätzen, welchen Schaden der Lärm in der Unterwasserwelt anrichtet, wenn Fundamente für Tausende geplanter Offshore-Anlagen eingerammt werden; und Vögel, welche die Geschwindigkeit der Rotoren unterschätzen, werden von diesen in noch nicht sicher eruierter Anzahl erschlagen. Wiegen diese Nachteile so schwer, dass man lieber seine Zweifel am Heil fossiler (und atomarer) Energieerzeugung weiter zu unterdrücken sucht? Sind doch die Wissenschaftler sich größtenteils einig darin, was den Anteil der Menschen am Klimawandel betrifft, dessen Folgen nicht für alle gleichermaßen, aber doch für eine rasant wachsende Zahl von Menschen und Tieren katastrophale Ausmaße annehmen.

So viel lässt sich mit Sicherheit sagen, dass es alles andere als angebracht ist, die Erneuerbaren als Blase, Illusion und Ökoreligion zu diskreditieren, nur weil temporär vielleicht tatsächlich eine Überförderung von Wind- und Solarenergie stattfindet. Wer darüber hinaus den modernen Windmühlen ihre technische Komplexität abspricht, stellt nur unter Beweis, dass er sich mit den technischen Aspekten nur sehr rudimentär oder gar nicht auseinandergesetzt hat und um eine Qualifikation, sich über dieselben zu fachgerecht zu äußern, sehr viel stärker bemühen sollte, als dies offenbar in der Vergangenheit geschehen ist.

Was die zugegebenermaßen unbefriedigende Förderpolitik angeht, muss allein die Politik sich vorhalten lassen, dass es ihr einfach nicht gelingt, einen gerechten und zuverlässigen Rahmen zu setzen, innerhalb dessen die Wirtschaft langfristig planen kann. In diesem Sinne ist es - um nur ein Beispiel zu nennen - absolut kontraproduktiv, ein überarbeitetes EEG auf den Weg bringen zu wollen, dass der willkürlichen und überstürzten Anpassung der Fördersätze Tür und Tor öffnet. Über deren angemessene Höhe allerdings lässt sich trefflich streiten.

vandale

14.08.2012, 11:06 Uhr

Hallo Belisar...sicherlich hat auch der Bau von Windmühlen Herausforderungen..von der Dimensionierung des Fundaments, dem Stahlbau, Getriebe, Generator, Flügel (schwingungen) etc. Verglichen mit modernen Stromerzeugungsmethoden wie fossilen Kraftwerken, oder Kernkraftwerken erscheinen mir diese Herausforderungen jedoch nicht allzu komplex.

Beispielsweise haben die Chinesen innerhalb weniger Jahre gelernt brauchbare Windmühlen herzustellen.
Seit mehr als 30 Jahren sucht China Kernkraftwerke in Eigenregie herzustellen. Bislang bevorzugen Chinesische Versorger importierte, bzw. teilimportierte Kraftwerke.

Vandale

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