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22.09.2012

15:04 Uhr

„Wir sind im Angriffsmodus“

General Electric rückt Siemens auf die Pelle

VonAxel Höpner

Siemens kämpft derzeit mit einem heftigen Auftragseinbruch. Rivale General Electric zögert nicht lange, und will den Angriff auf die Deutschen in ihrer Schwächephase verstärken. Erste Erfolge zeigen sich bereits.

Werk von General Electric: Die Amerikaner mussten den deutschen Markt erstmal kennenlernen. dapd

Werk von General Electric: Die Amerikaner mussten den deutschen Markt erstmal kennenlernen.

GarchingVoller Stolz trat Siemens-Chef Peter Löscher vor zwei Jahren in Berlin vor die Führungskräfte seines Konzerns. Nach jahrzehntelanger Aufholjagd hatten die Münchener in Sachen Profitabilität das Niveau des Rivalen General Electric erreicht. "Wir sind auf Augenhöhe", sagte Löscher. Aus der letzten Konjunkturkrise kam Siemens dann zudem mit mehr Schwung heraus.

Doch auf den Lorbeeren ausruhen konnte sich Löscher nicht - im Gegenteil. Aktuell leiden zwar beide Rivalen unter der Konjunkturabkühlung, doch bei Siemens fiel der Einbruch beim Auftragseingang besonders heftig aus. Als Reaktion lässt Löscher gerade ein neues Sparprogramm entwerfen. GE will nun in dieser Phase Siemens verstärkt auf dem deutschen Heimatmarkt angreifen. "Wir sind weiter im Angriffsmodus", sagte GE-Deutschland- und Europa-Chef Ferdinando Beccalli-Falco dem Handelsblatt.

Trotz Abschwung will GE keine Abstriche bei den Investitionsplänen machen. Laut Beccalli-Falco gewinnt der Konzern in Deutschland derzeit Marktanteile. 2012 werde der Deutschland-Umsatz wahrscheinlich prozentual zweistellig wachsen. Zum Vergleich: Siemens steigerte den Umsatz im Heimatmarkt mit seinen 119 000 Inlandsbeschäftigten in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres um drei Prozent auf 8,1 Milliarden Euro.

GE hat hierzulande allerdings auch starken Nachholbedarf. Auf vielen Feldern dominiert Siemens nahezu unangefochten. General Electric verkündet zwar alle Jahre wieder Deutschland-Offensiven. Doch liegt der Marktanteil laut Experten in vielen Segmenten allenfalls im niedrigen einstelligen Prozentbereich, der Umsatz laut Beccalli-Falco im einstelligen Milliardenbereich.

Bis 2015 will Beccalli-Falco die Erlöse in Deutschland verdoppeln. Er hat die Vertriebsmannschaften und die Forschungsabteilungen massiv ausgebaut. In den vergangenen Monaten wurden 500 Mitarbeiter eingestellt, aktuell sind es rund 7 000 Beschäftigte. Das europäische Forschungszentrum in Garching soll doppelt so groß werden wie aktuell. Geplant sind Investitionen von 30 Millionen Euro und die Einstellung von 200 zusätzlichen Forschungsingenieuren.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

22.09.2012, 19:43 Uhr


Eines der größten Probleme von GE ist, dass die Außendienstmitarbeiter, d.h. die Leute die am Nächsten am Kunden sind in der Vergangenheit schneller gewechselt haben bzw. wurden, als an der Tankstelle die Benzinpreise. Das ist auf einem Markt, wo Kundenbindung durch gute Kontakte wichtiger ist als alles andere, geradezu tödlich.

Brasil

23.09.2012, 03:24 Uhr

Kann man nur hoffen, dass GE erreicht was es will. Damit wuerde endlich dieses Korruptionsunternehmen dorthin verfrachtet, wo es hin gehoert!
Es gibt wohl kein einziges Projektgeschaeft auf der ganzen Welt, das Siemens sich nicht durch Korruption erkauft hat!

Account gelöscht!

23.09.2012, 07:01 Uhr

Da sich Siemens aus der Kerntechnik zurückgezogen hat, ist der Konzern für die zentrale Zukunftstechnologie nicht mehr aufgestellt. Der Schwachsinn mit Windmühlen und Sonnenplatten wird ein Rohrkrepierer werden und Siemens mit in den Abgrund reißen.

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