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27.02.2004

17:47 Uhr

Wirtschaftlichkeit der Aktivitäten auf dem Prüfstand

VW: Mit "ForMotion"-Programm zu mehr Ertragskraft

Angesichts der schwachen Automobilnachfrage und des Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr zieht Europas größter Autokonzern Volkswagen bei Kosten und Investitionen die Notbremse. Mit einem Maßnahmenprogramm will man die Ertragskraft steigern. An der Börse reagierte die VW-Aktie kaum auf die Ankündigung.

HB WOLFSBURG. Alle Aktivitäten sollen auf ihre Wirtschaftlichkeit hin überprüft werden, teilte VW am Freitag in Wolfsburg mit. „Unsere Ziele sind dabei Umsatzsteigerung, Kostensenkung und eine weitere Reduzierung der Investitionen im Konzern“, ergänzte VW-Chef Bernd Pischetsrieder. Das Sofortprogramm, über das der Vorstand den Aufsichtsrat informierte, solle bereits in der Bilanz des laufenden Jahres Wirkung entfalten. Analysten begrüßten die angekündigten Schritte.

In der Summe steigere das Programm kurz- und mittelfristig die Ertragskraft, teilte VW mit. Das Programm mit dem Titel „ForMotion“ beziehe alle Bereiche des Konzerns ein. Von den Einsparungen unberührt solle die laufende Modelloffensive bleiben. Einzelheiten zum Programm will VW auf der Bilanzpressekonferenz am 9. März veröffentlichen. Die VW-Aktie reagierte kaum auf die Ankündigungen. Am späten Nachmittag notierte das Papier im Deutschen Aktienindex Dax in einem freundlichen Umfeld 0,08 Prozent im Plus bei 37,93 Euro.

„Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Konjunktur auf den wichtigsten Automobilmärkten entgegen aller Prognosen noch immer nicht angesprungen ist. Auch auf der Währungsseite sind auf absehbare Zeit keine positiven Impulse zu erwarten“, sagte Pischetsrieder. VW beschleunige deshalb seine bereits eingeleiteten Bemühungen zur Optimierung der Abläufe nochmals deutlich. Darüber hinaus war in der Mitteilung die Rede von zusätzlichen Maßnahmen zur Ergebnissicherung, ohne dass diese allerdings im einzelnen aufgeführt oder erläutert wurden. Auch der daraus für das laufende Jahr erwartete Ertragseffekt wurde nicht beziffert.

Branchenbeobachter begrüßten die Ankündigung dennoch. Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler, sagte: „Das zeigt, dass man zurzeit bei den Ergebnissen deutlich unter Plan liegt.“ Positiv sei, dass VW bereit sei, zu agieren und nicht einfach abwarte und in einigen Monaten dann gezwungen sei, seine Planung zu revidieren. Konzern-Chef Pischetsrieder war in den vergangenen Monaten wiederholt kritisiert worden, weil er die Konjunkturentwicklung zu positiv einschätzte und anschließend seine Prognosen korrigieren musste.

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