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03.04.2011

17:52 Uhr

Wirtschaftspolitik

Bosse gegen Schwarz-Gelb

VonMarc Brost
Quelle:Zeit Online

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg ist ein Denkzettel für den Kurs von Union und FDP in Berlin, eine Wahl der Wut und ein Ausdruck der Enttäuschung. Die Wirtschaft fällt vom schwarz-gelben Glauben ab.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (M.) mit dem Vorstandsvorsitzenden der RWE AG, Harry Roels (l.), und dem Vorstandsvorsitzenden der DaimlerChrysler AG, Dieter Zetsche. Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (M.) mit dem Vorstandsvorsitzenden der RWE AG, Harry Roels (l.), und dem Vorstandsvorsitzenden der DaimlerChrysler AG, Dieter Zetsche.

BerlinDie Herzschlagader der baden-württembergischen Industrie ist die Autobahn A81. Links und rechts reihen sich die Fabriken. Im Süden von Stuttgart, gleich an der Ausfahrt Sindelfingen, liegt das große Daimler-Werk. Im Norden, entlang der Strecke hinauf nach Heilbronn, produzieren die großen Zulieferer, Maschinenbauer und Werkzeugmacher. Zehntausende Facharbeiter fahren jeden Morgen über die A81 zu ihren Betrieben.

Es gehört zu den Besonderheiten im Ländle, dass auch Arbeiter ihr Kreuz traditionell bei den bürgerlichen Parteien machten. Das ist nun anders. Viele haben am Wahlabend erstmals nicht CDU oder FDP gewählt – sondern die Grünen. Das mag mit der Atomkatastrophe in Japan und dem Streit um den deutschen Atomausstieg zu tun haben. Die Arbeitgeber dieser Arbeiter aber sind von Schwarz-Gelb schon länger enttäuscht.

Überall in der Republik wächst der Frust über die schwarz-gelbe Regierungspolitik – nicht nur in Baden-Württemberg. Und so gilt diese Landtagswahl als Denkzettel für den Kurs von Union und FDP in Berlin. Als Wahl der Wut. Als Ausdruck der Enttäuschung.

Die Unterstützung durch die Unternehmen war seit jeher die Machtbasis der bürgerlichen Parteien. Nun fällt ausgerechnet die Wirtschaft vom Glauben ab.

Nur wenige lassen sich in den ersten Tagen nach der Wahl mit ihrer Wut zitieren. Viele Unternehmer meiden die Medien. Politische Statements gelten als schlecht fürs Geschäft. Einer, der sich zitieren lässt, ist Patrick Adenauer, Chef der Kölner Baufirma Bauwens und Präsident des Verbands der Familienunternehmer. "Viele von uns Unternehmern haben durch die wankelmütige Politik der Bundesregierung ihre politische Heimat verloren", sagt er. Adenauer ist seit dreißig Jahren in der CDU, er ist der Enkel des ersten Bundeskanzlers, und seine Kritik ist deswegen bemerkenswert, weil vor der Wahl der selbst ernannte Enkel Konrad Adenauers – Helmut Kohl – die Regierung gerügt hatte. Nun legt der wirkliche Enkel nach.

Kommentare (1)

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heinrich

03.04.2011, 21:50 Uhr

Das ist wohl so. Merkel hat schon lange fertig, und gehört entlassen, eigentlich sogar die gesamte CDU.

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