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29.09.2011

11:32 Uhr

Wirtschaftsreise

Winterkorn und McAllister reisen nach Südamerika

Mit einer hochrangigen Delegation macht sich der VW-Konzern auf den Weg, in Südamerika den Markt aufzumischen. Dort ist der Konzern schon über 50 Jahre aktiv und will jetzt das ganze Potential der Riesenmärkte nutzen.

VW-Chef Martin Winterkorn reist mit einer Delegation zu den südamerikanischen VW-Werken. dapd

VW-Chef Martin Winterkorn reist mit einer Delegation zu den südamerikanischen VW-Werken.

Paulo, Buenos AiresEs soll eine Rückkehr zu den Wurzeln und zugleich eine Reise in die Zukunft werden. Beim Besuch des ältesten VW-Auslandswerks im brasilianischen Anchieta will Konzernchef Martin Winterkorn kommende Woche die Erfolgsgeschichte des über 50 Jahre alten Standorts beschwören. Der Blick des Managers, der mit einer 80-köpfigen Wirtschaftsdelegation um Niedersachsens Ministerpräsidenten und VW-Aufseher David McAllister nach Südamerika fährt, geht jedoch auch nach vorn: Wie geht es weiter auf dem wachstumsträchtigen Automarkt? Und wie verkraften die Werke auf dem Kontinent den Handelsstreit zwischen Brasilien und Argentinien?

Eigentlich ist die Stimmung bei den Wolfsburgern bestens, wenn sie auf die Absatzentwicklung in den beiden Schwellenländern schauen. Zwar gelten China, Indien und zunehmend auch Russland als zentrale Motoren der Auslandsnachfrage. Die Chancen an Zuckerhut und Rio de la Plata seien allerdings nicht zu unterschätzen. „Ein enormes Steigerungspotenzial ist da“, heißt es aus der Unternehmenszentrale.

Nach Angaben der Analysten von IHS Global Insight hat der Markt für die internationalen Autobauer in Südamerika zwischen 2006 und 2010 um die Hälfte zugelegt. Die Möglichkeiten seien beträchtlich - gerade im dünn besiedelten und industriell schwächeren Nordbrasilien. „Letztes Jahr lag das Land beim Bruttoinlandsprodukt weltweit auf Platz 8, bis 2020 könnte es Platz fünf sein“, glaubt VW. Auch die Autofahrer-Dichte nehme stetig zu, voriges Jahr kamen 150 Wagen auf 1000 Einwohner. „Selbst in Russland ist es schon fast das Doppelte.“ Schon jetzt schlagen sich viele Erwartungen in konkreten Zahlen nieder. Die Verkäufe der neun VW-Konzernmarken zogen in der Region Südamerika bis Ende August mit einem Plus von 10,4 Prozent aber noch nicht so stark an wie im weltweiten Schnitt (14 Prozent). Den Löwenanteil fuhr die Kernmarke VW mit 512.000 Wagen ein - immerhin plus 6,7 Prozent. Im boomenden Brasilien lag der Konzern-Marktanteil 2010 bei 23 Prozent. Die gesamte Branche meldete mit 3,51 Millionen Autos, Nutzfahrzeugen und Bussen den vierten Absatzrekord in Folge.

McAllister, der den 20-Prozent-Anteil seines Bundeslandes an den VW-Stammaktien zäh verteidigt, betonte vor der Abreise die große „Bedeutung, die der südamerikanische Markt für die Wirtschaft und Wissenschaft Niedersachsens hat“. Mit Brasilien - 2012 Partnerland der CeBIT in Hannover - will man noch engere Kontakte knüpfen.

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