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12.01.2007

07:52 Uhr

Wolfgang Bernhard geht

Audi-Team übernimmt Führung bei VW

Der neue Chef drückt aufs Tempo: Kaum zwei Wochen nach Amtsbeginn hat Martin Winterkorn einen grundlegenden Kurswechsel eingeleitet. Den Konzernumbau will er mit einem Team von ehemaligen Audi-Kollegen durchziehen. Markenchef Wolfgang Bernhard hingegen verlässt VW. Und er ist nicht der Einzige, der an Einfluss verliert.

Wolfgang Bernhard und der neue VW-Chef Martin Winterkorn gehen bald getrennte Wege. Foto: dpa Quelle: dpa

Wolfgang Bernhard und der neue VW-Chef Martin Winterkorn gehen bald getrennte Wege. Foto: dpa

HB WOLFSBURG. Winterkorn zieht nun eine in der deutschen Autoindustrie ungewöhnliche Machtfülle an sich. Er übernimmt Bernhards Aufgaben zusätzlich zur Konzernleitung. Außerdem übernimmt Winterkorn auch noch die Zuständigkeit für Forschung und Entwicklung im Konzern und entmachtet so die Marken.

Winterkorn schafft weiter ein neues Konzernressort Produktion und besetzte es mit seinem Vertrauten Jochem Heizmann, der bisher die Audi-Werke leitete. Zwei weitere Schaltstellen in Wolfsburg gehen ebenfalls an Audi-Manager: Entwicklungschef der Marke Volkswagen wird Ulrich Hackenberg, oberster Pressesprecher wird Audi-Kommunikationschef Stephan Grühsem. Ein Konzern-Vertriebsressort wird neu geschaffen, aber erst später besetzt. Die bisherigen Markengruppen werden aufgelöst.

Alle sieben Marken stehen künftig selbstständig nebeneinander. Bisher gibt es im Konzern zwei Markengruppen: Die Gruppe Volkswagen mit der Stammmarke VW, Skoda, Bugatti und Bentley sowie die Gruppe Audi mit Audi, Seat und Lamborghini. Mit dem erweiterten Konzernvorstand und neuen Entscheidungsgremien will Winterkorn dafür sorgen, dass mögliche Kooperationspotenziale und Einspareffekte zwischen den Marken besser genutzt werden.

Die neue Leitungsstruktur von VW erinnert an die Aufstellung zu Zeiten des damaligen Konzernchefs Ferdinand Piech, der heute den Aufsichtsrat führt. Piechs Nachfolger Bernd Pischetsrieder hatte ab 2002 die Leitungsebene behutsam umgebaut und den Marken mehr Verantwortung überlassen. Diese Entwicklung wird mit den Entscheidungen vom Donnerstag weitgehend zurückgedreht. Der Konzern verspricht sich von der Neuordnung nach einer Mitteilung höhere Synergien.

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