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01.07.2013

14:30 Uhr

Wüstenstromprojekt

Konzerne stärken Desertec den Rücken

VonDana Heide

Nach Bosch und Siemens ist die Stiftung Desertec ein weiteres Mitglied innerhalb von wenigen Monaten, das aus dem Wüstenstrom-Konsortium Dii aussteigt. Die verbleibenden Unternehmen bekennen sich zu dem Projekt.

Solarthermisches Kraftwerk: Mit dieser Technik wollte das Industriekonsortium Desertec Strom in der Wüste produzieren. dpa

Solarthermisches Kraftwerk: Mit dieser Technik wollte das Industriekonsortium Desertec Strom in der Wüste produzieren.

Düsseldorf Nachdem der Streit zwischen der Stiftung Desertec und dem Industriekonsortium Dii in einem Austritt der Stiftung gegipfelt ist, bekennen sich die verbliebenen Dii-Mitglieder zur Industrieinitiative. Die Desertec-Stiftung will Wüstenstrom aus Nordafrika und dem Nahen Osten nach Europa bringen will, dazu gründete sie 2009 gemeinsam mit anderen Unternehmen das Industriekonsortium Desertec. Medienberichten zufolge streiten die Dii-Geschäftsführer Paul van Son und Aglaia Wieland über die künftige Strategie: Van Son wolle Pläne für einen raschen Export von Wüstenstrom nach Europa vorerst zu den Akten legen, Wieland verfolge dieses Ziel weiter.

Mit diesem internen Streit begründet die Desertec Foundation nun auch ihren Austritt. „Der Führungsstreit führte bereits zu erheblichen Irritationen bei den Partnern der Desertec Foundation und zerstört das Vertrauen und den Ruf in das Konzept von Desertec. Dies möchte die Stiftung verhindern“, hieß es in der Mitteilung der Stiftung. Mit ihrem Ausstieg wolle Desertec vermeiden, „unverschuldet in den Sog negativer Berichterstattung über die Führungskrise und Orientierungslosigkeit des Industriekonsortiums gezogen zu werden”.

Desertec: Streit um Wüstenstrom-Projekt eskaliert

Desertec

Streit um Wüstenstrom-Projekt eskaliert

Neuer Rückschlag für das Wüstenstromprojekt Desertec: Die Desertec-Stiftung hat ihre Mitgliedschaft im Industriekonsortium Dii gekündigt – und will den ehemaligen Partnern nun verbieten, den Namen weiter zu verwenden.

Die Desertec Foundation ist nicht das erste Mitglied, das aus dem Konsortium austritt. Ende vergangenen Jahres kehrten bereits die Industrieunternehmen Bosch und Siemens dem Zusammenschluss den Rücken. Auf dem Höhepunkt der Initiative unterstützten 35 Partner das Projekt. Zwischenzeitlich haben 17 von ihnen Dii abgesagt, darunter Evonik und die Commerzbank.

Zu den verbleibenden Mitgliedern gehören Schott Solar, Deutsche Bank, Eon, RWE und ABB. „Wir bedauern den Rückzug der Desertec Foundation“, hieß es vom Energieversorger RWE, „wir werden jetzt die Situation mit unseren Partnern in der DII analysieren“. Nichtsdestotrotz sei man weiterhin von der Idee überzeugt. Auch der Düsseldorfer Konkurrent Eon zeigte sich zufrieden mit den Fortschritten der Dii.

Kommentare (4)

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sailing

01.07.2013, 15:03 Uhr

eine "Totgeburt" von A-Z,
ein Projekt mit dieser Komplexität (auf politischer und organisatorischer Ebene) ist zum Scheitern verurteil wenn bzw., da man über keinen "entrepreneurial Spirit" verfügt.

HofmannM

01.07.2013, 15:15 Uhr

Dieses Projekt ist poliitsch-ökologisch-ideologisch getrieben und NICHT Marktwirtschaftlich Frei!
Ohne staatliche Subvention geht nichts. Und so langsam geht den Mitgliedsstaaten das Steuergeld aus an das die Wirtschaft interesse hat. Aus dem wirtschaftlichen Gesichtspunkt heraus war dieses Desertec Projekt NIE realistisch Umsetzbar. Dieses Projekt dient einzig und alleine dazu das Geld der Steuerzahler (und hier vor allem der deutschen Steuerzahler) in die Taschen der Erneuerbaren Energie Abzocker (Firmen/Institutionen) umzuleiten.

vandale

01.07.2013, 15:23 Uhr

Nein, dass Problem ist nicht fehlender Geist, sondern fehlende Subventionen.

Die Sonneneinstrahlung ist nunmal auf diesem Planeten unzureichend um diese für eine industrielle Stromerzeugung nutzen zu können. Die Erzeugung folgt dem Wetter und dem Tagesverlauf, nicht jedoch dem Strombedarf. Der Strom ist von sehr begrenztem Wert. Der enorme Materialaufwand führt dazu, dass zumindest wenn man den Strom speichert, letztlich mehr Energie benötigt wird als Solarstrom erzeugt wird. Es ist sehr umweltschädlich.

Die ökoreligiöse Vision einer Solarstromerzeugung bleibt auch in der Wüste eine Oeko Fata Morgana sofern keine hinreichenden Subventionen fliessen.

In diesem Sinne haben die Initiatoren eine enorme Medienpräsenz,andere PR Aktivitäten und Lobbyismus initiert um beispielsweise Deutschland zu hinreichenden Subventionen zu ermuntern. Offensichtlich waren die Lobbyaktivitäten nicht ausreichend. Vielleicht wäre man erfolgreicher gewesen wenn man bei den Grünen gut vernetzte Sonnenkönige hätte gewinnen können.

Vandale

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