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11.05.2015

13:25 Uhr

Wutrede von Fiat-Chef Marchionne

„Ruft mich verdammt nochmal an“ 

Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne übt scharfe Kritik an den Spitzenmanagern der Autobranche. Es sei nun Zeit für eine umfangreiche Konsolidierung, mahnt der Italo-Kanadier. Er flirtet bereits mit Apple und Google.

Sergio Marchionne ist bekannt für seine markigen Sprüche. Nun hat er wieder zugeschlagen. Reuters

Fiat-Chrysler-Chef in Rage

Sergio Marchionne ist bekannt für seine markigen Sprüche. Nun hat er wieder zugeschlagen.

OakvilleMit Apple-Chef Tim Cook hat er sich schon getroffen, im autonomen Google-Auto war er 45 Minuten unterwegs und mit Tesla-Chef Elon Musk pflegt er engen Kontakt. Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne zeigt auf der Suche nach neuen Kooperationspartnern wenig Berührungsängste. Es wirkt fast so, als wolle der Italo-Kanadier die Konkurrenten eifersüchtig machen. Denn auf seiner Suche nach einem neuen starken Partner hat der Italiener bisher nur Körbe kassiert. Die Verkäufe im US-Markt ziehen wieder an, die Krise scheint überwunden und die Lust auf Fusionen sinkt. Aus der Sicht von Marchionne ist eine trügerische Ruhe eingekehrt.

Dabei sei die Konsolidierung weiter notwendig, betont der FCA-Chef bei jeder Gelegenheit – und steht damit sehr alleine. Bei der Eröffnung eines Händlers für Alfa Romeo und Maserati im kanadischen Oakville ließ der 62-Jährige seinem Frust darüber freien Lauf und übte harte Kritik an den anderen Spitzenmanagern der Branche. „Ich könnte euch eine Liste von Gründen geben, warum ihr euch davor fürchtet”, wird Marchionne von der Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert. „Aber ihr solltet in der Lage sein, die Führung zu übernehmen. Ruft mich verdammt nochmal an. Dafür bezahlen sie euch. Sie bezahlen euch, um zu führen – und nicht nur den Willen von anderen auszuführen.“   

Zweifel ließ Marchionne nicht zu - und fuhr in seiner Wutrede gegenüber Reportern fort: „Wenn ihr glaubt, dass diese Kommentare mich von meinem Ziel abbringen, dann sage ich euch ganz klar: ich bin überzeugter denn je, dass jetzt was passieren muss. Ich habe noch niemanden getroffen, der gesagt hat, dass ich falsch liege. Nicht einen.“ Zuvor hatte er mit Analysten über seine Pläne diskutiert.

Seit Jahren predigt der Fiat-Chrysler-Chef, dass sein Konzern wachsen müsse, um auch langfristig Erfolg zu haben. Unter sechs Millionen verkauften Fahrzeugen weltweit könne man als Volumenmarke kaum erfolgreich sein, davon ist Marchionne überzeugt.  Um Entwicklungskosten für teure Komponenten wie Motoren kleinzuhalten, müssten die Konzerne in großen Stückzahlen produzieren.

Gegenüber Analysten hatte Marchionne darum bereits gedroht, sich notfalls nach anderen Partnern umzuschauen. Apple und Google seien interessante Kooperationspartner. Die IT-Riesen drängen derzeit massiv ins Geschäft mit autonomen Fahrzeugen. Bisher fehlt ihnen aber vor allem das Know-how im Automobilbau. „Wir haben darum den Dialog provoziert“, erklärte Marchionne. „Es gibt eine Menge Leute, die über diese Themen diskutieren möchten“.

Kommentare (4)

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Herr Josef Schmidt

11.05.2015, 15:12 Uhr

Was soll der Larry und Sergey dem Marchionne sagen: Isch abe gar kein Auto denn isch fliege in die Firma ?

Frau Ute Umlauf

11.05.2015, 15:27 Uhr

Legt diesem Psychopathen das Handwerk. Der ballert Fiat an die Wand!

Herr Marcus Vinicius

11.05.2015, 15:45 Uhr

Marchionne schwimmen die Felle davon. Im Bereich alternative Antriebe und Leichtbau fuer den Volumenmarkt hat sein Konzern absolut nichts zu bieten. Die Modellpaletten haben weder Breite noch Tiefe und es fehlen Nischenmodelle bei jeder Marke. Die in den USA erfolgreichen SUVs Jeep Grand Cherokee und Dodge Durango wurden nter Daimler-Fuehrung entwickelt und nutzen noch Technologie von der M-Klasse. Die Abloesung beider Erfolgsmodelle steht bald an, ohne fremde Hilfe wird das eine Herkulesaufgabe fuer den Konzern. Und warum soll denn der Wettbewerb mit Hr. Marchionne kommunizieren? Die Konkurrenten warten einfach ab, bis Fiat-Chrysler den Bach runtergeht und picken sich dann die Filetstueckchen heraus.

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