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18.07.2013

11:59 Uhr

Xofigo

Bayer Medikament verlängert das Leben von Krebspatienten

Bayer hat einen neuen Hoffnungsträger: Xofigo. Laut einer neuen Studie verlängert das Mittel die Lebenszeit von Krebskranken. Ein Erfolg, denn Xofigo allein soll demnächst für eine Milliarde Umsatz im Jahr sorgen.

Bayer setzt auf Xofigo. Das Mittel allein soll irgendwann für eine Milliarde Umsatz im Jahr sorgen. dpa

Bayer setzt auf Xofigo. Das Mittel allein soll irgendwann für eine Milliarde Umsatz im Jahr sorgen.

FrankfurtNeuer Erfolg für das Bayer - Medikament Xofigo: Kurz nach der Zulassung in den USA präsentiert der Konzern eine neue Studie, nach der das Mittel die Lebenszeit von Krebskranken verlängert. Xofigo erhöhe die Überlebensdauer von Prostatakrebspatienten im Schnitt um 14 Monate, teilte Bayer am Donnerstag mit. Bei einer ärztlichen Behandlung ohne Xofigo verlängere sich der Zeitraum lediglich um 11,2 Monate. Die Ergebnisse seien im Fachmagazin „New England Journal of Medicine“ publiziert worden, hieß es. Auch wenn damit lediglich die Ergebnisse bereits bekannter Studien bestätigt werden, sei das eine positive Nachricht für Bayer, kommentieren die Broker von Alpha Wertpapierhandel. Das Umsatzpotenzial für diese Indikation dürfte bei rund 500 Millionen Euro jährlich liegen.

Bayer hatte Mitte Mai für seinen wichtigen Hoffnungsträger in den USA die Zulassung erhalten. Xofigo dient der Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs, der sich schon in den Knochen ausgebreitet hat. Bayer arbeitet bei dem Mittel, das auch unter dem Namen Alpharadin bekannt ist, mit der norwegischen Pharmafirma Algeta zusammen. Die Arznei mit dem Wirkstoff Radium-223-Dichlorid gibt radioaktive Alphastrahlung ab und soll so gezielt auf Krebszellen in den Knochen einwirken.

Geschichte von Bayer

Von einer Farbenfabrik zum Chemie- und Pharmariesen

Der Bayer-Konzern kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Sie beginnt in Wuppertal Barmen vor 150 Jahren. Es war die Geburtsstunde der deutschen Chemieindustrie.

1863

Friedrich Bayer und Johann Weskott gründen am 1. August die Farbenfabrik Fried. Bayer & Co.

1899

Das Schmerzmittel Aspirin wird zum Patent angemeldet. Noch heute gehört das Medikament zu den umsatzstärksten Bayer-Präparaten.

1925

Nach gut 60 Jahren verliert Bayer seine Selbstständigkeit; das Unternehmen geht in die IG Farben auf. Aus Bayer wurde die IG Betriebsgemeinschaft Niederrhein.

1933

In Leverkusen leuchtet erstmals das Bayer-Kreuz auf. Es hatte eine Durchmesser von 72 Metern und war mit 2200 Glühbirnen bestückt. Es ist bis heute das Wahrzeichen der Stadt geblieben.

1939

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird die Produktion der Chemieindustrie den Zielen der Kriegsführung untergeordnet. Zwangsarbeiter vor allem aus Osteuropa wurden in vielen Betrieben eingesetzt, auch in Leverkusen.

1951

Bayer wird nach der Zerschlagung der IG Farben neu gegründet und Ulrich Haberland der erste Vorstandsvorsitzende.

1978

Bayer übernimmt das US-Unternehmen Miles, das nach dem Rückerwerb der Markenrechte in den USA 1995 in Bayer Corporation umbenannt wird.

2001

Bayer nimmt den Blutfettsenker Lipobay vom Markt, was den Konzern in eine tief Krise stürzt. Im gleichen Jahr erfolgt der Erwerb des Pflanzenschutzgeschäftes Aventis CropScience.

2005

Bayer löst das Chemie- und Teile des Kunststoffgeschäftes aus dem Konzern und bringt ihn als Lanxess AG an die Börse.

2006

Der Erwerb des Berliner Pharmaunternehmens Schering für rund 17 Milliarden Euro ist der teuerste Zukauf der Firmengeschichte.

2010

Marijn Dekkers wird Vorstandsvorsitzender. Der Niederländer mit amerikanischem Pass ist der erste externe Manager an der Spitze des Konzerns.

Xofigo zählt zu den fünf wichtigsten neuen Präparaten des Pharma- und Chemiekonzerns. Bayer-Chef Marijn Dekkers traut ihnen zusammen Spitzenumsätze im Jahr von mehr als 5,5 Milliarden Euro zu. Allein Xofigo soll einmal - alle Therapiefelder zusammengenommen - in der Spitze mehr als eine Milliarde Euro im Jahr einfahren. An Prostatakrebs sterben jedes Jahr mehr als 250.000 Männer. Auch Wettbewerber wie Johnson & Johnson arbeiten aktuell an neuen Präparaten gegen diese bei Männern weitverbreitete Krebsart.

Von

rtr

Kommentare (2)

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husulai

18.07.2013, 13:07 Uhr

Das verlängerte Leben erhöht nur den Umsatz der Firmen, hier Bayer. Das ist kein Erfolg - Erfolg heißt, dass der Krebs besiegt wird!

Prophet

18.07.2013, 13:17 Uhr

Mir ist suspekt, dass eine Firme, die massenhaft krebsauslösende Substanzen produziert, auch Medikamente gegen Krebs auf den Markt bringt. Man kann sich ja ausmalen, welche Interessen da vordergründig sind.

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